Und was wird nun aus der ehemals weltgrößten Bank?

05.Dezember 2008

Die Citigroup wurde irgendwie an die Leine genommen. Die US-Regierung hat Hilfspakete aktiviert und damit der Citigroup wieder auf die Beine zu helfen versucht. Aber was hat das eigentlich für Folgen für die Bank – und dann auch vielleicht für deren Wettbewerb?

Die Rettungsaktionen der Finanzinstitute in New York gehören inzwischen schon fast zu den alltäglichen Nachrichten und niemand ist mehr wirklich verwundert – trotzdem aber wohl beunruhigt. Und besonders in Investoren am Devisenmarkt fragen sich dann berechtigt, was nun aus der Citigroup als weltgrößtem Bankkonzern nun wird.

In der Geschichte der zahlreichen Rettungsaktionen nach Notrufen in den USA befindet sich ja nun auch die Citigroup, die durch die US-Regierung gerettet wurde, indem die USA dann in das Institut als bisher größter Einzelaktionär eingestiegen ist und somit Geld in den Konzern gepumpt hat. Aber – auch wenn der unmittelbare Kollaps des Geldriesen damit erst einmal verhindert wurde – ist das Problem jetzt vom Tisch oder steht doch noch eine Zerschlagung des Konzerns oder gar der Verkauf einiger Teile dessen aus? Sind die Probleme wirklich vom Tisch?

Durch die starke Unterstützung der Citigroup wurde diese stark gestärkt – und darunter könnte der Wettbewerb dann wohl noch längere Zeit zu leiden haben. Das sehen jedenfalls Beobachter des Marktes wohl eher so.

Der triumphale Einzug des Staates in die Citi begann wohl schon etwas eher als wir bisher annahmen. Denn schon im Oktober wurde das Privatkundengeschäft Deutschland von der Crédit Mutuel gekauft. Alle US-Banken bekamen dann im Oktober eine Finanzspritze in Höhe von 125 Milliarden und die Citigroup erhielt 25 Milliarden, weil Finanzminister Paulson nämlich seinerzeit Vorzugsaktien der Citi gekauft hat. Und da sind die weiteren 20 Milliarden, die dann noch einmal zwecks Vermeidung des Zusammenbruchs, die dann in die Citibank eingepumpt wurden, schon relativer zu betrachten – aber eben medienträchtiger gewesen.

Neben der finanzielle Spritze hat der Staat dann auch noch Garantien für sogenannte toxische Papiere übernommen, die dann eben wie eine Krankheit die Bilanzen und damit den allgemeinen Zustand der Bank weiter verschlechtern. Damit werden dann exzessive Verluste durch Abschreibungen bei Wertpapieren und Darlehen, die auf die auch schlagzeilenträchtigen Wohn- und Gewerbeimmobilien ausgerichtet sind und auch verbundene Kreditderivate in aktueller Höhe von 306 Milliarden Dollar staatlicher Sicherung unterstellt.

Macht die Citigroup jetzt weiter Verluste, sind die ersten 29 Milliarden Dollar aus eigener Tasche zu entrichten – die restlichen Verluste trägt der Staat dann in einer Höhe von 90 Prozent und damit kann die Citigroup dann ihre Maximalverluste dann wohl optimal übersichtlich verwalten?

Durch sofortige Finanzspritzen in Höhe von dann insgesamt 45 Milliarden Dollar und dem staatlichen Anteil von acht Prozent am Kapital ist die USA damit größter Miteigentümer im Finanzkonzern, der seit dem Sommer 2007 – dem Beginn der Finanzkrise – dann eine Schrumpfung von 90 Prozent erlitten hat.

Die Citigroup erkennt die Konsequenzen wohl deutlich. Auch wenn bisher nicht davon ausgegangen werden kann, dass vom US-Finanzministerium nun ein Vertreter in den Aufsichtsrat entsandt wird, kann davon ausgegangen werden, dass die Entlohnung des Staates für diese umfangreiche Rettungsaktion üppig ausfallen wird. So ist klar, dass jeweils für die ersten 25 Milliarden Dollar die Steuer im Zeitraum von fünf Jahren eine Dividende von fünf Prozent kassiert – nach den fünf Jahren steigt die dann auf neun Prozent. Den zweiten Zuschuss bezahlt die Citigroup mit acht Prozent – von Anfang an. Und so ist es dann eine Überweisung von jährlich 3,4 Milliarden, die die Citigroup nun mindestens tätigen muss.

Dazu kommt, dass diese finanzielle Belastung die Citigroup für Privatinvestoren nicht gerade attraktiv wirken lässt. Ohne Zustimmung des Finanzministeriums darf die Group nämlich keine höhere Dividende als einen Cent je Quartal überweisen.

Da ist dann wohl ein straffes Sanierungsprogramm fällig – und wer zweifelt dann, dass in dem Zusammenhang dann auch Köpfe rollen werden?

 

Teile und hab Spaß Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG

Artikel gespeichert unter: Allgemein

Ihr Kommentar

Pflichtfeld

Pflichtfeld, anonym

Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Trackback diesen Artikel  |  Kommentare als RSS Feed abonnieren


Kalender

Mai 2012
M D M D F S S
« Mai    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Forex Werbung

Aktuelle Artikel