Tagesarchiv für den 20. Dezember 2008

Einsteiger beim Dax sind kein Verlust für diesen

Es gab einen großen Tausch in der Aktienliga. Während Beiersdorf und Salzgitter in die erste Liga aufsteigen durften, mussten Continental und Hypo Real Estate raus aus dieser. Und der Tausch tat gut – sowohl dem Index als auch den Anlegern.

Die Absteiger und Einsteiger stellen somit für den Dax keinen wirklichen Verlust dar. Während Conti nämlich schon seit über einem Jahr gedrittelt hat, verlor die Hypo Real Estate mehr als 90 Prozent. Weil aber die beiden letztlich auf ein ziemlich geringes Indexgewicht zusammengeschrumpft waren, hat sich der Verfall dann allgemein überhaupt nicht mehr deutlich bemerkbar gemacht.

Insgesamt ist die Zukunft von HRE aber sehr unsicher – und selbst hartgesottene Spekulanten zurück, die zunächst auf eine Wiederbelebung der Bankenbranche gesetzt hatten, können nun interessante Wendekandiaten anvisieren, die dann von Commerzbank bis zur Deutschen Bank reichen.

Und die Aussteiger im Dax, insbesondere Beiersdorf, konnten sich in den letzten Monaten mehr als nur gut halten. Da wird sich wohl auch bis zur kommenden faktischen Aufnahme, die dann am 22. Dezember stattfindet, nicht mehr viel dran ändern. Und bis dahin sollten indexorientierte Fonds und Großanleger ihre Transaktionen bereits abgeschlossen haben und somit dann die beiden Aktien den Sonderstatus als Newcomer im Dax schon verloren haben.

Das könnte dann, wie in vielen Fällen zuvor, einen Rückgang bedeuten. Über Beiersdorf schwebt ja auch noch immer der Ruf, dass hier einer der wenigen und dafür langfristigen Wachstumswerte in Deutschland besteht. Und das galt schon zu der Zeit, bevor der Begriff in der Technik-Hausse in den 1990er Jahren überhaupt Einzug gehalten hatte.

Allerdings muss auch Beiersdorf sich im Jahr 2009 auf ein hartes Leben vorbereiten. Das hat zweit Hintergründe. Der eine liegt in der Chemiekonjunktur, die derzeit einen steilen Verlauf nach unten nimmt und bei der Branchenexperten den Tiefpunkt erst im Jahr 2010 ansetzen.

Zudem ist Beiersdorf stark vom Konsum abhängig. Und da kann man wohl inzwischen einhelliger Meinung sein, dass der sich im Jahr 2009 eindeutig reduzieren wird. So ist es letztlich für die Aktie aktuell eher ein Nachteil, dass sie derzeit ein KGV von nahezu 20 hat. Da ist zu vermuten, dass das Papier von Beiersdorf im Jahr 2009 eher schwankt als rapide zuzulegen.

Und hier liegt dann auch der Vorteil für Salzgitter. Dieses Papier dürfte nämlich, aktuellen Einschätzungen folgen, eher zu einem echten Spottpreis gehandelt werden. Anleger rechnen hier ganz offenbar schon den deutlichen Abschwung der Stahlkonjunktur mit herein. Da sind die Restrisiken schon stark begrenzt. Weil auch die Bilanzen solide sind und die Dividende gut ausfällt, ist es ein beliebtes Papier.

So sind beide letztlich für den Dax ein echter Gewinn und bieten dem Index damit die Chance auf mehr Stabilität. Zudem sollten sie auch in den kommenden Monaten von ihrem Bonus, ein Einsteiger zu sein, nicht allzu viel abgeben müssen.

Somit sind die Einsteiger für den Dax kein Verlust – eher ist hier ein Gewinn im Hinblick auf die Stabilität der Werte zu sehen. 

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Am „Day after“ gibt es richtig Aufregung am Markt

Die aufsehenderregende Zinssenkung durch die Fed hat an den Finanzmärkten am Mittwoch mächtig nachgehallt. Und gerade der Devisenmarkt erlebte durch diesen Zinsschritt eine echte Furore. Auch an den Ölmärkten ist ja wohl so einiges los?

So konnte der Dax vor dem Hintergrund der intensiven Leitzinssenkung durch die Fed einen starken Start erleben. Leider rutschte er aber im Verlauf des Vormittags am Mittwoch um teilweise bis zu 1,9 Prozent ab. Bis zum Xetra-Schluss war aber eine deutliche Erholung spürbar.

Der Euro konnte einen richtig rekordverdächtigen Sprung in seinem Kurs zeigen: Innerhalb von nur zwei Stunden waren da drei US-Cent Steigerung zu verzeichnen. In ihren Spitzenphasen konnte die europäische Gemeinschaftswährung sogar einen Wert von 1,4436 Dollar verzeichnen. Aber wen wundert der Schwächefall des Dollars dann überhaupt noch?

In der amerikanischen Zinspolitik im Nullzinsbereich lässt die Absicht vermuten, dass die Anleihemärkte nun in der Folge mit Zentralbankgeld geflutet werden. So wird die Stabilität der US-Währung natürlich erheblich gefährdet.

Dann war es auch noch die OPEC-Entscheidung, die für richtigen Wirbel am Markt sorgte. Hier wurde nämlich die größte Förderkürzung seit der Geschichte der OPEC angekündigt und mit dieser Maßnahme wollte man dann die Ölpreise wieder in die Höhe treiben.

Im algerischen Oran traf man sich und dort wurde dann die Vereinbarung getroffen, dass eine Kürzung von 2,2 Millionen Barrel pro Tag – ab dem 1. Januar – den Ölpreis wieder stabilisieren soll. Das waren Werte, die auch die Beobachter bereits vermutet hatten und so war dieses Ergebnis keine große Überraschung, wurde aber trotzdem mit Spannung erwartet. Das letzte Treffen der OPEC hatte das Ergebnis, dass die Kürzung bei 2,0 Millionen Barrel pro Tag liegen sollte.

Russland als zweitgrößtes erdölproduzierendes Land will durch Förderkürzung nach Aufforderung durch die OPEC den Preis nun auch durch diese Maßnahmen manipulieren. Aber die Frage, die bleibt, ist: Werden auch wirklich alle Mitgliedstaaten die Kürzungen in der Konsequenz umsetzen, in der sie beschlossen wurden?

Aber der Ölpreis, der reagierte nur vorübergehend auf die Neuigkeiten. Und bis zum Nachmittag konnte sogar im Vergleich zum Vortag ein Fall von über zwei Dollar auf dann 41,40 Dollar verzeichnet werden. Allerdings war es hier auch eine Belastung der amerikanischen Lagerbestände, die dazu beitrug.

Die Wall Street hatte nach der Rallye am Dienstag dann überwiegend Minuszeichen zu verzeichnen und das mag wohl auch an Morgan Stanley liegen. Der überraschende und hoch ausfallende Quartalsverlust der Bank für das letzte Quartal 2008 wies letztlich einen Fehlbetrag aus, der in Höhe von 2,34 pro Aktie liegt. Analysten waren von einem Verlust ausgegangen, der im Bereich von etwa 0,33 Dollar je Aktie lag. Durch die Bekanntgabe hatte die Aktie von Morgan Stanley dann zunächst einen Verlust von acht Prozent zu verzeichnen, aus dem sie sich aber erstaunlich gut und schnell wieder erholen konnte.

Die Deutsche Bank war im Dax mit einem Abschlag von 8,8 Prozent dann der schwächste Titel. Durch die Tatsache, dass die BNP Paribas aus Frankreich einen Millionenverlust im Investmentbanking eingefahren hatte, wurden die Gerüchte am Markt immer lauter, dass der Primus der Branche im vierten Quartal nun auch einen hohen Verlust melden muss.

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Die Kürzung der Ölförderung und die Auswirkungen

Die Förderkürzungen, die die OPEC beschlossen hat und die im historisch einmalig hohen Bereich liegen, haben aber auf den Ölmarkt nur einen kurzen Eindruck hinterlassen können. Auch wenn die Produktion nun gedrosselt werden soll – der Ölpreis tritt gnadenlos und konsequent weiterhin seinen Rückwärtsgang an – nach eben einer kleinen Phase des Beeindruckens.

Das Fass WTI-Rohöl liegt schon wieder unter einem Preis von 40 Dollar. Es sind unter anderem die steigenden Lagerbestände in den USA, die einen erhöhten Druck auf die Preise ausmachen. Und so ist trotz des Beschlusses der OPEC der Ölpreis wieder gefallen.

Im asiatischen Handel fiel das Barrel Leichtöl aus Amerika um 15 Cent auf damit nun 39,91 Dollar. Und hier ist der tiefste Preis seit Jahren erreicht. Die negativen Konjunkturaussichten des Marktes sind es, die stärker beeindrucken, als es die Entscheidungen der OPEC im Moment können. Das ist die Meinung, die Beobachter des Marktes vertreten.

Die OPEC hatte auf dem Treffen am Mittwoch den Beschluss gefasst, dass die Produktion um 2,2 Millionen Barrel täglich gedrosselt wird und das ab dem 1. Januar. Die Förderländer haben ihre ehemaligen Ankündigungen damit noch um zehn Prozent überschritten und so hat sich nun die größte Kürzung der Geschichte der OPEC ergeben.

Die OPEC ist an der weltweiten Ölproduktion mit insgesamt einem 40 prozentigen Anteil beteiligt. Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass einzelne Mitglieder der OPEC dann in Zeiten des knappen Geldes auch mehr Öl gefördert und verkauft haben, als das dem OPEC-Schlüssel entsprechend hätte getan werden dürfen. Als Resultat auf diese eigenmächtige Erhöhung der Produktions- und Verkaufsmengen ist das Ölkartell in den letzten Monaten schon zweimal aktiv geworden und hat die Produktion gesenkt. Aber der Preisverfall konnte nicht mehr gestoppt werden.

Vom Markt insgesamt ist eine Reaktion auf die Schritte der OPEC nahezu ausgeblieben. Während alle derzeit versuchen, die Weltkonjunktur zu retten, tut die OPEC anscheinend genau das Gegenteil. Der Ölpreis könnte nach Expertenmeinung noch weiter fallen und das bis auf 35 Dollar.

Echten Druck für den Ölpreis bringen die Lagerbestände, die in den Usa vorhanden sind. Die sind nämlich stärker als bisher angenommen angestiegen.

Verglichen mit der Vorwoche haben die Lagerbestände an Rohöl in den USA eine Steigerung von 0,5 Millionen Barrel auf 321,289 Millionen Barrel erfahren, während Analysten lediglich von einem Anstieg ausgegangen waren, der bei etwa 0,2 Millionen liegt.

 

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