Tagesarchiv für den 29. November 2008
Letzten Donnerstag fand in den Vereinigten Staaten von Amerika das allseits bekannte Thanksgiving statt, ein Feiertag, welcher zum deutschen Erntedankfest einige Parallelen aufweist. Dieser findet immer am vierten Donnerstag des Monats November statt. So hat es sich bei den Amerikanern eingebürgert, sich den Freitag als Brückentag frei zu nehmen, um das Wochenende mit ihrer Familie und den meist aus fernen Städten angereisten Verwandten zu verbringen. Einige mögen an dieser Stelle fragen: Aber was hat das mit dem Devisenmarkt zu tun? Sehr viel! Denn, da eine große Zahl der Amerikaner an diesem Wochenende frei hat, werden kräftig Geschenke für Weihnachten eingekauft. Aus diesem Grund ergeben sich zahlen des amerikanischen Einzelhandels, welche meist bereits am Sonntag, spätestens aber am Montag nach dem Wochenende veröffentlicht werden. So werden die Umsätze im Einzelhandel verbucht, was Rückschlüsse auf das Kaufverhalten der Bürger ziehen lässt. Vor allem aber wird die Stimmung der Bevölkerung durch dieses Wochenende hindurch aufgefangen und Zukunftsprognosen erstellt. Ab diesem Zeitpunkt sind die meist vorher veröffentlichten Statistiken über die Stimmungslage der Käufer nicht mehr viel wert, da nun aus den Zahlen die Stimmung genau abgelesen werden kann. Sobald also die tatsächlichen Zahlen veröffentlicht sind, reagieren Börse wie auch der Devisenmarkt sehr empfindlich darauf. Durch etwa die Zunahme der Korrelation zwischen wichtigen Schlüssel-Finanzgebieten der Welt, wird der Devisenmarkt beeinflusst. Dauert der Krisenzustand länger, wird der Devisenmarkt zunehmend unabhängiger von den so genannten Carry Trades. Des weiteren übt auch der Yen derzeit sehr großen Einfluss auf die großen Weltwährungen USD, EURO, GBP und CHF aus. So sind diese momentan sehr abhängig von der zukünftigen Entwicklung des japanischen Yen. Auch übt die Börse ihren indirekten Einfluss auf den Devisenmarkt aus. Da die Börse in den letzten Tagen einem eher eingeschränkte Handel unterlag, könnte sich das diese Woche auf den Devisenmarkt insofern auswirken, dass mehr Leben und Aktion hineingebracht wird.
29. November 2008
Möchte man auch in den lukrativen Handel mit Devisen einsteigen und dabei Profite erzielen, trennen einen meist nur ein paar kleine Schritte davon. Natürlich sollten die Grundbedingungen erfüllt worden sein, also genügendes Eigenkapital, Grundkenntnisse im Devisenhandel und vielleicht ein paar Trockenübungen auf einem Forex Demo Konto. Hat man einige Erfahrungen durch Übungen oder genaue Lektüre gesammelt, kann man ganz einfach einen Forex Account eröffnen und anfangen zu handeln. Zu diese Zweck eröffnet zuerst das Forex Konto, wobei es auf die unterschiedlichen Anbieter und ihre Bearbeitungskosten zu achten gibt. Die Bearbeitungskosten fallen jedoch beim Forex durchschnittlich sehr gering aus und sind die niedrigsten von allen Spekulationsformen. Das Forex Konto an sich ist in ein paar Minuten eröffnet, dazu benötigt es lediglich ein paar persönliche Daten. Nachdem das Konto nun offen ist, wird die gewünschte Geldsumme per Überweisung auf dem Forex Konto eingelegt und schon kann der Handel beginnen. Trotz der im Vergleich zum Aktienmarkt sehr niedrigen potentiellen Verluste, muss nochmal gesagt werden, dass einige gesammelte Erfahrungen vor dem Beginn anzuraten wären. Diese können einige Enttäuschungen und negative Erfahrungen ersparen und den Start in den Forex Raum angenehmer gestalten. Auch ist es ratsam, sich in seiner ersten Zeit im Devisenhandel etwas passiver zu verhalten. Man kann dann Beobachtungen anstellen und sich vorstellen, man würde diese oder jene Währung kaufen, um zu sehen, was passiert wäre. Ist man nach ein paar Tagen bereits sicher und hätte eigentlich bereits Gewinne erzielt, sollte einen nichts mehr daran hindern, aktiv in das Geschäft einzusteigen. Eines sollte man jedoch wie bei allen anderen Arten von Spekulationen beachten. Informationen sind zu Anfang das wichtigste Instrument, welches man besitzt. Ob das nun technische oder fundamentalistische Analysen sind, Botschaften von Großbanken oder Brokern oder neue veröffentlichte Nachrichten von Zentralbanken. Auf alles ist zu achten und alles ist zunächst zu verwerten, bis sich ein persönliches Gespür für jene Informationen entwickelt, welche allein für den eigenen Handel von Vorteil sind. Die Intuition wird mit der Zeit kommen und das Geschäft abermals vereinfachen.
29. November 2008
Der Wechselkurs für die europäische Gemeinschaftswährung konnte am Freitag auch zum Handelsschluss an den europäisch geprägten Devisenmärkten nicht mehr über die 1,27 Dollar Marke steigen. Gegen Ende des europäisch geprägten Forex-Handels kostete der Euro 1,2694 Dollar. Der Referenzkurs für das Währungspaar EURUSD wurde am Freitagmittag von der Europäischen Zentralbank auf 1,2727 Dollar bzw. 0,7857 Euro festgesetzt. Am Vortag wurde der Euro noch mit 1,2900 Dollar bzw. der Dollar mit 0,7752 Euro bewertet. Aufgrund des sogenannten Black Friday in den USA – traditionell der Tag nach Thanksgiving an dem die meisten amerikanischen Arbeitnehmer frei nehmen und für den US Einzelhandel die so wichtige Weihnachtssaison beginnt – gestaltete sich der Devisenhandel am Freitag sehr dünn. Vor allem die hohe Risikoaversion der Investoren scheint den Dollar massiv gestützt zu haben. Außerdem halten sich derzeit viele Anleger zurück, da sie auf deutliche Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank in der nächsten Woche spekulieren. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde seit Freitagmittag von schwachen europäischen Konjunkturdaten belastet. Viele Investoren sehen neben dem Japananischen Yen – der scheinbar sicherer Hafen in jeder Krise – momentan auch den Dollar als sicher an. Und dies auf vor dem Hintergrund, dass sich die Finanzkrise in den USA entwickelte und von dort aus über den Globus verbreitete. Der Dollar scheint nach wie vor bei den Anlegern als sicherer als die europäische Gemeinschaftswährung zu gelten. Die Kursverluste des Euros an den Devisenmärkten vom Freitagnachmittag bewerteten die Analysten vor allem als technische Reaktion. Ausgelöst wurde sie dadurch, dass es dem Euro in der vergangenen Woche nicht gelungen ist, die so wichtige Marke von 1,30 Dollar nachhaltig zu überwinden. Die Seitwärtsbewegung des Euros zwischen 1,25 und 1,30 Dollar hält nun schon seit Tagen an. Viele Investoren haben aus Enttäuschung darüber kurz vor dem Wochenende ihre offenen Positionen glatt gestellt. Die Spekulationen über die erwartete Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank erhöhen den Druck auf den Euro noch mehr. Die Mehrzahl der Experten und Analysten der Devisenmärkte gehen zur Zeit von einer Leitzinssenkung von 50 Basispunkten aus. Realistisch sind aber auch 75 oder gar 100 Basispunkte. Mit dem gegenwärtigen Zinsniveau von 3,25 Prozent hat die Europäische Zentralbank noch einen einigermaßen großen Spielraum gegenüber der amerikanischen Notenbank und deren Ankündigung, die Leitzinsen ebenfalls weiter zu senken. Allerdings liegt in den Vereinigten Staaten der Leitzins bereits bei nur 1,0 Prozent, so dass nicht mehr viel Raum für weitere Senkungen bleibt. In Europa sprechen vor allem die gesunkenen Verbraucherpreise, bedingt durch die rapide gefallenen Energiepreise und dem Ölpreis, für eine massive Senkung der Leitzinsen. Nachdem noch vor einigen Monaten das Gespenst der Inflation sein Unwesen in Europa trieb, haben die neuesten Daten ergeben, dass die Inflationsrate im Euroraum im November auf ganze 2,1 Prozent gesunken ist. Im Vergleich zum Vormonat lag die Rate noch bei 3,2 Prozent.
29. November 2008