Euro erholt sich weiter
21.November 2008
Im Laufe des Devisenhandels am Vormittag, konnte der Euro weiter Boden gegenüber dem US Dollar und dem japanischen Yen gut machen. Damit knüpft er an die recht guten Ergebnisse von heute morgen an. Die schlechten Konjunkturdaten – dieses Mal aus Europa und nicht aus den USA – konnten den Euro nicht aufhalten. Von den einbrechenden Stimmungsindikatoren der europäischen Wirtschaft ließ sich der Euro nicht beeindrucken. Gegen Mittag zeigte sich die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,26 Dollar. Auch gegenüber dem Japanischen Yen konnte sich der Euro behaupten und machte gegenüber dem morgendlichen Ergebnis über 100 Pips Gewinn. Gegen Mittag wurde der Euro mit 119,90 Yen notiert. Unterdessen wurde aus der Eurozone bekannt, dass im November die Stimmungsindizes stark gefallen sind. Die Woche der Rekorde hat auch im Rahmen der europäischen Konjunkturdaten kein Ende gefunden. So befinden sich die Indizes des Verarbeitenden Gewerbes und der für Dienstleistungen auf dem niedrigsten Stand, seit man vor zehn Jahren mit der Datenerhebung begonnen hatte. Auch diese Ergebnisse sind wieder absolute negativ Rekorde. Heinrich Bayer, Forex-Experte von der Postbank, kommentierte es etwas sarkastisch: „Den Blick in die Details kann man sich…fast sparen“. Und weiter: „Das Winterhalbjahr wird böse“. Die Anleger unterdessen haben heute Nervenstärke bewiesen. Statt ins bodenlose abzustürzen, legte die europäische Gemeinschaftswährung nach der Bekanntgabe der Daten noch zu. Für die Experten ist diese Tatsache ein weiterer Beweis dafür, dass konjunkturelle Fundamentaldaten der Wirtschaft gegenwärtig keine Rolle auf den Forex-Märkten spielen. Die Devisenmärkte sind zur Zeit unberechenbar. Wer in eines der Major-Wachselpaarungen wie EURUSD investieren möchte, braucht sich momentan nicht die Frage stellen, welche Daten sich positiv oder negativ auf die eine oder andere Währung auswirken könnte. Derzeit scheint es an den Devisenmärkten nur noch darum zu gehen, wer noch wo und wie viele Vermögenswerte zu veräußern hat, so zumindest die Meinung von einigen verzweifelten Brokern und Analysten. Die Aufwärtsbewegung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken, die man seit gestern auf den Devisenmärkten beobachten kann, hält auch zur Stunde an. Gegen Mittag kostete ein Euro rund 1,54 Schweizer Franken. Gestern senkte die Schweizer Nationalbank den Leitzins um 100 Basispunkte auf 0,5 – 1,5 Prozent. Die Erklärung für diesen Schritt der Schweizer Nationalbank lässt Platz für Spekulationen auf weitere Zinssenkungen. Außerdem verkündeten auch die Eidgenossen eher düstere Perspektiven für die schweizer Konjunktur. Der Inflationsdruck ist in Folge der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise weiter zurück gegangen. Ein Grund dafür sehen die Schweizer im Einbruch der Rohstoffpreise. Dadurch wird einerseits der Inflationsdruck vom Schweizer Franken genommen, andererseits führt dies zu einer Aufwertung der Schweizer Währung, was sich wiederum preisdämpfend auf die Erzeugerpreise auswirkt.
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