Die Hypo Real Estate saniert sich durch Jobabbau
25.Dezember 2008
Insgesamt zeigt sich die Hypo Real Estate sehr offen gegenüber der Möglichkeit, wieder ins finanzielle Lot zu finden. Und da sind es dann Arbeitsplätze, die weichen müssen und so die Kosten des Unternehmens deutlich senken. Arbeitsplätze sind eben nach wie vor einer der größten Kostenfaktoren eines Unternehmens. Aber nicht nur hier gibt es wichtige Nachrichten, denn auf den krisengebeutelten Immobilienfinanzierer warten noch Klagen. Die kommen von Anlegern, die Schadenersatzforderungen stellen.
In der Hypo Real Estate ist ein richtig massiver Konzernumbau geplant. Und der Konzernchef lässt verlauten, dass die geplanten massiven Einschnitte beim Personal ein wichtiger Bestandteil der Restrukturierung seien und damit unvermeidlich. Eine Alternative zum Personalabbau werden nicht gesehen, wenn die Bank tatsächlich gerettet werden soll.
Dabei sind rund zwei Drittel der Stellen, die abgebaut werden sollen, im Ausland zu finden. Ob das nun eine wirklich Beruhigung ist, darf in Zweifel gestellt werden. Zudem hat sich die Bank noch von einigen amtierenden Vorstandsmitgliedern verabschiedet. Die haben nämlich durch eine Razzia der Staatsanwaltschaft München unerwünschten Besuch bekommen. Für zwei Vorstandmitglieder bedeutet das einen richtig heftigen Knick in der Karriereleiter, denn sie müssen die Bank verlassen und werden wohl auf eine neue Stelle in ähnlicher Position warten müssen. Zwei weitere Top-Manager müssen auch ihre Stühle räumen. Hier möchte sich die Bank aber zu näheren Umständen nicht äußern und so werden die Niederlegungen dieser Posten mit der Finanzkrise und deren Umständen ziemlich verwaschen erklärt.
Insgesamt ist die Hypo Real Estate aber eben nicht nur durch die Finanzkrise gerüttelt worden. Der Vorwurf der Marktmanipulation, dessen Verdacht sich die Bank nun stellen muss, steht neben dem Verdacht auf falsche Darstellung nach dem Aktiengesetz. Ein harter Brocken, den die Bank da neben der Finanzkrise schlucken muss.
Die Ermittlungsunterlagen bringen wohl schwere Vorwürfe gegen den Vorstand hervor, wie in den Medien inzwischen nach Informationen bekannt wurde. Da hat die Bank, bzw. der Finanzvorstand, noch Ende September bei einer Bankenkonferenz, die in München stattfand, die Position der irischen Tochter Depfa als stabil bezeichnet. Und das vor dem Hintergrund, dass mit der Deutschen Bank schon über die Refinanzierungsprobleme gesprochen worden war. Wenige Tage später befand sich die Hypo Real Estate dann schon vor dem Kollaps – eben wegen jener Probleme mit der Depfa. Die Rettung der als stabil bezeichneten Tochter machte dann Finanzspritzen in Höhe von 50 Milliarden Euro von Banken und Bund notwendig – und die Summe reicht nach neuen Schätzungen längst nicht aus.
Im Moment legt der Konzern gezwungenermaßen die Karten auf den Tisch und verhandelt mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung über die unterstützenden Maßnahmen. Die Gegenleistung der Bank besteht zunächst darin, ein neues Geschäftsmodell auszuarbeiten, damit die Zukunft auch gesichert bleibt. In Zukunft will der Konzern seine Konzentration auf Geschäfte in Deutschland und Europa konzentrieren. Die Trennung von anderen Teilen des Geschäfts wird unumgänglich. Und so sieht sich die Hypo Real Estate Bank dann mit diesem Restrukturierungsprogramm auf dem richtigen Weg in die Zukunft.
Bleiben nur noch die Probleme mit der Staatsanwaltschaft, die gelöst werden wollen.
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