Ist die Aktien-Devisen-Korrelation gestört?

28.November 2008

Am Donnerstag eröffnete der Euro an der Börse bei 1.2915 US-Dollar, obwohl am Mittwoch der US-Handel trotz schwacher Konjunkturdaten dann für den Euro Tiefstkurse von 1.2821 notierten. Der Dollar legte sich gegenüber dem Yen dann Mitte der Woche bei 95.10 fest. Die Carry-Trades konnten insgesamt in der Mitte der Woche als stabil und ambivalent bewertet werden. Die Währunspaarung Euro Yen stellte sich bei 122.80 und die Kombination zwischen Euro und Franken oszillierte bei 1.5485. Die Aktienmärkte legten Anfang der Woche zu, aber nicht der Carry-Trade und auch die Paarung Euro/Dollar konnten von dieser Entwicklung wirklich Profit ziehen. So stellt sich für Fachleute die Frage, ob es Anzeichen geben könnte, dass die Korrelation fester Aktienmarkt ergibt positive Carry-Trades, ergibt wiederum eine positive Euro-Dollar-Entwicklung in ihrer Signifikanz verliert. Aber Korrelationen sind eben immer och Phänomene mit temporärem Hintergrund. China legt sich ins Zeug, denn hier bestimmen Maßnahmenpakete auf weltweiter Ebene, die der Stimulierung der Konjunkturlage dienen sollen, die gesamten Schlagzeilen. Klotzen statt kleckern ist wieder einmal die Devise Chinas, wie auch bei der Arbeit. Die Zentralbank Chinas hat dann in der Mitte der Woche ihren Leitzins eher überraschend gesenkt, und das um 108 Basispunkte und somit 5,58 Prozent. In der Zinspolitik ist hier aus China eine eher aggressive Gangart zu erkennen. Seit elf Jahren ist die letzte Senkung Mitte der Woche eine der aggressivsten gewesen. Weiterhin wurde die Mindestreserve großer Banken noch von 17 Prozent auf nunmehr 16 Prozent herabgesenkt und der Satz der kleinen Banken entsprechend von 16 Prozent auf 14 Prozent an dieses Niveau angepasst. Chinas Kabinett ist darum bemüht, wie aus eigenen Kreisen erklärt wurde, dass zusätzliche Maßnahmen dann die angeschlagenen Strahl-, Auto-, Textil- und Petrochemieunternehmen unterstützen sollen und dass zudem die Lagerhaltung bei wesentlichen Rohstoffen erhöht wird und auch die Ausweitung der Arbeitslosenversicherung betrieben werden soll. Die EU hält mit und so ist das geplante Konjunkturpaket dann von bereits 160 Milliarden Euro auf 200 Milliarden Euro aufgestockt worden. Das bedeutet dann 1,5 Prozent BIP der EU. Deutschland ist hier wohl der Ansicht, dass es sich mit 30 Milliarden Euro genügen kann, wie die Position der deutschen Regierung uns vermittelt. Im Vergleich zur Vollgasversion aus China sind die Veröffentlichungen aus den USA eher im Bereich „steigend besorgniserregend“ einzustufen. Ein Anstieg der Arbeitslosenerstanträge lag damit im November bei 529.000, also eher sinkend zu vorher 543.000, wobei die Erwartungen hier bei 537.000 lagen.  Aber trotzdem ist das aktuelle Arbeitslosenniveau eher ein Spiegelbild für die schwierige Situation am US-Arbeitsmarkt, den ein Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter kollabierte leider verglichen mit dem Monat Oktober um 6,2 Prozent. Hier wurden von Analysten lediglich 3,2 Prozent erwartet. Ein Einkaufsmanagerindex aus Chicago brachte ein Absinken von vorher 37,8 auf 33,8 Punkte. Von Marktbeobachtern war hier der Rückgang auf 36,7 Zähler unterstellt worden. So ist hier ein Tiefstand seit den 1980er Jahren zu verzeichnen. Im Bereich der Produktion, also der Kansas City Fed Manufacturing musste im Laufe des November ein Verlust von –23 auf –31 Punkte verkraftet werden, was dann letztlich den niedrigsten Stand in der bisherigen Historie des Index brachte. Auch weitere Werte aus den USA zeigen sicher eher wenig erfreulich und so lässt sich zusammenfassend sagen, dass das gesamte Szenario den Euro gegenüber dem Dollar derzeit wohl eher favorisiert.

Teile und hab Spaß Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG

Artikel gespeichert unter: Allgemein

Ihr Kommentar

Pflichtfeld

Pflichtfeld, anonym

Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Trackback diesen Artikel  |  Kommentare als RSS Feed abonnieren


Kalender

Mai 2012
M D M D F S S
« Mai    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Forex Werbung

Aktuelle Artikel