Der Dollar nimmt ein schwaches Jahresende
17.Dezember 2008
Der Euro konnte nun schon bei 1,3715 US-Dollar eröffnen und auch im asiatischen Geschäft wurden bereits Höchstwerte des Euro markiert, die bei 1,3735 – 40 reichten. Gegenüber dem Yen stellte der Dollar auf 90.35 und Carry-Trades zeigten sich insgesamt sehr freundlich. Euro und Yen als Kombination markierten bei 123.90 und die Kombination Euro und Franken oszillierte im Bereich 1.5850. Die aus den USA veröffentlichten Daten brachten aber nur die Bestätigung der Vermutung, dass es der US-Wirtschaft derzeit sehr schlecht geht. Allerdings waren die Ergebnisse noch immer besser ausgefallen, als dies aus der Konsensusprognose antizipiert wurde.
Gesunken ist der sogenannte General Business Condition Index des NY Fed Manufacturing Survey per Dezember. Damit erlebte er eine Veränderung von –25,4 auf –25,8 Punkte, während die Analysten hier von einem Rückgang auf –27,5 Punkte ausgegangen waren. Bei den Subindizes waren aber bessere Ergebnisse zu erkennen als im Vormonat. Und hier konnte der Auslieferungsindex deutlich zulegen, nämlich von –13,9 Punkte auf –8,8 Punkte. Und auch der Beschäftigungsindex konnte sich verbessern von –28,9 auf –23,4 Zähler. Für den Auftragsindex gab es eine Veränderung von –22,2 auf –20,8 Punkte. Sind hier sind allerdings leichte Ansätze der Aufhellung in weiter Ferne zu erkennen?
In der Industrieproduktion kam es zu einem Absinken für den November um 0,6 Prozent. Hier hatten die Analysten einen Rückgang im Bereich von 0,8 Prozent vermutet. Eine Anpassung des Vormonats fand damit von +1,3 Prozent auf + 1,5 Prozent statt, während der Septemberwert revidiert werden musste von –3,7 auf nunmehr –4,1 Prozent. Das Gesamtergebnis lag damit mit der Konensusprognose weitestgehend im Einklang. Eine Kapazitätsauslastung dank damit von 76,0 Prozent auf 75,4 Prozent ab.
Aber die TIC-Kapitalzuflüsse brachten für den Oktober sehr nüchterne Ergebnisse, die dann nur 1,5 Milliarden Dollar brachten. Prognostiziert waren 40 Milliarden Dollar und zuvor waren es 65,4 Milliarden Dollar an Zuflüssen. Gerade diese Daten zeigen eine starke Anfälligkeit für Revisionen, denn sie sind notorisch volatil und so macht es wenig Sinn, die Konzentration auf diese Daten zu setzen.
Der Frühindikator für den Wohnimmobilienmarkt in den USA, der sogenannte NAHB-Housing Market Index harrte bei seinem Tiefststand im Bereich von neun Punkten aus. Hier ist eine Trendwende auch in nächster Zeit nicht zu erwarten.
Auf der US-Datenagenda stehen noch wichtige und wesentliche Daten. Da ist zum Beispiel schon jetzt die Vermutung recht wahrscheinlich, dass die Verbraucherpreise in den USA für den November einen spürbaren Einbruch erleiden. Von Analysten wird von einem Einbruch im Bereich 1,2 Prozent ausgegangen. Für den Jahresvergleich ergibt sich damit ein Rückgang eines zur notierten Anstiegs, der bei 3,7 Prozent lag auf nunmehr noch 1,5 Prozent. Da werden die Stichworte Disinflation und Deflation doch zunehmend gebräuchlicher?
Wundern wird wohl niemanden aufgrund der ständig neuen Nachrichten aus den USA, dass sowohl die Anzahl der Neubaubeginne als auch die Baugenehmigungen an sich beide im Monat November stark rückläufig waren.
Der Finanzmarkt richtet derzeit seine gesamte Aufmerksamkeit auf die Offenmarktausschusssitzung. Und die Marktteilnehmer erwarten im Zinssatz eine Senkung um mindestens 50 Basispunkte sowie einen neuen Zielsatz, der dann beim Fed Fundus bei 0,50 Prozent liegt. Im Bereich der fast schon Nullzinspolitik ist allerdings das zinspolitische Instrumentarium der Fed in seinen Handlungen nun erheblich eingeschränkt.
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