Die Währung „türkische Lira“ heute
04.Dezember 2008
Bereits zum wiederholten Male ist auch dieses Jahr wieder die türkische Währung Lira mehr als 10 Prozent unter den zum Vergleich angesetzten Referenzwert von Januar 2005 abgefallen und konstant niedrig geblieben. Die türkische Lira weist im Rahmen des Momentum – Screenings fortdauernde relative Schwäche auf und bewegt sich in stetig abwärts. Und das Grundprinzip der relativen Stärke besagt bekanntlich, dass starke Abwärtstrends den Hang haben, sich immer weiter fort zu setzen. Was in Bewegung ist und stark fällt, fällt weiter. Nach Meinung einiger internationaler Währungsexperten könnte auf diese Weise ein Wert von bis zu 2,20 türkische Lira (YTL) je Euro schon in Kürze erreicht werden und nicht als kurzfristiger Einbruch sondern als dauerhafter Verlust zu sehen sein. Zwar waren solche Prognosen in der Vergangenheit immer schon mal abgegeben worden, jedoch waren diese bisher noch nicht eingetroffen. Allerdings stelle sich die gesamte Situation nun mehr anders dar. So sei der erste Kurseinbruch im April 2008 noch mit politischen Unsicherheiten begründet worden und war als vorüber gehend benannt (zum Beispiel mit den bevorstehenden Gerichtsverhandlungen zum Verbot der AKP) und mit Ende der Verhandlungen und der Gerichtsentscheidung habe sich die Lage auch schnell wieder gebessert und sei zum Gegenteil umgeschlagen. Jedoch schlagen zurzeit alle Wirtschaftsdaten in der Türkei wieder Alarm und warnen vor erneuten Wechselkurs – Einbrüchen.
Schon durch schnell eingeleitete Hilfsprogramme von außen, wie zum Beispiel einer bereits vom IWF angebotenen Finanzspritze, wäre eine Abwendung der extremen Kurseinbrüche möglich und absehbar. Die türkische Regierung zögert jedoch nach wie vor immer noch – was vielen unbegreiflich erscheint -, das schnelle Hilfsangebot auch an zu nehmen. Es könne sein, dass die Regierung nicht auf diese Weise ihre eigene Hilflosigkeit der Situation gegenüber eingestehen will, dass sie tatsächlich nicht wirklich in der Lage ist, die Wirtschaft im eigenen Lande wieder an zu kurbeln und dauerhaft und stabil in Gang zu halten.
Vereinzelten Meldungen zu Folge sehe es nun so aus, als wolle sich die türkische Regierung in Ankara mit Kapital aus arabischen Ländern helfen lassen. So stehen rohstoffreiche Länder wie Syrien, Saudi – Arabien, Katar und Bahrain oben auf der möglichen Geldgeber– Wunschliste der Türkei. Jedoch stehe der Erfolg eines solchen Projektes angesichts der schlechten bis hin zu dramatischen Entwicklungen bei den türkischen Aktien in den Sternen und ist mehr als fraglich. Tatsächlich haben die Aktien an der Börse in Istanbul seit Januar 2008 nominell weit mehr als 60 Prozent Einbußen erlitten. In Zusammenhang mit dem Kursverfall der türkischen Währung (YTL) komme man auf niederschmetternde Verluste von bis zu 70 Prozent bis zum November 2008.
Stellt man sich ein Ziel auf, wäre es wünschenswert, rund 2 Lira je Euro zu rechnen. Der Chefredakteur der ATR, Jürgen P. Fuß meint dazu, dass es eher unwahrscheinlich ist, einen Kurs von 2,20 YTL je Euro zu erreichen, erst recht, wenn man die Kursentwicklung seit 2005 mit in die voraussichtlichen Berechnungen und Vergleiche mit einbezieht. Aber die schon lange überfällige Kurskorrektur stehe an und für realistisch hält Fuß es, mittelfristig ein Kursverhältnis von 1,90 bis 2 YTL je Euro zu erreichen.
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