Hat sich der Euro zum Jubiläum gut etabliert?

02.Januar 2009

Insgesamt kann der relativ junge Euro ja von sich behaupten, schon in seinen recht wenigen Jahren turbulente Zeiten hinter sich gebracht zu haben. Die Reservewährung wird aber inzwischen in der gesamten Welt hoch eingeschätzt, auch wenn Kritiker bezweifeln, dass die Währung für das Wachstum in der Europäischen Union große Einflüsse hatte.

Von Fachleuten wird aber gesagt, dass der Euro wohl eine recht relevante Alternative zum Dollar darstellen soll.

So ganz kurz vor seinem ersten richtigen Jubiläum – zehn Jahre hat der Gute dann schon als Währung hinter sich gebracht – wird der Euro für den Devisenmarkt noch einmal richtig kräftig aufpoliert. Der Referenzkurs der europäischen Gemeinschaftswährung stieg dann am letzten Montag des Jahres noch einmal richtig kräftig an – 1,4270 Dollar waren das Ergebnis. Und damit waren es schon wieder drei Cent mehr, als er vor Weihnachten auf die Waage brachte.

Aber es war eine andere Zahl, die für die Deutschen dann vor zehn Jahren wichtige Bedeutung hatte. Die 1,95583 war es und damit war der Umrechnungskurs bezeichnet, der für die D-Mark zum Euro galt. Es war der Start der Europäischen Währungsunion, der dann das Aus für die D-Mark und auch die elf anderen Währungen mit sich brachte. Damit wurde dann nicht nur das Eurozeitalter eingeläutet – auch die größte Umwälzung des Weltwährungssystems seit dem Zweiten Weltkrieg war damit geglückt.

Auch wenn in der Neujahrsnacht des Jahres 1999 die Sektkorken in Belgien, in den Niederlanden, in Luxemburg, in Frankreich sowie Portugal, Spanien, Österreich, Italien und auch in Irland und Finnland knallen – nicht allen war vor dem Hintergrund der neuen Währung wirklich zum Feiern zumute.

Gerhard Schröder als damaliger Bundeskanzler bezeichnete den Euro sogar sehr abschätzig als eine kränkelnde Fehlgeburt, die dann nicht in blühenden Landschaften, sondern im Verlust von Arbeitsplätzen ihren Weg einnähme. Während Wissenschaftler den Verbund klagten, verweigerten Großbritannien, Schweden und Dänemark den Euro komplett.

Und sogar zehn Jahre nach dem Euro sind die Kritiker mit ihren Stimmen noch immer nicht wirklich völlig verstummt. 320 Millionen Menschen umfasst der Raum der Währung und somit ist das nach China und Indien der größte einheitliche Währungsraum der Welt überhaupt, den der Euro einnimmt. Inzwischen haben sich auch Griechenland, Zypern, Malta und auch Slowenien dazu entschlossen, den Euro als Währung zu akzeptieren und am 1. Januar stößt das 16. Mitglied zur europäischen Einheitswährung dazu – das ist dann die Slowakei. Noch immer warten weitere Staaten auf den Zuschlag.

Die Gründe dafür liegen einfach in der Stabilität, die der Euro mit sich gebracht hat. Für den Euroraum war innerhalb der letzten zehn Jahre eine Preissteigerungsrate von nur knapp zwei Prozent verzeichnet worden. Die fast drei Prozent Inflation im Jahr 2008 gelten als Ausreißer, der durch die stark gestiegenen Energiepreise in der Mitte des Jahres ausgelöst wurde. Und die harte D-Mark hatte in ihren 50 Jahren eine durchschnittliche Inflation von 2,8 Prozent zu verzeichnen – obwohl noch heute einige Verbraucher der alten Währung etwas wehmütig nachweinen.

Aber irgendwie kann der Euro seinen verteufelten Ruf und sein schlechtes Image trotz aller belegbaren Vorteile nicht ganz ablegen.

 

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