Euro pendelt sich wieder ein
01.Januar 2009
Die europäische Gemeinschaftswährung hat sich zum Beginn des europäisch dominierten Forex-Trades wieder um die 1,40 Dollar Marke eingependelt. Am Dienstag morgen startete der Euro mit 1,4013 Dollar in den heutigen Handel, nachdem er gestern eine wilde Berg- und Talfahrt vollführt hat. Der Dollar startete mit 0,7130 Euro in den heutigen Forex-Trade. Gestern erreichte die europäische Gemeinschaftswährung einen Tageshöchststand von 1,4362 Dollar, bevor er dann am Nachmittag fast drei Cent gegenüber dem Dollar wieder abgeben musste.
Die heftigen Kursschwankungen werden zur Zeit vom dünnen Handel auf den Forex-Märkten begünstigt. Allerdings sind in den letzten Tagen geopolitische Aspekte in den Fokus der fundamental Analysten gerückt. Seit dem Wochenende bombardiert die israelische Luftwaffe Stellungen und Einrichtungen der Hamas im Gazastreifen. Israelis und Palästinenser stellen sich auf einen längeranhaltenden Konflikt ein. Aus Angst vor einem neuen Kriegsausbruch im Nahen Osten sind gestern die Preise für Gold und Öl blitzartig gestiegen.
Nach Einschätzung der israelischen Zentralbank erhöhen die Kampfhandlungen im Gazastreifen die geopolitische Unsicherheit für Israel. Vermutlich werden darunter vor allem die israelische Wirtschaft und der Schekel leiden. Aus diesem Grund beschloss die israelische Zentralbank am Montag ihre Leitzinsen um ganze 75 Basispunkte zu senken. Damit hat das Leitzinsniveau in Israel ein historisches Tief von 1,75 Prozent erreicht.
Die Zinssenkung vom Montag war die mittlerweile fünfte Senkung des Leitzinsniveaus innerhalb von drei Monaten. Grund für die Senkungen war nach Angaben der Zentralbanker die konjunkturelle Sorge um die israelische Wirtschaft. Analysten und Ökonomen gingen von einer Senkung des Leitzinses um 50 Basispunkte aus. Um so größer war dann die Überraschung über die Notenbankentscheidung. Seit dem 7. Oktober 2008 wurde der israelische Leitzins um insgesamt 2,5 Prozent gesenkt, um der israelischen Konjunkturkrise entgegen zu wirken.
Gegenwärtig hat die Bombardierung des Gaza-Streifens noch keine Auswirkungen auf die Beurteilung der israelischen Kreditwürdigkeit. Laut den Experten ist es noch zu früh für eine Beurteilung, ob die schwersten Luftangriffe seit Jahrzehnten makroökonomische Einflüsse haben wird oder nicht. Mehr Einfluss auf die Forex-Märkte übt gegenwärtig die Konjunkturabschwächung der israelischen Wirtschaft, das israelische Haushaltsdefizit, die anstehenden Wahlen und eine mögliche Veränderung der amerikanischen Nahost-Politik nach Einführung des neuen amerikanischen Präsidenten aus.
Der Schekel reagiert auf die Luftangriffe zeitweise mit einem Absturz, konnte sich nach der Leitzinsentscheidung der israelischen Notenbank aber wieder fangen. Inwieweit eine mögliche Bodenoffensive der israelischen Armee im Gaza-Streifen auf die Forex-Märkte hat, bleibt abzuwarten.
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