Tagesarchiv für den 02. Dezember 2008
Der Forex, als größter Devisenmarkt der Welt steht und fällt mit der richtigen Einschätzung des zukünftigen Marktgeschehens. Dabei sollte nichts dem Zufall überlassen werden, denn die richtige Prognose entscheidet über Top oder Flop im Tradinggeschäft.
Die genaue Beobachtung und Analyse des Marktes ist das Mittel um zukünftige Trends richtig einordnen zu können.
Hierbei werden verschiedene Verfahren angewandt.
Für Einsteiger und auch erfahrene Trader, die mehrere Märkte gleichzeitig beobachten, eignet sich die „Technische Analyse“. Hier werden die Marktbewegungen der Vergangenheit ins Auge genommen und mit den hier gewonnenen Daten Prognosen für die Zukunft erstellt.
Dabei sollten zwei entscheidende Grundsätze beachtet werden:
Ein einzelner Faktor kann am Markt alles ändern!
Hier ist es so, dass die aktuellen Kurse bereits alle marktrelevanten Faktoren beinhalten. Es erübrigt sich dabei nach den Gründen zu fragen, da der Kurs bereits alle Ursachen und Gründe in sich hat.
Der Forex ist ein Trendmarkt!
Seit über hundert Jahren ist das prinzipielle Verhalten am Markt fast unverändert. Alte Verhaltensmuster zu bestimmten Vorkommnissen können somit auch auf das aktuelle Marktgeschehen angewandt werden. Studiert man das Verhalten der Kurse in der Vergangenheit zeichnen sich Tendenzen ab, die sich bei bestimmten Ereignissen oder auch regelmäßig wiederholen.
Der Relative–Stärke-Index (RSI), ist eine Möglichkeit der Marktuntersuchung.
Hierbei werden die Auf- und Abwärtsbewegungen des Marktes in einem Bereich zwischen Eins bis Hundert ausgedrückt und auf diese Weise analysiert. Als Richtwert gilt: Ein Index über 70 heißt, dass der betreffende Kurs über der tatsächlichen Markterwartung liegt. Ein Index unter 30 lässt den umgekehrten Schluss zu.
Auch bei der Methode des Stochastischen Oszillators wird der Index von Eins bis Hundert verwendet. Es werden vermehrt die Schlusskurse beobachtet. Bei einem Aufwärtstrend befinden sich die Kurse oberhalb des Kursdurchschnitts, wobei bei einem Abwärtstrend die Kurse unterhalb des Durchschnitts liegen. Diese steigenden oder fallenden Tendenzen werden in ein Indexdiagramm übertragen und mit Hilfe der Stochastischen Methoden analysiert. Anhand dieser Auswertungen erfolgt nun die Identifikation der überkauften und überverkauften Kurse. Mit Hilfe dieser effektiven Aussagen wird nun das weitere Handeln am Markt festgelegt.
Eine weitere Möglichkeit bietet die Fibonacci-Zahlenreihe. Die Summen der letzten beiden Glieder der Zahlenreihe dienen der Berechnung von Korrekturzielen und Kurszielzonen.
Ebenso bei der Wellentheorie findet die Fibonacci-Zahlenreihe Anwendung. Hier werden Wellenmuster erzeugt, Wellenbewegungen analysiert und so Prognosen über künftige Kursentwicklungen getroffen. Auch Lücken im Diagramm, das heißt Unterschiede zwischen dem Anfang und Ende einer Lücke, geben Aussagen über Trendprognosen am Markt.
02. Dezember 2008
Nach dem Übergang in den europäisch geprägten Devisenhandel, steht der Euro stabil über der 1,26 Dollar Marke. Bei Handelsbeginn notierte die europäische Gemeinschaftswährung 1,2625 Dollar pro Euro. Damit startet der Euro in den Forex-Trade am Dienstagmorgen mit fast dem selben Kurs wie er am Abend zuvor den europäisch geprägten Handel beendete. Der Dollar kostete bei Handelsbeginn 0,7921 Euro. Am Montag legte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs für das Währungspaar mit 1,2608 Dollar pro Euro fest. Am Freitag lag der Referenzkurs noch bei 1,2727 Dollar.
Die Analysten erwarten für den heutigen Handelstag eine Konsolidierung der europäischen Gemeinschaftswährung. Allerdings wird nicht mit einer spürbaren Erholung gerechnet. Die technische Situation hat sich für den Euro eingetrübt. Daher wird er von technischer Seite keine Unterstützung erwarten können. Weiterhin gehen die Analysten davon aus, dass auch der Dollar derzeit kaum Rückenwind zu spüren bekommen wird, da heute keine bedeutsamen Konjunkturdaten veröffentlicht werden. Immer noch stehen die Forex-Trades unter dem massiven Einfluss der Aktienmärkte und deren Entwicklung.
Unterdessen hat die Bank of Japan ihr außerplanmäßiges Board-Treffen und die danach anberaumte Pressekonferenz beendet. Die japanische Notenbank lässt vor dem Hintergrund einer drohenden Deflation den Leitzins von 0,3 Prozent unangetastet. Um die japanischen Unternehmen aus der Kreditklemme zu befreien, hat die Zentralbank verschiedene Maßnahmen beschlossen. Künftig akzeptieren die obersten japanischen Währungshüter mehr Firmenschulden als Sicherheit für Geldgeschäfte. Das bedeute für die Unternehmen, dass sie nun auch Schulden vorlegen können, die mit einem Agentur-Rating von BBB bewertet wurden. Mindestvoraussetzungen für Geldgeschäfte waren bisher Bewertungen mit A-Noten.
Als weitere Maßnahme kündigte die Bank of Japan an, neue Geschäfte mit Firmenschulden anzubieten. Der Gouverneursrat der japanischen Zentralbank hofft damit die Liquiditätsnöte der japanischen Unternehmen noch in diesem Jahr zu beheben. Dieser Schritt erscheint der Zentralbank notwendig, dass sich der Zugang zu Krediten durch die weltweite Finanz- und Konjunkturkrise rapide verschlechtert hat.
Die russische Zentralbank hat im Kampf gegen die Inflation und den übermäßigen Kapitalabfluss aus Russland den Zinssatz zur Refinanzierung um einen Prozentpunkt auf 13 Prozent angehoben. Damit hat die Zentralbank in diesem Jahr zum sechsten Mal an der Zinsschraube gedreht. Dabei liegt die letzte Anhebung des Zinsniveaus erst drei Wochen zurück. Das Ziel der russischen Zentralbank ist es, den Anreiz für russische Investoren in andere Devisen zu wechseln zu senken. Seit September diesen Jahres sind die Devisenspekulationen in Russland deutlich gesunken. Mit der Zinssenkung hat die russische Zentralbank auch die weitere Abwertung des Rubels fortgesetzt.
02. Dezember 2008
Hier bieten wir Ihnen einen fundamentalen Einblick in einen Teil der am Forex gängigen Fachsprache. Besonders Forex Einsteiger können sich mithilfe des Einblicks in die Fachsprache eine Übersicht verschaffen, wie gewisse Dinge am Forex Markt bezeichnet werden. So werden vor allem unnötige Missverständnisse ausgeschlossen, die beim Forex ganz sicher fehl am Platz sind. Wie sollte sich auch ein Anleger Neuling auf dem Finanzparkett des Forex bewegen können, ohne die Sprache des Forex zumindest grundlegend zu beherrschen?
Abstauberlimit: Ein Auftrag mit einer deutlichen Preisgrenze.
Abwertung: Wird der Preis einer Währung in Relation zu anderen Währungen geringer, wird von einer Abwertung gesprochen.
Abwärtstrend: Ein Abwärtstrend entsteht, wenn die statistisch dargestellten Hoch- und Tiefpunkte einer Währung während einem Zeitraum deutlich niedriger sind, als es im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum der Fall war.
All-time-high: Diese Bezeichnung bezieht sich auf den historischen Höchstwert einer Währung.
All-time-low: Hier wird im Gegensatz zum All-time-high der historische Tiefstwert einer Währung dargestellt.
Aufwertung: Wird der Preis einer Währung im Verhältnis zu anderen Währungen höher, wird von einer Aufwertung gesprochen.
Baissemarkt: Ein Markt, dessen Preise über längere Zeiträume kontinuierlich fallen.
Bid: Ein am Markt geltender Kurs, zu welchem gegenwärtig Währungen verkauft werden können.
Briefkurs: Ein am Markt geltender Kurs, zu welchem Währungen gekauft werden können.
Broker: Diese sind entweder Unternehmen oder einzelne Personen, deren Hauptaufgabe darin besteht, einen Kontaktpunkt zwischen Anlegern und dem Devisenmarkt herzustellen und den Handel abzuwicklen.
Bullenmarkt: Im Gegensatz zum Baissemarkt ein Markt, der durch steigende Preise über längere Zeiträume gekennzeichnet ist.
Cable: Insider-Bezeichnung für das Kurspaar Sterling/US-Dollar.
Einschuss: Benötigtes Kapital, um einen Kauf oder eine Position absichern zu können(auch Margin genannt).
Fundamental-Analyse: Analyse politischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge, um Prognosen auf künftige Kursentwicklungen begründen zu können.
Gewinn realisieren: Hier wird ein Auftrag erteilt, um ein laufendes Geschäft abzuschließen und somit die Profite abzusichern oder zu realisieren.
02. Dezember 2008
Heute Nachmittag wurde in den USA der ISM Index für das verarbeitende Gewerbe bekannt gegeben. Die Zahlen waren noch weit schlechter als im Vorfeld erwartet wurde. Das derzeitige Niveau ist auf dem tiefsten Stand seit 1982. Die Erwartungen der Forex-Trader an die europäische Gemeinschaftswährung wurden unterdessen voll erfüllt: Der Euro konnte auch von diesen negativen Daten aus den Vereinigten Staaten nicht profitieren. Die Anleger halten sich immer noch zurück und warten auf die entscheidende Sitzung der Europäischen Zentralbank. Von der amerikanischen Notenbank ist unterdessen nicht mehr viel in Richtung Zinssenkung zu erwarten. Die Analysten gehen davon aus, dass der sogenannte Zinsspread zwischen der europäischen und der amerikanischen Währungen wohl eher zusammenlaufen wird. Die konjunkturelle Situation in der Eurozone trübt sich gegenwärtig immer mehr ein, was ebenfalls für ein Zusammenlaufen spricht.
Die europäischen Daten weisen in die selbe Richtung wie die Amerikanischen. Die deutschen Maschinenbauer berichten bereits von einem Einbruch des Auftrageingangs. Im Vergleich zum Oktober 2007 ist der Auftrageingang um 16 Prozent eingebrochen. Die Auslandsaufträge sind sogar noch tiefer eingebrochen. Hier berichten die Maschinenbauer von einem Rückgang um ganze 19 Prozent. Die Inlandsnachfrage ist um zehn Prozent im Vergleichszeitraum gefallen. Die Einkaufsmanager-Indizes aus dem Euroraum konnten ebenfalls nicht überzeugen. Der europäische Einkaufsmanager-Index für die gesamte Eurozone ist im Gegensatz zum Vormonat von 41,1 Prozent auf 35,6 Prozent gefallen.
An den Devisenmärkten dominierten heute vor allem die Nachrichten um die dramatische Abwertung des Chinesischen Yuans. Die chinesische Notenbank senkte heute die Wechselkursbänder in allen Währungspaarungen ab. Damit wurden kurzfristig alle Kurse belastet. Außerdem beherrschten heute weiterhin die Ankündigung der Bank of Japan die Forex-Trades. Die Bank setzte für morgen eine außerordentliches Board-Treffen an. Danach soll es eine Pressekonferenz geben, die kurz vor dem Start des europäisch geprägten Devisenhandels liegt. Zum Inhalt ist bis jetzt nichts bekannt. Eine weitere Senkung des japanischen Leitzinses wird jedoch nicht erwartet. Experten befürchten sonst eine Beeinträchtigung des kurzfristigen Geldmarkts. Nach der Leitzinssenkung der Bank of Japan um 20 Basispunkte Ende Oktober, liegt das Leitzinsniveau zur Zeit bei 0,3 Prozent.
02. Dezember 2008