Stabilisiert sich der Rand in Südafrika etwas?

02.Januar 2009

Der Devisenmarkt zeigt, dass der südafrikanische Rand im Jahr 2008 zu den absoluten Verlierern gehört hat. Gegenüber dem Euro ist ein Kurs von derzeit 13,33 Euro zu verzeichnen. Dabei hat die Währung in den letzten zwölf Monaten ein Minus von 32,5 Prozent verzeichnen müssen und im Vergleich zum Dollar hat die Währung aus Südafrika mit derzeit 9,423 Rand dann sogar einen Wertverlust von 40 Prozent eingefahren.

Auch wenn zuletzt leichte und sehr zaghafte Stabilisierungsansätze vorhanden waren, die man nicht unterschätzen sollte nach dem absoluten Flop-Jahr des Rand. Da konnte die Währung dann gegenüber dem Dollar zum letzten Wochenanfang des Jahres auf ein Zweieinhalbmonatstief ansteigen. Nicht zuletzt war es der gestiegene Goldpreis, der dazu beigetragen hat. Die Entwicklung des Goldpreises ist für Südafrika schon deshalb so wichtig, weil das Gold zehn Prozent der Weltproduktion aus Südafrika erfährt und damit neben dem Platin für Südafrika wichtigstes Exportgut ist.

Wenn sich der Goldpreis also weiterhin festigen kann und auch der augenblicklich stark stürzende Platinpreis dann wieder einen eingeleiteten Bodenbildungsversuch erfolgreich abschließen kann, dann könnte das auch für den Rand gute Nachrichten bedeuten in Form einer Stabilisierung der Währung.  

Die Bedeutung der Rohstoffpreise für den Devisenmarkt zeigt sich wieder einmal darin, dass allein im Jahr 2008 Ausländer Assets im Werte von insgesamt 73 Milliarden Rand verkauft haben.

Aktuell gibt es aber auch noch andere wichtige Gründe, die gegen den Rand sprechen. Dazu gehört unter anderem die negativ ausgefallene Handelsbilanz. Am letzten Dienstag des Jahres wurde nämlich berichtet, dass sich das Defizit dann im November nicht – wie erwartet von 9,8 Milliarden auf von Analysten erwartete 5,8 Milliarden reduziert hat  - e ist sogar angestiegen auf mehr als 12,1 Milliarden Rand. Für die Leistungsbilanz ist das kein gutes Zeichen, denn die belief sich schon nach dem dritten Quartal 2008 auf ein Minus von 7,9 Prozent – am Bruttoinlandsprodukt gemessen. Das Handelsbilanzdefizit für Südafrika war damit weit größer als bisher angenommen. Auch der Exportsektor hat durch den Verfall von Rohstoffpreisen einen großen Nachteil gehabt – und das zusammen erweist sich als sehr negativ für den Rand.

Ein wirklich bedeutsamer Anstieg des Rand im kommenden Jahr wird somit nicht erwartet.

Auch die vermutlich im nächsten Jahr weiter fallenden Leitzinsen sprechen gegen die bessere Entwicklung des Rand in größerem Umfang. Die Notenbank hat am 11. Dezember zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren ihre Geldpolitik ein wenig gelockert und dann auch weitere Zinssenkungen angekündigt. Der Reposatz erlebte damit eine Senkung um 50 Basispunkte auf jetzt 11,50 Prozent.

Aber es sind noch weitere Zinsschritte nach unten möglich, wenn sich nämlich die Inflationsrate von November 12,1 Prozent dann wie von der Notenbank prognostiziert bis ins dritte Quartal 2009 auf ein Zielband von dann etwa drei bis sechs Prozent reduziert. Die aktuellen Planungen sehen eine durchschnittliche Inflationsrate für das Jahr 2009 bei 6,2 Prozent und für 2010 bei 5,6 Prozent. Die Volkswirte rechnen sich daher für das Ende 2009 einen Reposatz aus, der im Bereich von neun Prozent angesiedelt ist. 

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