Euro kann nicht vom Black Friday profitieren
29.November 2008
Der Wechselkurs für die europäische Gemeinschaftswährung konnte am Freitag auch zum Handelsschluss an den europäisch geprägten Devisenmärkten nicht mehr über die 1,27 Dollar Marke steigen. Gegen Ende des europäisch geprägten Forex-Handels kostete der Euro 1,2694 Dollar. Der Referenzkurs für das Währungspaar EURUSD wurde am Freitagmittag von der Europäischen Zentralbank auf 1,2727 Dollar bzw. 0,7857 Euro festgesetzt. Am Vortag wurde der Euro noch mit 1,2900 Dollar bzw. der Dollar mit 0,7752 Euro bewertet. Aufgrund des sogenannten Black Friday in den USA – traditionell der Tag nach Thanksgiving an dem die meisten amerikanischen Arbeitnehmer frei nehmen und für den US Einzelhandel die so wichtige Weihnachtssaison beginnt – gestaltete sich der Devisenhandel am Freitag sehr dünn. Vor allem die hohe Risikoaversion der Investoren scheint den Dollar massiv gestützt zu haben. Außerdem halten sich derzeit viele Anleger zurück, da sie auf deutliche Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank in der nächsten Woche spekulieren. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde seit Freitagmittag von schwachen europäischen Konjunkturdaten belastet. Viele Investoren sehen neben dem Japananischen Yen – der scheinbar sicherer Hafen in jeder Krise – momentan auch den Dollar als sicher an. Und dies auf vor dem Hintergrund, dass sich die Finanzkrise in den USA entwickelte und von dort aus über den Globus verbreitete. Der Dollar scheint nach wie vor bei den Anlegern als sicherer als die europäische Gemeinschaftswährung zu gelten. Die Kursverluste des Euros an den Devisenmärkten vom Freitagnachmittag bewerteten die Analysten vor allem als technische Reaktion. Ausgelöst wurde sie dadurch, dass es dem Euro in der vergangenen Woche nicht gelungen ist, die so wichtige Marke von 1,30 Dollar nachhaltig zu überwinden. Die Seitwärtsbewegung des Euros zwischen 1,25 und 1,30 Dollar hält nun schon seit Tagen an. Viele Investoren haben aus Enttäuschung darüber kurz vor dem Wochenende ihre offenen Positionen glatt gestellt. Die Spekulationen über die erwartete Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank erhöhen den Druck auf den Euro noch mehr. Die Mehrzahl der Experten und Analysten der Devisenmärkte gehen zur Zeit von einer Leitzinssenkung von 50 Basispunkten aus. Realistisch sind aber auch 75 oder gar 100 Basispunkte. Mit dem gegenwärtigen Zinsniveau von 3,25 Prozent hat die Europäische Zentralbank noch einen einigermaßen großen Spielraum gegenüber der amerikanischen Notenbank und deren Ankündigung, die Leitzinsen ebenfalls weiter zu senken. Allerdings liegt in den Vereinigten Staaten der Leitzins bereits bei nur 1,0 Prozent, so dass nicht mehr viel Raum für weitere Senkungen bleibt. In Europa sprechen vor allem die gesunkenen Verbraucherpreise, bedingt durch die rapide gefallenen Energiepreise und dem Ölpreis, für eine massive Senkung der Leitzinsen. Nachdem noch vor einigen Monaten das Gespenst der Inflation sein Unwesen in Europa trieb, haben die neuesten Daten ergeben, dass die Inflationsrate im Euroraum im November auf ganze 2,1 Prozent gesunken ist. Im Vergleich zum Vormonat lag die Rate noch bei 3,2 Prozent.
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