USB und Abgeltungssteuer

25.Dezember 2008

Da aller Voraussicht nach viele Sparer durch die Abgeltungssteuer in Zukunft die Grenze für steuerfreie Kapitaleinkünfte erreichen werden, sollte man sich die Zeit nehmen, und seine Freistellungsaufträge genauer überprüfen. Da die Spekulationsfrist ab 2009 weg fällt und die Dividenden nun voll und nicht mehr nur halb besteuert werden, empfiehlt Baur, sich rechtzeitig um die Überprüfung und gegebenenfalls um die Anpassung der Sparpläne etc. zu kümmern. Wenn keine Freistellungsaufträge erteilt worden sind oder diese vielleicht zu niedrig liegen, werde die Bank im Zweifelsfall viel zu viel an das Finanzamt überweisen. Man kann diese zu viel bezahlten Steuern zwar zurück fordern und erstattet bekommen, aber besser ist es natürlich, von vorne herein den Aufwand und Papierkram zu vermeiden und durch die Überprüfung und Anpassung sämtliche zusätzlichen Schwierigkeiten zu umgehen. Ledige werden ab 2009 dann mit bis zu 801 Euro und Paare bis 1602 Euro steuerfrei bleiben.

Generell ist es ebenso ratsam, Panikkäufe zu vermeiden. Der eine oder andere Finanz- Dienstleister empfiehlt seinen Kunden, auf Fonds- und Kapital- bildende Versicherungsprodukte zu setzen, weil diese dann angeblich frei von der Abgeltungssteuer wären. Jedoch sollten sich die Anleger vor Torschusspanik und unüberlegten Käufen schützen. Oftmals werden die Nachteile dieser Produkte nämlich unter den Tisch fallen gelassen, oder nur unzureichend erwähnt. Die oft angepriesenen Dachfonds könne man tatsächlich zwar in Unterfonds verlegen, aber der Hauptgrund für deren Verkauf sind die Gebühren, die dabei tatsächlich abgezweigt werden könnten. Also sollte man sich überlegen, ob man da nicht lieber die Abgeltungssteuer zahlt, oder sich in eine, durch andere Kosten überteuerte Geldanlage flüchtet.

Die von der USB geplante Zweckgemeinschaft für illiquide und faule Wertpapiere wird, anders als zunächst angedacht nach Bern, und nicht auf die Cayman Islands ausgelagert. Die ersten Planungen verliefen zwar in die andere Richtung, aber nun hat es sich doch alles anders ergeben. So wurde bereits am 16. Oktober veröffentlicht, dass der Bund und die Nationalbank der USB auf diese Weise mit einer Kapitalerhöhung und der Ausquartierung der so genannten „faulen Engagements“ (das sind illiquide Aktive oder Problembelegte Wertschriften) mit 68 Milliarden Franken aushelfen wollen. Dazu war eigentlich gedacht, eine Zweckgesellschaft zu gründen, deren Domizil auf den  Cayman Islands gewesen wäre. Dazu wollte die Nationalbank der USB einen Kredit über fast 54 Milliarden Dollar einräumen, der mit seiner relativ hohen Verzinsung für die Verpfändung dieser „Ramsch- Papiere“ gegolten hätte. Aber nun hat man sich einen Weg überlegt, der dieses Verfahren nun doch etwas vereinfachen wird. Die USB schießt dazu eigenes Kapital mit ein, indem sie eine Option auf den Erwerb der neu zu gründenden Auffanggesellschaft bekommt. Im Gegenzug dazu wird sie die erste sein, die nach vollständiger Rückzahlung des Darlehens der SNB für die faulen USB Aktiven eintreten kann. Das Domizil der neuen Gesellschaft, die also nur für diesen Zweck ins Leben gerufen wird, wird im Schweizerischen Bern sein, an statt der zuerst Angedachten Cayman Islands. Da man damit rechnet, dass die geplante Struktur in beiden Fällen ähnlich liegt, und man nun auch den politischen Gegensprechern dieses Argument nimmt, bleibt man so also lieber im eigenen Land.

 

 

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