Am „Day after“ gibt es richtig Aufregung am Markt
20.Dezember 2008
Die aufsehenderregende Zinssenkung durch die Fed hat an den Finanzmärkten am Mittwoch mächtig nachgehallt. Und gerade der Devisenmarkt erlebte durch diesen Zinsschritt eine echte Furore. Auch an den Ölmärkten ist ja wohl so einiges los?
So konnte der Dax vor dem Hintergrund der intensiven Leitzinssenkung durch die Fed einen starken Start erleben. Leider rutschte er aber im Verlauf des Vormittags am Mittwoch um teilweise bis zu 1,9 Prozent ab. Bis zum Xetra-Schluss war aber eine deutliche Erholung spürbar.
Der Euro konnte einen richtig rekordverdächtigen Sprung in seinem Kurs zeigen: Innerhalb von nur zwei Stunden waren da drei US-Cent Steigerung zu verzeichnen. In ihren Spitzenphasen konnte die europäische Gemeinschaftswährung sogar einen Wert von 1,4436 Dollar verzeichnen. Aber wen wundert der Schwächefall des Dollars dann überhaupt noch?
In der amerikanischen Zinspolitik im Nullzinsbereich lässt die Absicht vermuten, dass die Anleihemärkte nun in der Folge mit Zentralbankgeld geflutet werden. So wird die Stabilität der US-Währung natürlich erheblich gefährdet.
Dann war es auch noch die OPEC-Entscheidung, die für richtigen Wirbel am Markt sorgte. Hier wurde nämlich die größte Förderkürzung seit der Geschichte der OPEC angekündigt und mit dieser Maßnahme wollte man dann die Ölpreise wieder in die Höhe treiben.
Im algerischen Oran traf man sich und dort wurde dann die Vereinbarung getroffen, dass eine Kürzung von 2,2 Millionen Barrel pro Tag – ab dem 1. Januar – den Ölpreis wieder stabilisieren soll. Das waren Werte, die auch die Beobachter bereits vermutet hatten und so war dieses Ergebnis keine große Überraschung, wurde aber trotzdem mit Spannung erwartet. Das letzte Treffen der OPEC hatte das Ergebnis, dass die Kürzung bei 2,0 Millionen Barrel pro Tag liegen sollte.
Russland als zweitgrößtes erdölproduzierendes Land will durch Förderkürzung nach Aufforderung durch die OPEC den Preis nun auch durch diese Maßnahmen manipulieren. Aber die Frage, die bleibt, ist: Werden auch wirklich alle Mitgliedstaaten die Kürzungen in der Konsequenz umsetzen, in der sie beschlossen wurden?
Aber der Ölpreis, der reagierte nur vorübergehend auf die Neuigkeiten. Und bis zum Nachmittag konnte sogar im Vergleich zum Vortag ein Fall von über zwei Dollar auf dann 41,40 Dollar verzeichnet werden. Allerdings war es hier auch eine Belastung der amerikanischen Lagerbestände, die dazu beitrug.
Die Wall Street hatte nach der Rallye am Dienstag dann überwiegend Minuszeichen zu verzeichnen und das mag wohl auch an Morgan Stanley liegen. Der überraschende und hoch ausfallende Quartalsverlust der Bank für das letzte Quartal 2008 wies letztlich einen Fehlbetrag aus, der in Höhe von 2,34 pro Aktie liegt. Analysten waren von einem Verlust ausgegangen, der im Bereich von etwa 0,33 Dollar je Aktie lag. Durch die Bekanntgabe hatte die Aktie von Morgan Stanley dann zunächst einen Verlust von acht Prozent zu verzeichnen, aus dem sie sich aber erstaunlich gut und schnell wieder erholen konnte.
Die Deutsche Bank war im Dax mit einem Abschlag von 8,8 Prozent dann der schwächste Titel. Durch die Tatsache, dass die BNP Paribas aus Frankreich einen Millionenverlust im Investmentbanking eingefahren hatte, wurden die Gerüchte am Markt immer lauter, dass der Primus der Branche im vierten Quartal nun auch einen hohen Verlust melden muss.
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