Tagesarchiv für den 26. Dezember 2008

Staatseinnahamen und Steuern

2008 scheint trotz der Finanzkrise recht gut für Deutschland auszusehen, am Ende des Jahres werden wohl 23,6 Milliarden an Euros mehr in der Staatskasse sein als noch im Jahr zuvor. Dieses Geld kommt hauptsächlich aus den Steuereinnahmen. Damit könnte man ein Unheil abwenden und die Konjunktur weitaus stabiler gestalten. Zum Beispiel könnte es eine Möglichkeit sein, dass die Einkommenssteuer gesenkt wird. Berichte über die Steuereinnahmen werden immer wieder korrigiert, da die Zahlen wohl weiter nach oben gehen werden als die Finanzexperten dachten. Auch die Haushalte welche öffentlich sind, können sich dieses Jahr freuen, bleiben ihnen doch 7,4 Milliarden mehr als noch Anfang dieses Jahres prognostiziert. Weitere 0,9 Milliarden folgen dann am Anfang des kommenden Jahres. Die Verteilung dieses Geldes ist jedoch eher unfair aufgeteilt. Die einzelnen Gemeinden werden sich wohl über weitere 5,7 % an Einnahmen freuen, 2009 sind es immerhin noch weitere 3,3 Milliarden. Die einzelnen Länder haben ein Plus von 1,6 Milliarden, was sich jedoch bereits im kommenden Jahr ändern wird, denn dann werden die Einnahmen um 0,3 Milliarden Euro sinken. Der Bund sieht sich eher als Verlierer des Ganzen denn der Bund bekommt wenn überhaupt 0,4 Milliarden an Steuereinnahmen zusammen. Durch die voranschreitende Konjunktur fehlen dem Bund im kommenden Jahr 2.2 Milliarden Euro. Diese Zahlen sind gegensätzlich zu den Prognosen die noch im Mai aufgestellt wurden und lassen den Finanzminister durchaus zur Vorsicht mahnen. Bislang war es immer so das sowohl Gemeinde, als auch Bund und sogar Land entweder gemeinschaftlich untergingen, oder aber sich über erhöhte Steuereinnahmen freuen konnten, dies ist das erste Mal das dieser Fall nicht in Kraft tritt. Der Grund hierfür liegt in der Aufkommensentwicklung von Einzelsteuern. Immer mehr Menschen melden Gewerbe an und seien es nur kleine Gewerbe, auch die haben ab einem gewissen Punkt Gewerbesteuer zu zahlen. Dies kommt dann der Gemeinde zu Gute. Immerhin kommen hier rund 42,2 Milliarden Euro bei Rekordjahren zu Stande. Dies bedeutet ein Plus zum Vorjahr von 5,2 %. Nachdem es zur Reform der Unternehmenssteuer kam es zu der Verbreiterung der Bemessungsgrundlage im Bezug auf die Gewerbesteuer. Firmen müssen demnach nun auch Steuern auf ihre Miete, Leasingraten und Schuldzinsen zahlen. Das schlimme daran ist das selbst wenn ein Geschäft oder eine Firma ein schlechtes Jahr hatten, sie durchaus Steuern zahlen müssen eventuell sogar erhöhte Steuern. Hierauf wurden die Finanzminister zwar hinlänglich hingewiesen, haben sich jedoch nie dazu geäußert oder aber schon gar nicht Veränderungen angestrebt. Die Körperschaftssteuer ist hingegen abhängig vom Gewinn hier bekommt eine Hälfte das Land und eine Hälfte fließt in die Kasse des Bundes. Da die Umsätze dieses Jahr knallhart zurückgegangen sind, bekommen Bund und Land natürlich auch weniger Geld. Dies wird sich auch 2009 nicht sonderlich ändern. Die Einkommenssteuer ist noch differenzierter aufgeteilt. 42,5 % gehen an den Bund an die Länder geht die gleiche Summe und der Rest wird den Gemeinden zugewiesen. Hier wird erwartet, dass einiges an Geld zusammen kommt denn es wurden mehr Menschen eingestellt und genauso winkte bessere Bezahlung, dies wird sich wohl auch im kommenden Jahr so weiterentwickeln. So kann man durchaus in naher Zukunft auf eine Steuersenkung hoffen.


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Die Finanzkrise und der Freitaler Verein

Die Freiburger haben sich ein eigenes Mittel gegen die Finanzkrise ausgedacht, denn dort hat man sich überlegt, dass die Wirtschaft im eigenen Gebiet durch Regionalgelder in Schwung gebracht werden soll und man so ohne Zinsen oder Hinzuziehung von internationalen Firmen einen Weg zum Aufschwung gefunden hat.

So gründete sich kurzerhand ein Verein, der Freitaler-Verein. Man trifft sich im „Cafe Domino“ im Freiburger Stadtteil Oberlinden. Jens Mannheim, Verena Walter und Johannes Weiermann stehen dort und präsentieren die wie Geldscheine anmutenden „Freitaler“; die neue Währung im Freitaler Verein, die nun in feierlicher Runde präsentiert und den etwa 30 Freunden und Vereinsmitgliedern vorgestellt werden, damit diese die neuen Scheine dann auch kennen lernen und wissen, was sie zukünftig damit tun können.

Unter den Gästen zum Beispiel ein junger Mann mit Piercings und längeren Haaren, der meint, dass die Veränderung der Gesellschaft beim Geld anfangen muss. Nicht weit von ihm eine Dame der CDU, die den Freitaler gut für die kleineren Betriebe findet, die die Konkurrenz von der grünen Wiese fürchten. Ein älterer Mann meint dazu, dass die Finanzkrise eindeutig zeigt, dass das Finanzsystem, wie wir es bisher kannten, am Ende ist.

Es gibt bereits mehrere solcher „Alternativwährungen“, die zwar regional begrenzt, jedoch nicht ohne Erfolg sind. Sie orientieren sich mehr oder weniger an der Freigeld- Lehre des deutsch- argentinischen Kaufmanns Silvio Gesell. Beliebt und bekannt geworden hauptsächlich in christlichen und anthroposophischen Kreisen haben diese „Währungen“ auch bei den Linken und im unternehmerischen Mittelstand ihre Anhänger und bekommen nun, im Licht der Finanzkrise, auch aus anderen Bereichen mehr Anhänger und Aufmerksamkeit.

„Währung kommt von dem, was währt“ zitierte Johannes Weiermann, und fügt auch noch hinzu, „was währt, sind die realen Dinge“. So sieht es auch Verena Walter, denn sie findet den Freitaler „einfach realer und greifbarer als der Euro“. Da der Freitaler eine „handfeste“ Sache sei, würden durch ihn Kontakte geknüpft, fügt die Kauffrau hinzu, die eine Medien- und Entertainment Agentur betreibt. Weiermann ergänzt dazu, dass er Geld als eine Gemeinschaftsinstitution sieht. Da jedoch mittlerweile die Marktwirtschaft von Kapitalismus überwachsen sei, bräuchten wir neue Grenzen, denn meint er. Und so trägt der Freitaler- Verein auch den ganz treffenden Slogan: „Unsere Region, unsere Wirtschaft, unser Geld“.

Funktionieren soll es folgendermaßen: Man bekommt für 100 Euro 110 Freitaler. Diese kann man dann benutzen, um im Cafe zu bezahlen, die Elektrikerrechnung zu begleichen oder im Bioladen einzukaufen. Da der Preis real der des Freitalers entspricht, bekommt der Kunde also 10 % Rabatt bei den angeschlossenen Gewerbetreibenden. Und mittlerweile machen schon 28 Partner an diesem Projekt mit.

Will man jedoch seine Freitaler in Euro zurück tauschen, zahlt man 10 % Abschlag. Auf diese Weise soll die regionale Geldzirkulation unterstützt werden. „Internationale Firmen und Handelsketten, die das Geld von der Region weg in andere Länder oder Gebiete abfließen lassen, können mit dem Freitaler dann ja nichts anfangen“ sagt Walter, der die „regionale Identität“ zum Beispiel durch große Handelsketten in Gefahr gebracht sieht.

So setzt der Freitaler auf die Kundenbindung, fügt Jens Mannheim hinzu, der den Master zur „Gestaltung nachhaltiger Geldsysteme“ an der Gaia Fernuniversität gemacht hat. 

 

 

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