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Wer seine Handelsentscheidungen auf Basis der Technischen Analyse trifft, benötigt neben einer leitungsfähigen Chartingsoftware auch Kenntnis um deren korrekten Einsatz. Die Vielzahl der Werkzeuge, die schon Basis-Varianten moderner Software bieten, überfordert gerade Neulinge oft und führt im schlimmsten Fall zu einer teuren Fehleinschätzung. Durch eine falsche Parametereinstellung kann schnell eine trügerische Sicherheit durch vermeintliche Signale entstehen.

Ein weit verbreiteter Fehler beginnt dabei bereits in der Darstellung der Kursverläufe. In den Medien –darunter nicht selten solche mit gehobenem Anspruch – werden Charts häufig durch eine einfache Linie dargestellt. Was bei der Darstellung des Kursverlaufes einer Aktie bereits zweifelhaft ist, verliert im Forex-Tradingalltag jeglichen Sinn: Der Währungshandel findet nicht an einem bestimmten Ort und zu gewöhnlichen Öffnungszeiten statt, sondern erfolgt zwischen den Marktteilnehmern nahezu rund um die Uhr. Ein Linienchart stellt folglich willkürliche Momentaufnahmen der Kurse zu einem beliebigen Zeitpunkt dar.

Besser zur Darstellung – und zur Analyse – eignen sich Candlestick-Charts, die de Kurse eines beliebigen Zeitraumes, zum Beispiel einer Stunde oder einem Tag, in Gestalt einer Kerze dokumentieren. Candlestick-Charts sind in jeder gängigen Börsensoftware enthalten und können auch in sehr kurzen Intervallen dargestellt werden. Die Candlestick-Variante bietet zwei wesentliche Vorteile: Zum einen kann durch die farbliche Hervorhebung schnell ein Bullen- oder Bärenmarkt identifiziert werden, zum anderen werden alle Kursausschläge berücksichtigt, was bei gewöhnlichen Liniencharts nicht der Fall ist.

Ein weiterer und besonders von Anfängern häufig begangener Fehler ist die Verwendung einer linearen Skalierung. Diese führt dazu, dass in steigenden Märkten Bewegungen des Marktes optisch sukzessiv größer ausfallen. Nahezu jede Handelssoftware bietet auch die logarithmische Skalierung an, die sich an den prozentualen Wertveränderungen des Marktes orientiert. Diese ist die einzig plausible Darstellungsform, auch wenn in verschiedenen Medien regelmäßig die lineare Skalierung genutzt wird.

Selbsttäuschung vermeiden

Moderne Börsensoftware ist mit einem sehr umfangreichen Instrumentarium ausgestattet, das in den richtigen Händen die Erfolgschancen deutlich verbessern kann. Falsch eingesetzt, können Indikatoren, Filter etc. allerdings auch zu einer höheren Fehlerquote führen. Nicht selten täuschen sich Anleger dabei selbst, um beispielsweise einen Verlust nicht realisieren zu müssen. So kann ein objektiv gebrochener Aufwärtstrend „am Leben“ erhalten werden, indem die Trendlinie minimal verschoben wird oder ein Indikator durch eine geringfügige Änderung der Parameter ein Longsignal anzeigt. Damit der Einsatz einer Software sich nicht nur für deren Anbieter lohnt, sollten Anleger einige Punkte beachten.

Nicht mehrere gleichartige Indikatoren

Wird der Einstieg in einen Markt durch technische Indikatoren gerechtfertigt, werden meist mehrere davon genutzt – ein Signal wird erst dann definiert, wenn alle Indikatoren dies verlauten lassen. Trader sollten schon bei der Konzeption ihres Handelsansatzes darauf achten, dass die Indikatoren nicht zu eng verwandt sind und stets in die selbe Richtung weisen: Gerade bei einfachen -dadurch aber nicht minder erfolgversprechenden Systemen – werden aufgrund mangelnder Kenntnis um die Existenz anderer Indikatoren häufig zu viele Werkzeuge identischer Gattung eingesetzt. Drei Trendfolger aber eignen sich nicht zwingend als zuverlässige Entscheidungsgrundlage und bedürfen eines Filters.