Tagesarchiv für den 20. November 2008

Wechselkursprung des Euros

Der Euro erlitt am gestrigen Nachmittag einen kräftigen Kursrutsch und konnte sich erst am Abend über der 1,2550 Dollar Marke stabilisieren. Der Seitwärtstrend der Währungspaarung EURUSD auf dem Forex-Märkten hält weiter an. Das Tageshoch der europäischen Gemeinschaftswährung lag bei 1,2817 Dollar bzw. bei 124,12 Japanischen Yen. Ausschlaggebend für das Hoch des Euros war die Bekanntgabe der amerikanischen Verbraucherpreise, die im Oktober stark gefallen sind. Genau genommen handelt es sich um den heftigsten Rückgang seit 62 Jahren. Die Lebenshaltungskosten haben innerhalb eines einzigen Monats 1,0 Prozent nachgegeben. Damit wurden die Prognosen von 0,8 Prozent Rückgang weit übertroffen. Leider waren die Kursgewinne des Euros nicht nachhaltig gewesen, so dass der Wechselkurs in der Spanne von 1,2620 und 1,2547 Dollar pendelte. Eine Erklärung für den Wechselkurssprung haben die Analysten an den Forex-Märkten nicht. Für sie kam der Rückfall nach dem Ausbruch nach oben überraschend. Eine mögliche Erklärung für den Sprung des Euros sehen die Experten in der fehlenden Liquidität auf den Devisenmärkten. Da sich die großen Akteure des Forex-Trade derzeit sehr zurückhalten, reichen bereits kleinere Investitionen von 200 bis 300 Millionen Euro aus, um eine heftige Wechselkursbewegung zu provozieren. Die schwachen Aktienmärkte lösten auf den Devisenmärkten eine Repatriierungswelle aus, die sich in der derzeitigen Schwäche des Euros ausdrückt. Gegenwärtig befindet sich der Aktienmarkt in einer Umschichtungsphase innerhalb aller Anleger-Klassen. Statt Aktien im Depot zu haben, setzen Anleger momentan vermehrt auf bares Geld, den US Dollar und US Staatsanleihen. Einige Analysten empfehlen bei einer kurzfristigen Euro-Rallye Dollar zu kaufen, da die Schwäche des Euros noch etwas anhalten wird. Einige Analysten gehen sogar davon aus, dass der Euro gegenüber dem Dollar noch bis auf 1,2440 US Dollar, eventuell sogar auf 1,2320 US Dollar sinken könnte. Eine Stabilisierung des Devisenmarktes könnte erst bei einem Stundenschluss von über 1,2550 US Dollar eintreten. Am Donnerstagmorgen startete der Euro am asiatisch geprägten Devisenhandel verhalten. Nach dem Ausbruch am Mittwoch, kam der Euro gegenüber dem US Dollar am Morgen weiter zurück.

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Was haben die Solarworld-Aktie und Opel gemeinsam?

Eine große Gemeinsamkeit zwischen der Solarworld-Aktie und dem Opel-Konzern besteht aktuell noch nicht – aber das kann sich schnell ändern. Der Chef des Hauses Solarworld, Frank Asbeck, hat nämlich größer Planungen für die Zukunft. Die zeigen sich dann darin, dass er offensichtlich einen großen Einstieg bei Opel plant. Börsianer sprechen von einem schlechten Scherz – Frank Asbeck meint diesen Plan wohl doch sehr ernst. Ob der Aktie der Einstieg von Solarworld nun wirklich gut tut, das darf getrost bezweifelt werden. Der in Fachkreisen als Sonnenkönig gehandelte Chef des Solarworld Konzern, Frank Asbeck, kündigte nämlich an, ganze vier Opel-Werke aufkaufen zu wollen, was den Papieren Opels einen mächtigen Einbruch bescherte, der sich in einem Rückgang von 16 Prozent auf nunmehr 13,68 Euro zeigte. Vom Jahrestief 2008 in der Höhe von 13,06 Euro ist Opel damit nicht mehr wirklich weit entfernt. Und offenbar ist nun auch fast jedem Börsianer klar geworden, dass Asbeck diese Ankündigung nicht als PR-Gag nutzte – er meint es wirklich ernst mit seinem Einstieg bei Opel. Um den Planungen die Ernsthaftigkeit zu verleihen und auch letzte Zweifler zu überzeugen, ist Asbeck nun bereits zu Gesprächen über sein Übernahmeangebot unterwegs gewesen und sein Weg betraf zunächst die deutschen Opel-Werke in Berlin. Mitte der Woche erklärte Asbeck dann schon auf dem Flughafen Tegel, dass viele Gespräche in der Stadt geplant seien, allerdings wollte er sich über die Gesprächspartner wohl nicht genauer auslassen. Regierungsseitige Überraschung über das Angebot, das mit einer Bundesbürgschaft für Asbeck in Höhe von 750 Mio. Euro einhergeht, war dem Solarworld-Chef damit sicher. Asbeck unterstrich in Berlin noch einmal deutlich die Ernsthaftigkeit seines Angebotes, bei dem er nun auf eine Reaktion von General Motor als Mutterkonzern von Opel erwarte, denn eine Mitgift von rund einer Milliarde Euro soll schon aus den USA fließen. Eine Bundesbürgschaft sei für ihn trotz der Liquidität der Solarworld mit rund einer Milliarde Euro sehr wichtig, denn eigene Aktionäre sollen natürlich nach Information Asbecks abgesichert werden. Die Nachricht, die Asbeck sehr locker und selbstverständlich herüberbringt, wird von Börsianern allerdings als komplizierter betrachtet, hinterfragt man Strukturen. Opel ist nämlich lediglich die europäische Tochter im General Motors Konzern und wenn Solarworld mit seinen Angeboten nun wirklich erfolgreich ins Geschäft geht, werden Strategen die mangelnde Erfahrung von Solarworld im Autobereich wohl eher negativ bewerten. Von General Motors Europe werden generell keine Kommentare abgegeben, informiert ein Marktteilnehmer darüber hinaus. Marktstrategen im Finanzbereich halten das gesamte Angebot für recht unrealistisch, zumal Solarworld so nicht nur den Papieren von Opel, sondern darüber hinaus sich selbst mit einem derartigen Angebot schade, denn Fragen über das gesamte Geschäftsmodell wären eine natürliche Frage, die sich ergäbe. Das ist die Meinung von Experten. Tatsache ist weiterhin, dass Solarworld als einer der größten Verlierer aus dem TecDax hervorgeht und auch andere Solartitel haben deutliche Verluste verschmerzen müssen. So mussten Solon-Aktien ein Absacken von zehn Prozent verkraften und auch die Q-Cells verloren insgesamt sechs Prozent. So macht sich bei Anlegern die Sorge breit, dass die Branche vom aktuellen Wirtschaftsabschwung besonders hart getroffen werde, zumal der gesamte Finanzierungsbedarf im Bereich der Solar-Unternehmen ziemlich umfassend ist. Von Analysten werden für Solarworld schwierige Monate für die Zukunft prognostiziert und das gesamte Solarzellen- und Modulgeschäft kann bedingt durch Überangebot und mangelhafte Berechenbarkeit im Hinblick auf die Vertragssituation im Jahr 2009 in böse Schieflage geraten.

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