Tagesarchiv für den 30. November 2008
Die sogenannten Königsdisziplinen des Handels mit Devisen liegen neben den Futures, Options und auch CFDs. Hier wird professionellen Marktteilnehmern die Möglichkeit gegeben, aber eben tendenziell steigend auf den Privatanlegern, den sogenannten Retail Investoren wirklich interessante Möglichkeiten des Investierens und Tradens gegeben.
Der Forex ist dabei der größte Finanzmarkt mit der größten Liquidität überhaupt und so können besonders in den sogenannten Major Crosses innerhalb sehr kurzer Zeit wirklich große Volumen an finanziellen Mitteln bewegen. Hier zeigt sich auch schon der große Vorteil für die Marktteilnehmer, die dann große Positionen schnell bewegen wollen und müssen. Der Fondsmanager, der in den Aktienfonds als Klassiker managt, benötigt für seine Transaktionen auch bei wirklich hochkapitalisierenden Aktien nämlich mehrere Wochen und genau dieses Zeitproblem stellt sich für die Devisenmärkte bzw. den darin tätigen Hedgefunds eben nicht.
Weiterhin ist es die wirklich enorme Hebelwirkung, die den Devisenmarkt interessant macht. Hier werden die Devisen im sogenannten Margin gehandelt. Daher besteht für diesen Devisenhandel auch eine enorm große Hebelwirkung. Bereits ein geringer Kapitaleinsatz kann dann große Volumina bewegen. Anders formuliert kann man auch sagen, dass der Hebel es erst ermöglicht, an den Devisenkursbewegungen überproportional stark Profit zu schöpfen. So sind hier Hebel bis zu 200 und auch mehr möglich.
Die Folge ist, dass der Trader mit einem Kapitaleinsatz von 1.000 US-Dollar dann eine Devisenposition in der Größenordnung von 200.000 US-Dollar bewegen kann. Daneben fallen dann für die Haltung der Übernachtpositionen Finanzierungsgebühren an und die wiederum richten sich an den Basiszinssätzen der einzelnen Währungen aus und nehmen hier ihre Orientierung. Allerdings sollte der Laie hier im Zusammenhang mit der Finanzierungsgebühr keinem Missverständnis aufsitzen. Auch die sogenannten Knock-Out-Produkte, also Hebelzertifikate, haben in ihrem Gesamtpreis eine Finanzierungsgebühr beinhaltet.
Wichtig ist es zudem zu wissen, dass bei den gehebelten Tradings im realen Handel die mögliche Hebelwirkung niemals wirklich komplett ausgeschöpft werden sollte. Wenn dann der Trade nämlich gegen den Trader verläuft, dann sind auch die Verluste entsprechend gehebelt. Einen effektiven Hebel erreicht man lediglich über die Marginhinterlegung.
Marktbewegung ist das A und O im Devisenhandel und so lässt sich an steigenden und auch fallenden Kursen gleichermaßen profitieren. Sowohl long als auch short – wichtig ist nur, dass der Markt sich wirklich bewegt.
Eine wirklich präzise Orderausführung erfolgt am besten in Realtime. Die Order wird dank Internet per Mausklick am Markt ausgeführt, wobei die Devisenmärkte dann schon in ihrer Effizienz mit den Futures durchaus dem Vergleich standhalten können. Es ist wirklich kein effizienterer Markt in diesem Bereich vorhanden. Da sind dann eben auch alle Tradings auf professioneller Ebene möglich – und die beginnen beim Scalptrading, verlaufen dann über das Swingtrading und gehen schließlich bis zum sogenannten Positionstrading.
Hier gibt es auch kein Gap-Risiko, das sich im Wochenverlauf einstellt. Der Devisenhandel verläuft an 24 Stunden ohne Unterbrechung – Tagesschlusskurse gibt es nicht. Wer wirklich möchte, kann auch nachts traden.
Weil der Wettkampf unter den Forex Brokern inzwischen wirklich hart geworden ist, lassen sich häufig Broker finden, bei denen gar keine oder aber sehr geringe Kommissionen sowie Gebühren am Trade verlangt werden. Hier ist das Einkommen der Broker dann ausschließlich vom Spread abhängig – also der reinen Leistung, die er hinsichtlich der Gewinnerzielung erbringt. Auch Demokonten werden inzwischen von fast allen Brokern angeboten und auch die sogenannten Small- oder Mini-Accounts mit Mindesteinlagen zwischen 1.000 und 5.000 US-Dollar sind für viele Broker selbstverständlich.
30. November 2008
Insgesamt ist die Kursentwicklung bei Devisen durch das auch im sonstigen Handel als Ökonomisches Prinzip des Angebotes und der Nachfrage bekannt. Das heißt dann – Angebot höher als die Nachfrage bringt einen geringen Preis, größere Nachfrage bei einem geringen Angebot eben folglich einen höheren Preis. Ein tiefer Preis ist dann für die Käufer attraktiv- aber eben nur so lange, bis dass dann auch einem bestimmten Kursniveau dann die Nachfrage das Angebot dann wieder übersteigt. Jetzt fängt die Währung dann an zu klettern. Theoretisch kann sich dieses Spiel dann immer wieder wiederholen. So ist letztlich eine Kursbewegung in Wellen zu verzeichnen. In der Profisprache wird diese Wellenbewegung als Votalität oder auch Schwankungsbreite bezeichnet.
Aber wie stellt man denn nun fest, ob der jeweils aktuelle Kurs überhaupt günstig ist und somit eine wirklich attraktive Kaufgelegenheit darstellt. Auch wenn die Antwort für Einsteiger ziemlich kompliziert erscheint – in der Praxis und mit etwas Übung beim genauen Hinschauen ist das nicht schwierig. Der Kurs sollte sich nämlich immer oberhalb oder aber unterhalb eines bestimmten Gleichgewichtes befinden, um Hinweise für die Preissituation zu geben.
Wissenschaftlich ist es dann zum Beispiel die Kaufkraftparitäten-Theorie, die sich genau mit dieser Preisentwicklung beschäftigt und die als einer der ältesten internationalen Ansätze gilt. Hier wird dann davon ausgegangen, dass zwei Währungen sich dann im Gleichgewicht befinden, wenn jeweils gleiche Waren oder Dienstleistungen immer für den jeweiligen Gegenwert dieser Währung erhältlich sind. Die Basis für diese Theorie ist das Gesetz des internationalen Preisausgleichs, das dann im Fachjargon als „Law of One Price“ bezeichnet wird. Hier führt der Kaufkraftverlust dann zur Inflation und damit einer Abwertung der entsprechenden Währung, während die steigende Kaufkraft die Deflation bezeichnet und eine Aufwertung der Währung anzeigt.
Dann gibt es hier in diesem Zusammenhang auch noch die Zinsparitäten-Theorie, die dann wiederum auf der Überlegung basiert, dass Investoren eben dazu neigen ihre Investitionen dort zu tätigen, wo eben auch die höchste Rendite erwirtschaftet werden kann. Der Grund dieser Theorie ist, dass Kapital, das im Inland angelegt wird, dann den gleichen Zinsertrag erwirtschaften muss wie die Investition, die im Ausland getätigt wird – ansonsten währen risikolose Arbitragemöglichkeiten die Folge. Das Beispiel hier sagt, dass eine Zinssenkung für den Anleger einen Wirtschaftsraum und seine Währung dann unattraktiv machen. So wird Geld dort abgezogen und in eine ertragreiche Währung angelegt. Somit folgt ein neues Gleichgewicht, aber eben dann auf niedrigerem Niveau. Die Zinssenkung bewirkt für die betroffene Währung einen Wertverlust, während umgekehrt höhere Zinsen eine Währung attraktiv machen. Nun folgt nämlich ein Gleichgewicht auf höherem Niveau.
Bedingung für die Gültigkeit der Zinspartäten-Theorie ist dann eben die perfekte Substitution der Finanztitel aus dem jeweiligen Inland sowie Ausland und auch ein ungehinderter Kapitalfluss zwischen den entsprechenden Ländern. Auch eine stetige Veränderung des Zinsniveaus zeigt den Gesundheitszustand einer Volkwirtschaft an.
Daneben sind die Einflussfaktoren dann noch die Inflationsrate, die politischen Ereignisse, der Außenhandel und auch Aktivitäten und Spekulationen der jeweiligen Noten- und Zentralbanken durch die künstlich vorgenommenen Eingriffe. Daneben sind es dann noch die Zahlen, die sich aus dem sogenannten Bruttoinlandsprodukt einer Nation ergeben und auch die Arbeitsmarktdaten, die auf den Wert einer Währung erheblichen Einfluss nehmen.
30. November 2008
Trotz der aktuell grassierenden weltweiten Finanzkrise können in Deutschland erfreulicherweise nicht mehr faule Kredite als bisher verzeichnet werden. Insgesamt sagt der Schuldenkompass 2008, dass ebenso die Verbraucher wie auch die Banken sich wirklich verantwortungsbewusst verhalten. Auch wenn Einzelbilder oftmals etwas anderes widerspiegeln, ist es aber in der Realität und objektiv betrachtet so, dass sich die deutschen Schuldner als überwiegend verantwortungsbewusste Schuldner zeigen – egal, ob es die Kreditkarte oder das Handy ist. Dabei sind es die Häulsebauer in Baden-Württemberg, die auch hier mal wieder Bodenständigkeit beweisen. Die Gefahr der Bewohner dieses Bundeslandes, sich zu überschulden, ist hier am geringsten im Vergleich zum gesamten deutschen Raum. Statistisch ist es dann für den Berliner am wahrscheinlichsten, mehr Geld auszugeben, als zur Verfügung steht und damit in das Loch der Überschuldung zu geraten, das für manche Haushalte eben wirklich dramatische Verläufe nimmt. Aber auch die Berliner passen sich trotzdem dem positiven Trend an, denn im Vergleich mit dem Vorjahr 2007 ist auch die Gefahr der Überschuldung messbar gesunken. Der Schuldenkompass der Schufa hat das für das Jahr 2008 tendenziell aufgezeigt. Die Basis für diese Erhebungen sind übrigens rund 65 Millionen Daten, die über die Bundesbürger beim Unternehmen in Wiesbaden zentral gespeichert werden. Damit ist eines klar, was eigentlich aufgrund der aktuellen Nachrichten häufig subjektiv vermutet wird: Die amerikanischen Zustände sind für Deutschland auch weiterhin undenkbar. Auch wenn die Finanzkrise momentan die Wirtschaftswelt durchschüttelt, sieht die Schufa keine Verschlechterung für die deutschen Haushalte für das kommende Jahr 2009. Es ist eben eine Kombination der verantwortungsbewussten Verbraucher und der Banken, die ebenso wohldosiert Kredite herausgeben, die für diese positiven Ergebnisse sorgen. Eine Ausfallquote von Krediten liegt – trotz stetiger Negativnachrichten hinsichtlich der wirtschaftlichen Verhältnisse der Deutschen – trotzdem bei relativ geringen 2,5 Prozent. Ein Wert, der übrigens in den letzten Jahren durchweg konstant blieb und damit im Vergleich zum wirtschaftlichen aktuellen Trend keinen Abwärtsverlauf nahm. Die Entwicklungen, die derzeit aus den USA gemeldet werden, sieht die Schufa für Deutschland nicht. In den USA hatten nämlich auch Bürger mit geringen Sicherheiten regelmäßig Kredite bekommen. Die platzten dann natürlich und brachten somit ihren Anteil an den Problemen auf den US-Hypothekenmarkt. Der deutsche Verschuldungsindex hat ein tendenzielles Nord-Süd-Gefälle, wie auch schon im Jahr 2007. Eine grobe Einteilung bringt damit diese Tendenz, die lediglich drei kleine Ausreißer aufzuweisen. hat. Anzeichen kritischer Verschuldungen sind dann beispielsweise in Hamburg niedriger als in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen. Und Berlin hat eine höhere Gefahr als das umgebende Brandenburg, das nur mittlere Verschuldungsgefahr zeigt. Wie bei den nördlich gelegenen Bundesländer zeigen sich auch Nordrhein-Westfalen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland eher nördlich orientiert, denn hier ist die Gefahr der Überschuldung auch häufiger gegeben. Eine mittlere Gefahr der finanziellen Klemme aufgrund zu hoher aufgenommener Kredite liegt im Bereich Rheinland-Pfalz über Sachsen bis Brandenburg im Osten. Bayern und Baden-Württemberg sind nur gering mit der Gefahr der Überschuldung behaftet. Und ein Highlight aller Millionenstädte ist hier München. Wie auch schon aufgrund des allgemeinen Lebensstatus zu vermuten ist, besteht hier die geringste Gefahr von allen Millionenstädten, die finanziellen Lasten nicht mehr schultern zu können und damit eine Überschuldung akzeptieren zu müssen.
30. November 2008
Auch wenn viele erfahrene Händler das Traden mit Trendlinien als einen Handel in Kinderschuhen betrachten und diese Art des Tradens schon fast als Rückschritt in die Krabbelgruppe des Tradens betrachten, sind es aber manchmal die einfachen und klaren Strukturen, die wirklich Erfolge bringen können. Die Begründung der erfahrenen Händler, das Traden mit Trendlinien zu ignorieren, liegt meisten daran, dass sich die Aktien und Indizes in den letzten Jahren eher weniger in Trends entwickelt haben – ganz im Gegensatz zu den Währungen aber. Warum also gerade als Einsteiger des Marktes wichtige Hilfen ignorieren, die einfach und gut Hilfen bieten können? Insgesamt ist das Traden mit oder auch von Trendlinien und Trendlinienbrüchen ausgehend das A und O der Technischen Analyse, fast schon das kleine Einmaleins. Aber es ist wohl nicht unbedingt zu behaupten, dass genau deshalb dieser Handel deshalb schon ins Museum gehört und das ist auch bei allen Fortschritten in technologischer Richtung noch immer nicht bewiesen. Wer dann zwei Hoch mit einer Linie verbindet, erhält dann die obere Grenze des jeweiligen Trendkanals. Die Verbindung von zwei Tief bewirkt dann die untere Begrenzung des Trendkanals. So können dann Long-Einstiege durch die Berücksichtigung der unteren Begrenzung erfolgen und eben auch umgekehrte Einstiege entsprechend erfolgen. Besonders in den trendstarken Devisenmärkten ist es nicht sinnvoll, diese Methodik dann zu unterschätzen. Wenn sich dann nämlich die Position in den Bereich der Profitzone bewegt, kann der Stopp-Loss an den Bereich des Trendkanals angepasst werden. Die Beachtung von Trendlinien im Forex Trading eignete sich dann ganz besonders gut im den mittelfristigen und langfristigen Bereichen. Der Euro befindet sich übrigens in den letzten Jahren in einem starken Aufwärtstrend gegenüber dem Dollar, was für den langfristigen Erfolg beim Trading mit Trendlinien spricht. Aber auch im mittelfristigen Trading stehen Trendlinien immer wieder für gute Chancen auf entsprechende Profite. Grundsätzlich erfolgt der Einstieg beim Traden mit Trendlinien immer dann, wenn der aktuelle Kurs dann auf eine Begrenzungslinie stößt. So wird der Stopp-Loss dann jeweils ein paar Pips u unterhalb der entsprechenden Trendlinie platziert und dann der Trendlinie folgend einfach nach oben gezogen. Hierbei handelt es sich um den sogenannten Trailing-Stopp. Die Trendkanäle können übrigens auch in Verbindung mit Indikatoren eingesetzt werden. Dadurch können dann Fehlsignale gefiltert werden und somit die gesamte Trefferquote deutlich erhöht werden.
30. November 2008