Solarworld-Boss Asbeck und die Wirtschaft
18.Dezember 2008
Einem Sprichwort zu folge läuft derjenige Gefahr zu verbrennen, der zu nah an der Sonne entlang fliegt. Solche Höhenflüge tun selten gut, jedoch unterliegt zurzeit Solarworld- Gründer und -Boss Frank Asbeck. So hat seine Idee, die sogar schon durch eine Pressemeldung bekannt wurde, die vier Opel Werke in Deutschland übernehmen zu wollen, fast schon was von einem gut gemachten Marketing Gag.
Asbeck meint zwar, das ganze soll durchaus ernst gemeint sein, jedoch sieht s so aus, als könnte solch ein Deal nicht wirklich zu Stande kommen, denn die finanziellen Mittel sind nicht vorhanden. Es gäbe zwar Barmittel in Höhe von 250 Millionen Euro, allerdings müsse man dann an den Bund treten und um Bürgschaft für die dann noch fehlenden 750 Millionen Euro bitten, die der Firmenchef ohne einen solchen Bürgen dann doch nicht hergeben will.
Zur gleichen Zeit soll dann Asbecks Plänen nach, General Motors für jeden Arbeitsplatz 40.000 Euro an Solarworld bezahlen, das wären insgesamt etwa eine Milliarde Euro. Rechnet man das auf, stellt man fest, dass Asbeck sich Opel dann mehr oder weniger umsonst einheimst.
Da ist es dann nicht weiter verwunderlich, dass es Widerspruch und negative Äußerungen aus allen Reihen gab, natürlich vorrangig von General Motors selbst. Und prompt hieß es aus den Staaten, „Opel stünde nicht zum Verkauf“.
Auch wenn man sich überlegt, wie diese Transaktion denn überhaupt funktionieren könnte: Solarworld verfügt über keinerlei Erfahrung im Bereich Autobau und würde man damit rechnen wollen, dass Opel sich in einen grünen Elektro-Auto-Konzern verwandeln solle, würde auch das mindestens zehn Jahre in Anspruch nehmen.
So stellt sich dann natürlich auch die Frage, was dann die Angestellten von Opel in der Zwischenzeit tun könnten. Zu Hause sitzen und Solarzellen in Heimarbeit zusammenbasteln? Es sieht auch nicht so aus, als hätte man die Regierung bisher in die Pläne Asbecks eingeweiht, von denen eigentlich niemand so recht weiß, wie sie denn wohl aussehen mögen. Jedenfalls war es nicht anders aus der ziemlich überraschten Stellungnahme des Sprechers des Wirtschaftsministeriums zu verstehen.
Der Aktie von Solarworld hat die Nachricht auch nicht gut getan. Kurz nach Bekanntmachung von Asbecks Plänen wurde der bis dahin sowieso schon fallende Kurs der Aktie nicht im Geringsten abgeschwächt, sondern fiel stattdessen noch weiter ab.
Schon vor ein paar Wochen hatte die Firma um Asbeck herum den Missmut einiger Analysten angezogen, denn da wurde ein Aktienrückkaufprogramms angekündigt, dessen Sinn nie klar wurde und das derweil auch auf Eis gelegt wurde. Betrachtet man sich den Markt genauer, sollte man besser zum jetzigen Zeitpunkt sein Geld auf dem Konto fest zu halten.
Warum macht Asbeck dann solche Ankündigungen? Meiner Vermutung nach ist es wohl ein Ablenkungsmanöver, damit man damit vom schlechten Finanzergebnis bei Solarworld selbst ablenken kann.
Hinzu kommt, dass ein Börsenbrief vor kurzem kolportierte, die Finanzabteilung der Solarfirma habe sich mit einem Schuldschein in unbekannter Höhe, der von einer großen internationalen Bank kam, verspekuliert. Dieser Schuldschein hat angeblich einen Nominalwert von 32,5 Millionen Euro und sei auf Grund eines fehlenden Marktpreises gar nicht zu bewerten. Darum wurde der Schuldschein auf Null abgeschrieben. Jedenfalls spricht da nun niemand mehr davon.
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