Rubel fällt auf tiefsten Stand seit drei Jahren

01.Januar 2009

Die Abwertung des russischen Rubels hält weiter an. Am vergangenen Freitag fiel der Wechselkurs des Rubels um weitere 1,4 Prozent. Damit erreichte die russische Währung den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren. Trotz der weltweit anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise, kündigte die russische Regierung eine weitere Abwertung des Rubels an. Ein Zusammenbruch der Währung wurde allerdings ausgeschlossen.

Seit dem Beginn des Jahres 2008 hat die russische Landeswährung knapp 14 Prozent ihres Wertes verloren. Im Zuge der globalen Finanzkrise hat die Abwertung des Rubels Anfang November dramatisch zugenommen. Der Preis für einen Euro ist mittlerweile auf 40,8 Rubel gestiegen.

Der Kurs der russischen Währung wird nicht wie die europäische Gemeinschaftswährung oder die amerikanischen Landeswährung am Forex-Markt gebildet. In Russland bestimmt die Zentralbank den Wechselkurs und versucht den Wert an die aktuellen Marktverhältnisse anzupassen. Dafür legte die Zentralbank einen Korb auf, an dem sich der Rubel orientieren soll. Der Korb besteht zu 45 Prozent aus dem Euro und zu 55 Prozent aus dem Dollar. Der russische Staatspräsident Dimitri Medwedew sprach von einer flexiblen Währung, die der globalen Finanzkrise besser gewachsen sei. Mit Sorge schauen die russischen Entscheider auf die globale Finanzkrise und befürchten eine Wiederholung der schweren Rubelkrise von 1998. Damals hoben die russischen Sparer fast panikartig ihr angespartes Kapital von den Konten ab. In Folge dessen kam es zu einer gewaltigen Abwertung des Rubels.

Für 2009 erwartet die russische Regierung zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder ein Haushaltsdefizit. Ökonomen gehen von einem Defizit von fünf Prozent und mehr des russischen Bruttoinlandsprodukts aus. Die Gründe dafür werden in den weiter zurückgehenden Einnahmen aus dem Rohstoffhandel und dem fallenden Ölpreis gesehen. Nach einer wahren Explosion der Rohstoff- und Ölpreise, die nach mehreren Jahren etwa Mitte des Jahres ihren Höhepunkt erreichte, folgte ein massiver Preisverfall auf den Rohstoffmärkten. Trotz der wegbrechenden Einnahmen will die russische Regierung auch im kommenden Jahr an den staatlichen Sozialprogrammen weiter festhalten, die im Zuge der starken Wachstumsjahre aufgelegt wurden. Die Regierung gibt sich optimistisch. In den vergangenen Jahren des Wirtschaftsbooms habe der russische Staat genügend Devisenreserven angelegt, um die Krise besser als andere Staaten bewältigen zu können. So jedenfalls heißt es aus dem Kreml.

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