Faktoren für die Bewegung am Devisenmarkt

30.November 2008

Insgesamt ist die Kursentwicklung bei Devisen durch das auch im sonstigen Handel als Ökonomisches Prinzip des Angebotes und der Nachfrage bekannt. Das heißt dann – Angebot höher als die Nachfrage bringt einen geringen Preis, größere Nachfrage bei einem geringen Angebot eben folglich einen höheren Preis. Ein tiefer Preis ist dann für die Käufer attraktiv- aber eben nur so lange, bis dass dann auch einem bestimmten Kursniveau dann die Nachfrage das Angebot dann wieder übersteigt. Jetzt fängt die Währung dann an zu klettern. Theoretisch kann sich dieses Spiel dann immer wieder wiederholen. So ist letztlich eine Kursbewegung in Wellen zu verzeichnen. In der Profisprache wird diese Wellenbewegung als Votalität oder auch Schwankungsbreite bezeichnet.

Aber wie stellt man denn nun fest, ob der jeweils aktuelle Kurs überhaupt günstig ist und somit eine wirklich attraktive Kaufgelegenheit darstellt. Auch wenn die Antwort für Einsteiger ziemlich kompliziert erscheint – in der Praxis und mit etwas Übung beim genauen Hinschauen ist das nicht schwierig. Der Kurs sollte sich nämlich immer oberhalb oder aber unterhalb eines bestimmten Gleichgewichtes befinden, um Hinweise für die Preissituation zu geben.

Wissenschaftlich ist es dann zum Beispiel die Kaufkraftparitäten-Theorie, die sich genau mit dieser Preisentwicklung beschäftigt und die als einer der ältesten internationalen Ansätze gilt. Hier wird dann davon ausgegangen, dass zwei Währungen sich dann im Gleichgewicht befinden, wenn jeweils gleiche Waren oder Dienstleistungen immer für den jeweiligen Gegenwert dieser Währung erhältlich sind. Die Basis für diese Theorie ist das Gesetz des internationalen Preisausgleichs, das dann im Fachjargon als „Law of One Price“ bezeichnet wird. Hier führt der Kaufkraftverlust dann zur Inflation und damit einer Abwertung der entsprechenden Währung, während die steigende Kaufkraft die Deflation bezeichnet und eine Aufwertung der Währung anzeigt.

Dann gibt es hier in diesem Zusammenhang auch noch die Zinsparitäten-Theorie, die dann wiederum auf der Überlegung basiert, dass Investoren eben dazu neigen ihre Investitionen dort zu tätigen, wo eben auch die höchste Rendite erwirtschaftet werden kann. Der Grund dieser Theorie ist, dass Kapital, das im Inland angelegt wird, dann den gleichen Zinsertrag erwirtschaften muss wie die Investition, die im Ausland getätigt wird – ansonsten währen risikolose Arbitragemöglichkeiten die Folge. Das Beispiel hier sagt, dass eine Zinssenkung für den Anleger einen Wirtschaftsraum und seine Währung dann unattraktiv machen. So wird Geld dort abgezogen und in eine ertragreiche Währung angelegt. Somit folgt ein neues Gleichgewicht, aber eben dann auf niedrigerem Niveau. Die Zinssenkung bewirkt für die betroffene Währung einen Wertverlust, während umgekehrt höhere Zinsen eine Währung attraktiv machen. Nun folgt nämlich ein Gleichgewicht auf höherem Niveau.

Bedingung für die Gültigkeit der Zinspartäten-Theorie ist dann eben die perfekte Substitution der Finanztitel aus dem jeweiligen Inland sowie Ausland und auch ein ungehinderter Kapitalfluss zwischen den entsprechenden Ländern. Auch eine stetige Veränderung des Zinsniveaus zeigt den Gesundheitszustand einer Volkwirtschaft an.

Daneben sind die Einflussfaktoren dann noch die Inflationsrate, die politischen Ereignisse, der Außenhandel und auch Aktivitäten und Spekulationen der jeweiligen Noten- und Zentralbanken durch die künstlich vorgenommenen Eingriffe. Daneben sind es dann noch die Zahlen, die sich aus dem sogenannten Bruttoinlandsprodukt einer Nation ergeben und auch die Arbeitsmarktdaten, die auf den Wert einer Währung erheblichen Einfluss nehmen. 

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