Tagesarchiv für den 13. Dezember 2008
Der Chef der Bundesbank hat sich vor dem Hintergrund der global fallenden Leitzinssätze geäußert, dass eine lockere Geldpolitik als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise ein folgenschwerer Fehler sein könnte. Ein Vordringen der Zinssätze in bislang unbekannte Bereiche könnte sich als gefährlich erweisen, wird da vermutet.
Der Leitzins lag in seiner Untergrenze bisher immer bei zwei Prozent – und dort befand er sich seit der Mitte 2003 bis zum Ende 2005. Und wenn dieses Niveau unterschritten würde, wäre eine negative Auswirkungen auf die Realzinsen eher wahrscheinlich – wird aus der Bundesbank verkündet. Und so soll eine weitere Senkung einfach sinnvoll vermieden werden.
Am vergangenen Donnerstag wurde dann eine absolut rekordverdächtige Zinssenkung durchgeführt, die bei einem dreiviertel Prozentpunkt lag. Damit befindet sich der Leitzins aktuell innerhalb der Währungsunion bei einem Wert von 2,5 Prozent. Und von der Bundesbank wird klargestellt, dass Planungen für weitere Zinssenkungen im Januar aktuell noch nicht spekuliert werden sollten – auch wenn grundsätzlich Offenheit für weitere notwendige Schritte besteht.
Das Argument liegt schlicht darin, dass unsere Geldpolitik eben keinem Automatismus unterliegen soll. Und somit entsteht in der Führungsriege der Bundesbank im Moment nicht der Eindruck, dass neue Einschätzungen des geldpolitischen Spielraums bis Mitte Januar erforderlich sind. Und der Spielraum soll nach Meinung von Experten definitiv vorhanden sein – der Ansicht sind viele Top-Notenbanker der Euro-Region. Der Spielraum der Zinspolitik soll kurzfristig problemlos genutzt werden. Aber eine Normalisierung der Wirtschaft sollte dann auch umgehend eine Normalisierung des Zinsniveaus mit sich bringen, ist die Ansicht der Spitze der Bundesbank.
Auch der finnische Notenbank-Gouverneur vertritt eine zinspolitische Ansicht, die in diese Richtung abzielt und auch in Finnland wird eine Erhöhung des Leitzinses auf Normalniveau umgehend nach der Erholung der Wirtschaft angestrebt.
Das ist auch eine normale Reaktion auf einen Aufschwung, dass die Heraufsetzung des Leitzinsniveaus betrieben wird. Der Hintergrund liegt darin, dass so die Inflationsgefahr reduziert werden soll. Und hier soll aus den Erfahrungen der Vergangenheit profitiert werden, denn dem letzten Aufschwung folgen nach Meinung von vielen Experten die Zinserhöhung viel zu spät.
Liegen darin vielleicht schon dir Grundlagen für aktuell tobende Finanzkrise?
Dieser Ansicht sind Experten jedenfalls. Die Europäische Zentralbank und auch andere Notenbanken haben die Krise mit einer starken Ausweitung der Liquidität für Banken sowie den Zinssenkung beantwortet. Und allein die Europäische Zentralbank hat seit Anfang Oktober dreimal die Zinsschraube abwärts gedreht. Das ist eine Kappung von insgesamt 175 Basispunkten.
Dagegen wurde der Schlüsselzins im Juli um einen viertel Prozentpunkt erhöht, damit die Kreditwirtschaft so über frisches Geld verfügen konnte. Die Begründung seinerzeit war die Preissteigerung, die sich bei Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Öl ergeben hatte.
Nun hat aber die Rezession einen deutlichen Einbruch der Ölpreise in großen Teilen der Welt mit sich gebracht. Der Teuerungsdruck ist also verschwunden und Ökonomen wagen sich vor und behaupten, dass die Preise auch für längere Zeit und auf breiterer Ebene fallen könnten. So könnte dann auch eine für die Konjunktur schädliche Deflationsspirale ausgelöst werden.
Diese Auffassung wird aber von der Spitze der Bundesbank nicht geteilt. Hier wird eher an das Szenario einer Disinflation geglaubt – die dann sinkende Teuerungsraten, oftmals sogar im Nullbereich, mitbringt. Der dauerhafte Rückgang des Preisniveaus, wie er für die Deflation typisch ist, scheint dort eher ausgeschlossen zu werden.
Auch aus der Führungsriege der Bundesbank werden aber Befürchtungen laut, dass die Belastungen der Konjunktur länger und intensiver anhalten könnte, als bisher befürchtet. Aber dieses ist einfach aktuell nicht die Basis der Zinsvereinbarungen und eine Entwicklung, die richtige Entscheidungen in der Zukunft bei Eintreten der Ereignisse mit sich bringt.
Wie allgemein verkündet, wird auch bei der Bundesbank das Jahr 2010 als Beginn der verbesserten weltweiten Konjunkturlage angesehen.
13. Dezember 2008
Wen die Fed Anleihen auf dem Markt bringt, die nicht seitens des Fiskus Unterstützung finden, dann ist sie damit den Verläufen des Marktes gnadenlos ausgesetzt? Könnten solche Schuldtitel dann global erhöhte Risiken mit sich bringen? Bedenklich betrachten die Händler des Devisenmarktes diese Entwicklungen, denn durch derartige Aktionen besteht das Risiko, dass die Geldpolitik in ihrer Effektivität vermindert wird oder gar stark beeinflusst wird.
Das Finanzministerium hat die Emission namentlich durch die Notenbank eingestellt und die Schuldtitel könnten damit vermutlich im Rückschluss unerwünschte Risiken bescheren – das sind die Befürchtungen, die Fachleute hinsichtlich dieses Themas aussprechen.
Aktuell ist es zwar nur ein Versuchsballon, der als Modell losgelassen wurde und der Kongress hat damit noch die Möglichkeit, die Zustimmung hierzu zu verweigern. Das Argument wäre damit einfach und logisch nachvollziehbar, denn die Verminderung der Staatsverschuldung könnte durch diese Maßnahmen unerwünscht ausgehebelt werden.
Aber hier sind Befürchtungen berechtigt, dass eben die Verweigerung der Zustimmung nicht erfolgt. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass gesetzlicherseits schon früher seltsame Strategien ihren Segen erhalten haben.
Dabei ist wirklich bedenklich, dass im Falle der handelbaren Schuldtitel, die auf den Markt gelangen sollen, deren Preis wiederum zum Gütesiegel für die Geldpolitik werden könnte. Und auch wenn der Staat hier bei den Schulden dann explizite Garantien bietet – die Kurse derer könnten aber doch die Stimmung des Marktes deutlich widerspiegeln?
Erfahrungsgemäß wurden auch andere sicher erscheinende Rentenpapiere bereits zu Renditen gehandelt, die eben die Treasury-Bonds klar übersteigen, sich dabei aber teilweise noch wesentlich volatiler zeigen. Zu denen gehören dann Bankanleihen, die über einen staatlichen Einlagensicherungsfonds gedeckt werden und Ach die Schulden von Fannie Mae sowie Freddie Mac – die inzwischen definitiv als US-Bundesbehörden gelten.
Und gleiches könnte dann eben auch für Fed-Bonds gelten, auch deshalb, weil die Zentralbank eben nicht über die Macht verfügt, Steuern zu erhöhen, um dann damit einen effektiven Schuldendienst gewährleisten zu können.
So müssen Anleger also folglich die Bilanz von Fed kontrollieren. Deren Volumen hat sich übrigens im letzten Jahr deutlich mehr als nur verdoppelt. Die Risikoeinschätzung der Titel wird dann gegen die Entwicklung abwägen gegen die Möglichkeiten der Fed, trotz stetig steigender Reserven dann Mittel am Markt aufzunehmen.
Wenn die Fed aber Strategien verfolgt, die Verluste mit sich bringen – und der Plan, dass Kredite an Unternehmen vergeben werden, die wiederum Sicherheiten aus Konsumentenkrediten verwerten oder aber das Rettungspaket, das der American International Group zur Verfügung gestellt wurde – dann steigt damit auch folglich die Risikoprämie für die Papiere der Fed.
Und so können auch vorschnell gefällte Urteile hinsichtlich der monetären Strategie die Effizienz der Politik der Fed stark reduzieren und darüber hinaus auch die Entscheidungen beeinflussen. Wenn der Rentenmarkt dann trotz sinnvoller Ansätze in politischer Hinsicht sein Urteil mit Daumen nach unten abgibt, könnten Zweifel hinsichtlich der Bereitschaft der Fed entstehen, dass Entscheidungen auch wirklich durchgesetzt werden – gerade dann übrigens, weil nämlich höhere Risikoprämien eben auch künftige Kosten der Finanzierung der Fed deutlich erhöhen.
Die Geldpolitik ist aber doch in einem wesentlichen Anteil abhängig von psychologischen Einflüssen – und hier könnte vielleicht ein wirklich ernstes Problem entstehen?
Stimmungs-Indikatoren über die Politik der Fed sind bereits vorhanden und die sind in einigen deutlichen Teilen auch durch technische Einflüsse gelenkt worden. Und auch hier liegt der Teufel dann wieder einmal im Detail, denn wenn die Ressourcen der Fed bereits unter Druck stehen und das Aufgabengebiet dann noch erhöht wird, dann ist die rote Flagge, die dem Markt an die Hand gegeben wird, und mit der Anleger dann winken können, fast schon eine übermütige Angelegenheit.
13. Dezember 2008
Kaltstarts vermeiden: Plan und Disziplin sind im Forex-Trade von großer Wichtigkeit, aber allein reichen sie nicht aus. Was ein erfolgreicher Anleger noch braucht, ist vor allem Wissen. Wer sich auf Dauer erfolgreich auf dem Forex-Markt bewegen möchte, sollte vor dem Einstieg eine umfassende Lern- und Beobachtungsphase vorschieben. Der Devisenhandel gilt als Königsdisziplin und langfristig Geld zu verdienen ist nicht einfach.
Zunächst sollte sich der Interessent mit der Thematik eingehend beschäftigen und sich so das nötige Wissen aneignen. Dazu ist es notwendig, dass man die technischen Abläufe, die Einflüsse auf die Kursbildung am Forex-Markt, die Charttechnik usw. kennt und beherrscht. Bücher oder Anleitungen im Internet schaffen die Basis für den Devisenhandel. Wer aber auf Dauer erfolgreich handeln möchte, sollte sein Wissen jedoch auf mehreren Gebieten vertiefen. Vor allem die Charttechnik ist ein sehr wichtiges Tool, dass unerlässlich für den kurzfristig orientierten Trade ist.
Wenn man sich das theoretische Wissen angeeignet hat, dann geht man weiter zur Marktbeobachtung. Dafür sollte sich der Anleger viel Zeit nehmen und die Bewegungen der Währungskurse über den Tag verteilt genau beobachten. Ziel ist es, ein Gespür für den Markt zu bekommen. Hier ist vor allem Interessant, wie die Wechselkurse auf bestimmte Konjunkturdaten reagieren. Von großen Interesse sind auch die Zeiten der stärksten Marktbewegungen und die Unterschiede zwischen den einzelnen Kurse. Der Anleger kann sich in dieser Lernphase bereits eine erste Strategie entwickeln. Anhand der Beobachtung kann er dann feststellen, ob seine Strategie erfolgreich gewesen wäre oder nicht.
Die dritte Lernphase sollte durch ein Demokonto bestimmt werden. Hier kann der Anleger kostenlos mit virtuellem Geld aber unter realistischen Bedingungen die erste Schritte wagen, Strategien entwickeln und ausprobieren. Auch wenn es sich hier nur um virtuelles Geld handelt, sollte man bereits hier schon ernsthaft an die Sache rangehen, ganz so als wäre es echtes Geld. Daher ist bereits ein planmäßiges Vorgehen mit Setzen von Kurszielen und Stopp-Loss-Marken ratsam.
Selbsteinschätzung: Interessant ist, dass viele Investoren sehr erfolgreich handeln, wenn es sich um virtuelles Geld handelt. Wenn allerdings reales Geld investiert wird, stellt sich überraschenderweise Misserfolg ein. Hier kommt die Psychologie wieder ins Spiel. Sobald es um echtes Geld geht, spielen Emotionen wie Gier und Angst eine große Rolle beim Forex-Trade. Auch beim Umstieg auf kleinere Ordergrößeren – was überhaupt zu empfehlen ist – zeigt sich dieses Phänomen. Ein Trick kann dabei helfen, nicht in die Falle zu tappen: Der Gewinn bzw. der Verluste beim Trade sollte nur in Pips betrachtet werden. Eine Umrechnung in Euro löst Emotionen aus, die soweit es geht zu vermeiden sind bzw. kontrolliert werden sollten.
Der Forex-Trade hat viel mit Psychologie zu tun. Deshalb ist es gut zu wissen, wie man selbst in verschiedenen Situationen reagiert. Es ist ratsam sich vorher kennen zulernen, statt beim Devisenhandel seine Reaktionen erst zu erfahren. Unter Umständen kann so eine Selbsterfahrung sehr teuer werden. Hat man sich bereits vorher über Reaktionen in gewissen Situationen gemacht, fällt es wesentlich einfacher sich darauf einzustellen und entsprechend zu handeln. Ratsam für jeden privaten Anleger ist, sich bereits vorher einige wichtige Fragen zu stellen: Möchte ich mit oder gegen den Trend setzen? Welche Verlustgröße bin ich bereit auszuhalten? Und was mache ich, wenn mehrere Trades hintereinander misslingen?
Aber alle Vorbereitung auf Forex-Trades können eines nicht ersetzen: Erfahrung. Es ist ratsam immer dafür offen zu bleiben, sein eigenes Verhalten zu analysieren und zu verändern. Genauso sollte man seine Strategie und sein System an die eigene psychische Voraussetzung anpassen, denn es kann schnell einmal sehr heiß her gehen. Wer dann einen kühlen Kopf behält und zum richtigen Zeitpunkt die Notbremse ziehen kann, ist auf der sicheren Seite.
13. Dezember 2008
Dafür sorgte ein Artikel, den die „New York Times“ am Donnerstag veröffentlichte. Der Inhaber der Madoff Investment Securities LLC wurde am späten Abend des Donnerstags festgenommen. Madoff, der in der Darstellung der eigenen Firma mehr Transparenz der Finanzmärkte und damit auch des Forex Trading fordert und einst an der Spitze der NASDAQ stand, hat unzählige Anleger um ihr Geld betrogen.
Derzeit kann ihm die Finanzaufsicht nachweisen, dass er mehr als fünfzig Milliarden Dollar in betrügerischer Absicht an sich gebracht hat. Offenbar hoffte er, dass die aus dem über viele Jahre aufgebauten Schneeballsystem stammenden Gelder an der Börse mit Großspekulationen mehren könnte. Doch seine Rechnung ging in dem Moment nicht mehr auf, als einer der Anleger misstrauisch wurde und seine Einlagen komplett zurückforderte. Die sieben Milliarden des Kunden stehen dem Unternehmen nicht mehr zur Verfügung.
Interessant ist, dass dieser riesige Betrugsfall ausgerechnet von seinen beiden Söhnen den Ermittlungsbehörden gemeldet wurde. Obwohl offenbar nachweisbar ist, dass sie bis zu dem Zeitpunkt, als Madoff Senior ihnen seine Betrügereien offenbarte, nichts davon gewusst hatten, wollen sie für die Unternehmenspleite nicht verantwortlich sein. Die 50 Milliarden Pleite von Madoff LLC wiegt in den Zeiten einer ohnehin weltweiten Finanzkrise doppelt schwer, denn von den Milliarden sind offenbar nur noch wenige Millionen übrig geblieben.
Die vollen Auswirkungen dieses Betrugsfalles dürften die Börsianer erst am Montag zu spüren bekommen. Die Experten im Forex Trading gehen davon aus, dass der Amerikanische Dollar dadurch heftig ins Rutschen kommen könnte, denn unter den Anlegern bei Madoff LLC finden sich auch viele Firmen, die hofften ihr Vermögen dort vermehren zu können. Sie sind teilweise mit sehr hohen Summen betroffen, so dass davon auszugehen ist, dass dieser gewaltige Betrug weitere Firmenpleiten nach sich ziehen dürfte.
13. Dezember 2008