Was bringt dem Euro eine Zinssenkung der EZB?

07.Januar 2009

Bis jetzt waren sich die Forex Broker ziemlich einig, dass die Europäische Zentralbank vorerst die Finger von einer neuerlichen Zinssenkung lassen würde. Doch offenbar hat man sich jetzt doch auf diesen Schritt geeinigt, um die Banken dazu zu nötigen, das zu tun, was seit eh und je eigentlich ihr Hauptgeschäft gewesen ist, nämlich die Spareinlagen ihrer Kunden auf der anderen Seite als Kredite in die Wirtschaft zu investieren.

Die Andeutungen dieser Zinssenkung sorgen für kräftigen Wirbel im Forex Handel. Vorübergehend stürzte der Euro kräftig ab, konnte sich allerdings am Mittwoch im Laufe des Tages wieder leicht erholen.

Dieser Trend könnte sich, wäre da nicht das leidige Problem des Lieferstopps beim Erdgas, auch so fortsetzen, denn die Gegenüberstellung der Situation in der Automobilbranche fiel eindeutig zu Gunsten der europäischen Unternehmen aus. Während in Deutschland die Neuzulassungen im Jahr 2008 lediglich um knapp zwei Prozent schrumpften, müssen die amerikanischen Automobilbauer und Fahrzeughändler Absatzeinbußen von über achtzehn Prozent hinnehmen.

Dabei ist es wichtig, bei der Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Situation daran zu denken, dass von den Automobilbauern ein erheblicher Anteil der Industrie abhängig ist. Dabei geht es nicht nur um die Lieferanten der benötigten Metalle und Kunststoffe, sondern auch um die Gewerbebetriebe, die einzelne Bauteile wie Scheinwerfer, Elektronik, Reifen, Scheiben etc. herstellen und liefern. Auch die Speditionen werden von der Lage in der Automobilwirtschaft stark betroffen. Das wird jeden schon selbst deutlich, wenn man sich vor Augen hält, wie viele Autotransporter einem täglich auf den Autobahnen begegnen.

Nicht zuletzt wirkten sich auch die Zahlen vom Arbeitsmarkt und dem Großhandel durchaus stabilisierend aus. Zwar weisen sie steigende Arbeitslosenzahlen und rückläufige Abkäufe aus, doch fielen diese weniger dramatisch aus, als die Skeptiker befürchtet hatten. Hinzu kommt, dass die Zahlen des Arbeitsmarktes in den Monaten Dezember bis Februar traditionell steigen, was zu einem großen Teil dem witterungsbedingten Stillstand im Hoch- und Tiefbau zuzuschreiben ist.

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