Der Devisen- und Rentenmarkt brauchen Zinsentscheidungen
04.Dezember 2008
Die Zurückhaltung der Anleger am Tag vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank war deutlich zu spüren. Letztlich wollen wohl alle Anleger erst einmal sehen, welche Schritte die Europäische Zentralbank unternimmt, bevor dann wieder in die Offensive gegangen wird, berichten Händler und auch Experten auf dem Gebiet.
Viele Analysten gingen davon aus, dass der Leitzins dann um einen halben Prozentpunkt abgesenkt wird. Allerdings sind auch deutlich stärkere Schritte bei der Senkung der Leitzinssätze nicht vollkommen ausgeschlossen. Die Frage sowohl bei Anlegern als auch bei anderen Fachleuten stellt sich dann aber, inwieweit die Zentralbank sich zu aggressiven Schritten bei der weiteren Leitzinssatzsenkung entschließt. Bereits zwei Mal wurden die Zinsen innerhalb der ausgebrochenen Krise nämlich schon gesenkt, allerdings ist der Stand 3,25 Prozent auch noch nicht wirklich niedrig einzustufen.
Die USA sind in ihrem Leitzinssatz nun bereits bei 1,0 Prozent gelandet und bis Mitte Dezember ist eine weitere Senkung um 0,5 Prozent eher zu erwarten. Auch in Schweden und Großbritannien fallen im Verlauf der Woche noch Entscheidungen hinsichtlich der Zinssatzsenkung.
In der Mitte der Woche harrte der Euro dann in dem Bereich des Vortages – nämlich bei 1,2600 bis 1,2740 Dollar aus. Der Referenzwert wurde von der Europäischen Zentralbank dann mit 1,2623 – im Vergleich zum Vortag bei 1,2697 – festgelegt.
Der Euro notierte damit mit 1,2639 – vortags 1,2643 – Dollar im Referenzkursverfahren der Banken insgesamt fast unverändert. Aber verglichen mit dem Yen nahm er seine Talfahrt unverändert weiter fort und fiel damit auf 117,67 Yen - vortags 117,90.
Die Konjunkturdaten aus den USA und der Zone des Euro zeigen sich damit weiterhin schwächelnd.
Die Kurse des Rentenmarktes im Bereich der Staatsanleihen blieben auch in der Mitte der Woche unverändert bestehen. Auch wenn der Bund-Future zeitweilig um 58 Ticks auf 124,05 Punkte stieg, musste er seine Gewinne doch abgeben und sich dann zur Wochenmitte auf 123,47 Zählern einpendeln. Und auch die Händler vermuten, dass sich auf dem Rentenmarkt die Stimmung insgesamt so wirklich schnell nicht ändert. Das Hoch bei 124,60, das aus dem Jahr 2005 stammt, rückt in deutliche Nähe.
Die insgesamt negativen Wirtschaftsprognosen der globalen Wirtschaft können mit einer wirklich wirksamen Gegenbewegung in der nächsten Zeit nicht rechnen. Auch die Konjunkturdaten, die aktuell aus den USA und aus Europa veröffentlicht wurden, machen da wohl nicht mehr Hoffnung.
In der US-Privatwirtschaft wurden im November deutlich mehr Stellen abgebaut, als für diesen Monat erwartet wurde. 250.000 Stellen, die abgebaut wurden, entsprachen dem letztmalig im November 2001 veröffentlichten Wert. Erst zum Ende der Woche werde die Regierung der USA dann die offiziellen Daten für den Arbeitsmarkt des Monats November veröffentlichen, aber erste Informationen lassen vermuten, dass hier keine großen positiven Überraschungen mehr warten.
Und Europa? Auch hier fielen die veröffentlichten Daten dann schlechter aus als zunächst angenommen. Ein Abschwung der Dienstleister in der Zone des Euro macht sich bemerkbar – so die Ergebnisse aus dem Markit-Einkaufsmanagerindex, der für den Service-Sektor erstellt wird.
Die Bundesanleihe, die über zehn Jahre läuft, liegt dann phasenweise nur noch bei 3,004 Prozent, nachdem zuvor noch 3,059 Prozent verzeichnet wurden. Und die Drei-Prozent-Marke werde hier wohl noch unterschritten werden, vermuten Fachleute. Das sind Werte, die zuletzt im September 2005 veröffentlicht wurden.
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