Finanzgipfel weitgehend ohne Wirkung auf den Forex-Trade
18.November 2008
Zum europäischen Börsenschluss am Montag zeigte sich die Euro gegenüber dem US-Dollar recht solide und schloss bei einem Kurs von 1,2655 USD. Der Handel mit dem Euro am Montag verlief wie erwartet ruhig. Der japanische Yen dagegen erregte mehr Aufmerksamkeit, da sich nach der allgemein gültigen Definition die japanische Wirtschaft in einer Rezession befindet. Bei der Wechselpaarung EURJPY zeigte sich der Euro ebenfalls stabil bei 122 JPY. Die Experten erwarten jedoch auch hier einen Einbruch, da am Aktienmarkt derzeit sehr viel Kapital aus der Anlagewährung Euro abgezogen und in den Kreditmarkt Japans investiert wird. Eine mögliche Erklärung dafür wäre, dass einige in der Vergangenheit in die Krise geratene Hedge-Fonds weitere Anteile zurückgegeben haben. Allerdings fällt die Belastung auf den US-Dollar höher aus, als noch am Ende der vergangenen Woche erwartet. Mit 25,43 fiel der Empire-State-Index – der von vielen Experten als ein verlässlicher Vorläufer auf den ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe der USA gesehen wird – im November auf ein erneutes Rekordtief. Die Beschäftigungskomponente fiel auf –28,92. Zum Vergleich: im Oktober Stand die Beschäftigungskomponente bei –3,66. Auch die New Orders setzen ihren Abwärtstrends fort. Weiterhin mit Sorge von den Forex-Tradern wird das Britische Pfund Sterling beobachtet. Auch wenn es sich mit 0,8432 GBP in der Wechselkurspaarung EURGBP etwas gefangen hat, wird trotzdem bald ein neues Allzeittief der britischen Währung erwartet. Die Hochverzinslichen Währungen und Währungen der Schwellenländer haben in den vergangenen zwei Monaten rasant an Boden verloren. Rainer Ottenmann, Fondsexperte KBC Asset Management, stellte fest, dass die beiden vergangenen Monate zu den volatilsten in der ganzen Finanzmarktgeschichte zählen. Nach der fast gleichzeitigen Insolvenz mehrerer Banken, retteten sich viel in die Arme anderer Finanzinstitute. Das amerikanische Rettungspaket brauchte zwei Anläufe, um in Kraft treten zu können, und trug dadurch zum massiven Vertrauensverlust gegenüber den Märkten und Banken bei. Klassische Carry-Währungen wie der Japanische Yen oder der Schweizer Franken stiegen gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung stark an. Die Devisenhändler flüchten in die vermeintlich sicheren Häfen, was zum Abwärtstrend des Euros auf den Forex-Märkten beiträgt. Aufgerüttelt durch die Finanzkrise sind die Anleger auf den Devisenmärkten vorsichtiger geworden und scheuen das Risiko. Viele Investoren aber versuchen zur gleichen Zeit ihre Anlagen zu verkaufen. Das Problem ist, dass zu den gewünschten Verkaufspreisen keine Käufer zu finden sind. Folglich schrauben die Verkäufer ihre Preisvorstellungen zurück. Wenn auch zu dem gesenkten Wechselkurs keine Käufer gefunden werden können, dann liegt eine hohe Geld-/Briefspanne vor. Das bedeutet ein Auseinanderklaffen der Preisvorstellungen von Verkäufer und Käufer. Die Folge davon ist, dass einige Marktsegmente illiquide werden. Man kann bereits jetzt beobachten, dass derzeit in einigen Teilen praktisch kaum noch Handel stattfindet. Die teilweise extremen Bewegungen auf den Devisenmärkten in den letzten Wochen basieren kaum noch auf nachvollziehbaren Fundamentaldaten. Die Akteure des Forex-Trading sind zunehmend ratloser, da eine Einschätzung und Prognose der Devisenmärkte immer schwieriger wird. Dies führt zur weiteren Zurückhaltung im Forex-Trade.
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