Dort wird es für die Forex Broker schon zehn Uhr morgens interessant, denn dann werden von der Europäischen Zentralbank die Wettbewerbesindikatoren aus der Eurozone veröffentlicht. Eine Stunde später werden die Daten des Arbeitskostenindexes der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Noch interessanter für den Forex Handel sind die zeitgleich zur Veröffentlichung anstehenden Statistiken zur Industrieproduktion des Wirtschaftsraumes der Europäischen Union. Hier wird sich zeigen, ob der Euro den am Donnerstag eroberten Boden weiter ausbauen kann oder ihn nach miesen Statistiken wieder hergeben muss.
Doch auch der Nachmittag wird für die Forex Broker sehr angespannt werden. Gleich nach Öffnung der New Yorker Wall Street wird sowohl die Umsatzstatistik des amerikanischen Einzelhandels als auch die Entwicklung der Erzeugerpreise für November 2008 bekannt gegeben. Glaubt man den sich über Umsatzrückläufe beschwerenden amerikanischen Händlern, dann dürfte vor allem die Einzelhandelsstatistik sehr negativ ausfallen, was dem Euro im Forex Trading kräftigen Rückenwind in der kaufmännischen Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Dollar bescheren dürfte.
Gegen sechzehn Uhr wird es noch einmal spannend, denn da werden aus den Vereinigten Staaten die Lagerbestände und die von der Universität Michigan erhoben Statistiken zur Verbraucherstimmung der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Da die Verbraucherstimmung in unmittelbarem Zusammenhang mit den Einzelhandelsumsätzen steht, ist hier bei übereinstimmend negativen Eindrücken ein weiterer Einbruch des Amerikanischen Dollar im Forex Trading anzunehmen.
Auch aus Kanada kommen interessante Zahlen, die sich nicht nur auf die kanadische Währung auswirken dürften. Gegen 14.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit werden dort die Statistiken über die Neuwagenverkäufe im Oktober und die Auslastung der Industrie im dritten Quartal an die Presse weiter gegeben. Auch diese Wirtschaftsdaten können und werden Auswirkungen auf den Amerikanischen Dollar im Forex Handel kurz vor dem Wochenende haben.
12. Dezember 2008
Position – als Position wird das Nettogesamtengagement einer bestimmten Währung bezeichnet.
Aufgeld – übersteigt der Forward – oder Future- Kurs den Spot- Kurs, dann beschreibt dieser Begriff diesen Differenzbetrag.
Kurstransparenz – jeder Marktbeteiligter hat gleichen Zugang zum Markt und dessen Angebote.
Angebot – dieser Marktpreis dient als Indikator und nur zu Informationszwecken.
Kurs – Händler definieren an Hand des Kurses einer Währung den Bezug auf eine Andere.
Widerstandskraft – dieser Begriff, üblicherweise verwendet bei der technischen Analyse, zeigt ein bestimmtes Kursniveau an, aus dem die Analyse folgern kann, dass die Leute wahrscheinlich verkaufen werden.
Aufwertung – ist der Anstieg beim Wechselkurs für eine Währung, durch Zentralbankintervention. Die Aufwertung ist das Gegenteil zur Abwertung.
Risiko – eine Exponierung in Bezug auf bevorstehende unsichere Veränderungen, das Risiko wird oft mit der negativen Konnotation sich schlecht auswirkender Veränderung benutzt.
Risikomanagement – Finanzanalyse und gewisse geschäftlichen Techniken bedienen sich des Risikomanagements, um die Gefährdung durch verschiedene Risikotypen vorherzusehen, einzuschätzen, zu reduzieren und/ oder zu kontrollieren.
Rollover – das Rollover ist ein Prozess, bei dem die Abrechnung eines Geschäfts auf einen anderen Valutatag geschoben wird. Entstehende Kosten dieses Prozesses basieren auf der Zinssatzdifferenz der beiden involvierten Währungen.
Abrechnung – bei der Abrechnung geht die vollendete Transaktion in die Bücher und Akten der Kontrahenten über. So kann die Abrechnung von Währungsabschlüssen den tatsächlichen physischen Austausch einer Währung für die andere umfassen, muss es aber nicht.
Short-Position – ist eine Anlageposition, die durch Rückgang des Marktkurses profitiert.
Devisenpreis – der Devisenpreis ist der aktuelle Marktkurs. Die Abrechnung von Kassa – Transaktionen geschieht üblicherweise innerhalb von zwei Geschäftstagen.
Spanne – die Spanne ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkursen.
Sterling – das Englische Pfund wird umgangssprachlich als Sterling bezeichnet.
Stopp- Loss- Order – Bei diesem Order-Typ ist es so, dass eine offene Position automatisch bei einem bestimmten Kurs liquidiert wird. Sie werden häufig zur Verminderung des Risikos von Verlusten bei Marktbewegungen gegen den Stand des Anlegers genutzt. Zum Beispiel: ein Anleger geht long an 156,27 USD an, könnte er einen Stopp- Loss- Order bei 155,49 setzen. Damit würden Verluste begrenzt, wenn der Dollar möglicherweise unter 155,49 rutscht.
Support-Ebenen – bezieht sich auf eine Technik, die bei der technischen Analyse verwendet wird. Sie zeit eine bestimmte Kurshöchst- und –Niedrigst- Grenze an. Auf diese Weise kann sich ein eingegebener Wechselkurs automatisch selbst korrigieren. Die Support- Ebenen sind das Gegenteil von Widerstandskraft.
Swap – Ein Devisen- Swap ist der zeitgleiche Verkauf und Kauf des identischen Betrags einer bestimmten Währung zu einem festgelegten Terminwechselkurs.
Technische Analyse – man versucht dabei, Preise durch Marktanalysen vorherzusagen. Historische Kurstrends, Kursdurchschnitte, offene Zinszahlungen, Volumen etc. werden dort mit einbezogen.
Tagesgeld, vom nächsten Tag ab laufend (Tom/ Next) – das gleichzeitige Kaufen und Verkaufen einer Währung für ein Liefergeschäft am darauf folgenden Tag.
Transaktionskosten – die Kosten für das Kaufen oder Verkaufen eines Finanzinstruments nennt man Transaktionskosten.
Abschlusstag – bezieht sich auf den Tag, an dem ein Handelsgeschäft abgeschlossen wird.
Umsatz – alle ausgeführten Transaktionen in einer bestimmten Zeitspanne ergeben einen gesamt Geldwert, der den Umsatz ausmacht.
Höhernotierung – wird eine neue Kursnotierung zu einem höheren Kurs als die vorherige Notierung gewertet, ist dies eine Höhernotierung.
12. Dezember 2008
Nie zuvor hat die Regierung der USA mehr Geld für die Rettung einer Bank zur Verfügung gestellt. So hätte man dies als neuen Höhepunkt in der Finanzkrise verstehen können, jedoch führte es am Montag zu einer denkwürdigen Ralley. Mit einem rekordnahen Plus von 10,3 Prozent haussierte der Dax und der L- Dax trennte sich von einigen Punkten und stieg ab auf 4.502,13 Punkte, nachdem sich der Hochschwung an der Wall Street etwas gelegt hatte. Bereits Freitag hatte es sich abgezeichnet, dass die anstehende Ernennung des New Yorker Fed- Chefs Timothy Geithner zum künftigen US-Finanzminister richtig gehend für eine Schlussralley sorgen würde. Barack Obama, der ab dem 20. Januar 2009 als der neue US-Präsident amtieren wird, hatte bereits am Wochenende ein Konjunkturprogramm angekündigt, von dem er sich verspricht, dass es 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze im Zeitraum von zwei Jahren schaffen soll. Medienberichten zu Folge soll das Programm bis zu 700 Milliarden Dollar schwer sein.
Einst war die US- Bank Citigroup die größte Bank der vereinigten Staaten, und ihre Aktie haussierte ihre Aktie in New York mit einem Plus von bis zu 72,4 Prozent. So hatte der Dow-Jones-Titel allein in der letzten Woche rund 60 Prozent seines Wertes verloren, jedoch versucht die Regierung der vereinigten Staaten die Bank mit Bürgschaften, die sich auf bis zu 306 Milliarden Dollar belaufen, zu retten. Des Weiteren gibt es eine weitere kräftige Finanzspritze von 20 Milliarden Dollar. Als Gegenleistung für die Bürgschaften und die Kapitalhilfe erhält der Staat Citigroup- Vorzugsaktien in Höhe von 27 Milliarden Dollar, die mit acht Prozent verzinst sind. Schon vorher einmal hatte der Staat 25 Milliarden Dollar in die strauchelnde Bank gesteckt. Zwar hatte die Citigroup erst Freitag noch behauptet, es sei eine starke Kapital- und Liquiditätsbasis vorhanden und die Regierung bräuchte nicht um weitere Hilfen gebeten werden, jedoch schien das dann am Montag niemanden zu stören.
So nahm der Devisenmarkt das weitere Ausufern der Staatsverschuldung in den USA sehr wohl zur Kenntnis. Der Euro schaffte es bis zum Abend mit über zwei US-Cent auf 1,2870 Dollar zu steigen. In der Zwischenzeit hat die US-Regierung mehr als eine Billion Dollar zur Minderung der Krise eingesetzt. So wurde durch den schwachen Dollar auch den Ölpreis wieder auf den Plan gerufen. Leichtes US-Öl sprang mit seiner Notierung wieder über die Marke von 50 Dollar und schloss am Abend dann bei 53,50 Dollar für das Barrel.
12. Dezember 2008
Analysen und auch Politikwissenschaftler prognostizieren das die Finanzkrise noch nicht zu Ende ist und weitaus schlimmer, das bereits die nächste in bedrohliche Nähe rückt. Einige dieser Politikwissenschaftler diskutieren die Begebenheiten derzeit am Otto – Suhr – Institut mit welchen Konsequenzen wir zu rechnen haben durch die andauernde Finanzkrise. Auch wird dort diskutiert wie sich die Folgen wohl auf den Kapitalismus ausüben werden. Einige denken, dass eine globale Bankaufsicht sich hier positiv auswirken könnte. Denn auch wenn Europa fast einheitlich eine Währung hat haben wir die Finanzkrise dadurch nicht gebannt, sondern sogar noch mit hervorgerufen. Die Politikwissenschaftler sagen es sei lachhaft zu glauben, dass es dann global einen Unterschied machen würde. Viele wissen gar nicht das es bereits sei 1810 zu regelmäßigen Finanzkrisen kam und zwar alle neun Jahre. Diese Krisen scheinen da immer wiederkehrend ein fester Bestandteil des Produktionsprozesses, welcher von kapitalistischer Natur ist. Seit es Finanzmärkte wie den Forex gibt, werden lediglich die Verluste bzw. auch die Risiken neu verteilt während einer solchen Krise. Um wieder zu einem Gleichgewicht zu kommen, behaupten viele Experten, dass diese Krisen hin und wieder sein müssen in kapitalistischen Ländern. Bislang gab es ca. 20 Krisen, 13 davon wurden in England bzw. Großbritannien und den USA ausgelöst. Dort ist es nämlich sehr häufig der Fall, dass Unternehmen und Firmen über einen der Finanzmärkte finanziert werden. Das jetzt der Staat eingreift, beruhigt vielleicht die Menschen ein wenig jedoch ist es lediglich der bekannte Tropfen auf den heißen Stein. Angeblich jedoch haben sich Regulierungen bereits verhindern lassen indem man die Wallstreet mit politischen Entscheiden zusammen gebracht hat, somit existieren die alten Strukturen von früher dort schon mal nicht mehr. Auch den Steuerzahlern solle man eine Gegenleistung dafür geben, dass er die Banken mit gerettet hat. Natürlich muss man auch sehr positiv sehen das es nicht mehr nur die großen Industrieländer sind die mit an einem neuen Finanzplan arbeiten dürfen sondern auch weitaus kleinere Länder. Nach dem Washingtoner Kipfel kamen jedoch nur unzureichende Resultate zum Vorschein. Nach jeder Krise wird immer wieder nach nicht genutztem Kapital gesucht, nach dem letzten Mal war es das Kapital aus der Immobilienbranche. Wo das hingeführt hat, dürfte hinlänglich bekannt sein. Derzeit sucht man eher auf der Basis der Emissionszertifikate. Die Gründe der Krise liegen wohl ganz klar in den Ungleichgewichten der verschiedenen Finanzmärkte. China versucht durch den deutlich erhöhten Ankauf von Anleihen gerade aus den USA seine eigene Währung möglichst niedrig zu halten, dies löst dann natürlich einige weiterführende Resonanzen aus. So dass die Zinsen der USA auf ein noch nie so niedrig gewesenes Niveau herab fielen, so kam es dann auch zur Immobilienkrise. Die Hilfsprojekte helfen auch nur für den Augenblick, um die Krise wirklich gut zu bekämpfen muss man sich an die Symptome machen. Diese wiederum liegen an keinem Finanzmarkt, sondern beim jeweiligen Staat selber. Das es wirklich einen Bankenregulierer geben wird, bezweifeln viele der Experten denn die einzelnen Staaten sind noch lange nicht so weit diese art von Kompetenzen einfach abzugeben. Solange jedoch die Symptome nicht bekämpft werden, wird es immer wieder Krisen geben. Spätestens also wieder in 9 Jahren.
12. Dezember 2008