Euro am Morgen stabil
15.Januar 2009
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am heutigen Donnerstagmorgen stabil. Der Euro konnte sich von seinen herben Verlusten am Mittwoch im asiatisch dominierten Forex-Trade wieder leicht erholen und pendelte beim Übergang in den europäisch geprägten Devisenhandel um die 1,32 Dollar Marke. Bei Handelsbeginn in Europa notierte der Euro bei 1,3208 Dollar. Am Mittwoch erreichte die europäische Gemeinschaftswährung ein Tief von 1,3093 Dollar. Ausgelöst wurde der Verfall von schlechten Konjunkturdaten aus dem Euroraum sowie von Gerüchten um einen angeblichen irischen Hilferufe an den Internationalen Währungsfonds. Die Senkung der Kreditwürdigkeit Griechenlands sowie die Androhung die Kreditwürdigkeit Spaniens und Portugal genau zu überprüfen, drückte den Euro ebenfalls massiv nach unten.
Am frühen Nachmittag wird die Europäische Zentralbank in Frankfurt ihre neueste Leitzinsentscheidung bekannt geben. In den Vortagen haben sich bereits die meisten Investoren am Markt positioniert und den Euro in eine Abwärtsspirale gestoßen. Die Volatilität am Markt war entsprechend hoch, auch bedingt durch die recht dünne Liquidität, da sich die meisten Anleger mit Investitionen bisher zurück hielten. Analysten rechnen nach der Zinsentscheidung mit einem Rückgang der Volatilität. Am Vormittag wird jedenfalls mit keinen größeren Anpassungen mehr von Währungspositionen gerechnet.
Der Druck auf die Europäische Zentralbank und ihren Präsidenten, Jean-Claude Trichet, ist enorm. Nach der Leitzinsentscheidung wird Trichet auf einer Pressekonferenz die Entscheidung erläutern. Der Markt hat bereits eine Senkung des Leitzinses um 50 Basispunkte auf 2,00 Prozent eingerechnet. Ökonomen und Analysten rechnen fest mit der Senkung. Alles andere wäre eine Enttäuschung aus Sicht der Marktbeobachter, die sich die Europäische Zentralbank wohl derzeit nicht leisten kann.
Die technische Analyse sieht eine Unterstützung des Euros erst bei 1,2870 Dollar, wenn die angepeilte Unterstützung von 1,3081 Dollar nicht halten sollte. Widerstände werden aus technischer Sicht erst bei der Marke von 1,32 Dollar und bei 1,3336 Dollar gesehen. Nach dem Urteil der Analysten ist der Euro derzeit überverkauft. Gegenwärtig können keine Signale für eine Bodenbildung oder zum Kauf der europäischen Gemeinschaftswährung erkannt werden. Am Nachmittag werden in den Vereinigten Staaten die Frühindikatoren der Federal Reserve des Bundesstaates New York und Philadelphia für den Monat Januar bekannt gegeben.
In den vergangenen Tagen suchten die Marktteilnehmer den Dollar vermehrt als vermeintlich sicheren Hafen. Um den Jahreswechsel herum waren viele Investoren in andere Währung geflüchtet unter anderem zugunsten des Euros. Nachdem die enttäuschenden Konjunkturdaten der amerikanischen Wirtschaft den Anlegern die Ernsthaftigkeit einer Rezession der US Ökonomie vor Augen geführt hatte, schichteten viele Investoren ihre Anlagen aus dem Aktienmarkt in den Forex-Markt um. Davon profitiert gegenwärtig der Dollar, obwohl die wirtschaftliche Lage in den USA nicht besser geworden ist. Die Einzelhandelsumsätze für den Monat Dezember sind deutlich schlechter ausgefallen als erwartet wurde. Die derzeitige Stärke des Dollar geht auf Kosten anderer Währung allen voran des Euros.
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