Monatsarchiv für Dezember, 2008
Die amerikanische Landeswährung setzt ihren Abwärtstrend weiter fort. Analysten und Marktteilnehmer erwarten daher weiter voltagile Forex-Märkte gegenüber dem Dollar. Vor allem am gestrigen Donnerstag schaffte es der Dollar sich gegenüber dem Euro und dem Britischen Pfund Sterling wieder etwas zu erholen. Seit Ende letzter Woche war der Dollar in einen Abwärtstrend geraten und erreicht mit einem Stand von 1,4716 Dollar pro Euro seinen tiefsten Stand seit etwa zweieinhalb Monaten. Auch gegenüber dem Japanischen Yen erreichte der Dollar ein 13-Jahres-Tief. Gegenüber dem Britischen Pfund Sterling konnte der Dollar gestern jedoch ordentlich zulegen und schloss bei 1,5120 Dollar mit gut 500 Punkten gegenüber dem Ausgangswert bei Handelsbeginn. Die Analysten sind der Meinung, dass viele Marktteilnehmer immer noch die kräftigen Leitzinssenkungen der amerikanischen Notenbank auf Null bis 0,25 Prozent verdauen müssen.
Die Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten zeigten gestern eine kleine Verbesserung an, denn die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sank in der vergangenen Woche um 21.000 und erreichten damit einen Stand von 575.000 Arbeitslosen. Das Vorwochenergebnis hatte den höchsten Stand seit 26 Jahren erreicht gehabt. Die amerikanische Wirtschaft ist zur Zeit in einer schweren Krise gefangen.
Nach den Gewinnen der letzten Tage, gab gestern die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar ziemlich stark nach. Neben der dünnen Liquidität auf den Forex-Märkten, gehen viele Experten auch davon aus, dass der Euro zur Zeit unter starkem finanztechnischen Druck steht. Grund sind die sich mehrenden Gerüchte, dass auch die Europäische Zentralbank noch einmal massiv die Leitzinsen senken könnte und damit der amerikanischen Leitzinsentscheidung folgen könnte. Gegenüber dem Yen gab es gestern kaum Veränderungen, so dass sich der Euro weiter über der 127,00 Yen Marke bewegt. Zum Britischen Pfund Sterling konnte der Euro derweil einiges an Wertzuwachs verzeichnen. Gestern schaffte der Euro einen Gewinn von knapp 140 Punkten und lag bei Handelsschluss bei 0,9426 Pence.
Aus dem Euroraum werden im Laufe des Tages noch einige Konjunkturdaten erwartet, die Einfluss auf die Forex-Märkte haben könnten. In Deutschland wird heute der deutsche Erzeugerpreisindex bekannt gegeben. Experten gehen von einer Verschlechterung des Index gegenüber dem Vormonat aus. In Frankreich steht noch der Geschäftsklimaindex an.
Unterdessen hat die Bank of Japan ihre Leitzinsentscheidung mitgeteilt. Auch der japanische Leitzins tendiert gegen die Nulllinie, denn die japanischen Zentralbanker haben den Leitzins auf 0,10 Prozent festgelegt. Damit hat Japan die niedrigste Leitzinsrate weltweit. Grund für die Entscheidung war der seit Tagen anhaltende Wertzuwachs des Japanischen Yen gegenüber dem Dollar. Der Yen reagierte prompt mit einem Wertverlust gegenüber der amerikanischen Währung.
19. Dezember 2008
Der Einkaufsmanagerindex aus Chicago sank im November in der Notierung bei 33,8 zu 37,8 aus dem vorangegangenen Monat. Das traf nicht die erwarteten 38,5 bis 39,5. Der an der Uni Michigan festgesetzte Verbraucherstimmungsindex notierte in der zunächst angenommenen Fassung bei 57,9, lag dann aber letztendlich bei nur 55,3. Hausverkäufe gingen in den Staaten auf 433.000 zurück. Dies entsprach nicht so ganz den revidierten Annahmen, die Summe läge bei 450.000. Noch im September waren es 457.000 gewesen.
Die Europäische Zentral Bank legte für den Euro einen Referenzkurs von 0,8456 (0,8456) zum Britischen Pfund fest. Für den Japanischen Yen (EUR/JPY) 123,10 und in Schweizer Franken (EUR/CHF) 1,5456 (1,5440). Der Euro wurde zum US Dollar mit einem Referenzkurs von 1,2935 (1,2811) festgelegt.
Heute um fünf vor zehn stehen die Arbeitsmarktdaten für den Monat 11/08 auf der Agenda. Fünf Minuten später wird erwartet, dass das Geldvolumen der Eurozone veröffentlicht wird. Eine Stunde später dann folgen Geschäfts- und Verbraucherstimmung und der Geschäftsklimaindex, wie sie für die Eurozone gelten.
Da in den Vereinigten Staaten der Feiertag “Thanksgiving“ gefeiert wird, wird an einigen Börsen der USA nur eingeschränkt gehandelt.
Leider musste die Immobilie als sichere Kapitalanlage in den letzten Jahren immer mehr an Ansehen einbüßen. Dies hatte verschiedene Gründe. Deutlich weniger Anleger waren für die Immobilie als solches zu gewinnen und diese versuchten immer mehr, mit Wertpapieren ihre Gewinne zu erzielen. Jedoch scheint sich das Blatt nun wieder mehr und mehr zu wenden und die Immobilie erlebt zurzeit ihren zweiten Frühling: Sie wird beliebter und könnte mit diesem Kurs auch in den nächsten Jahren ihr Comeback erleben.
Für diesen neuen Aufschwung auf dem Immobilien – Geldanlagemarkt lassen sich zwei gute Gründe nennen, die die Beliebtheit der Immobilie wieder gesteigert haben. Der erste dürfte wohl in der weltweiten Finanzkrise liegen, die den Anlegern erst deutlich gemacht hat, dass gerade das Vertrauen in Aktien und Wertpapiere eher fehlgeleitet ist, wenn man auf beständige Werte bauen will. Außerdem sind Aktien etc für viele Anleger nicht wirklich greifbar, und es scheint ihnen besser zu gefallen, in etwas Fassbares zu investieren.
Der zweite Grund scheint der Steuervorteil zu sein, den Immobilien als Geldanlagen mit sich bringen. In 2009 wird die Abgeltungssteuer kommen, die eine Steuer für den kompletten Geldanlagebereich sein wird. Jedoch können Anleger im Bereich der Immobilieninvestments nach Angaben der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ profitieren, denn Gewinne, die aus Immobilien Verkauf stammen sind dann auch weiterhin von der Steuer befreit, allerdings muss seit dem Kauf der Immobilie zehn Jahre oder mehr vergangen sein.
Allerdings ist es andererseits natürlich auch so, dass auch Immobilieninvestments mit Risiken behaftet sind. Da wäre wohl der Leerstand als das größte Risiko zu sehen. Ebenfalls wichtig ist die Lage, in der sich das Haus / das Grundstück befindet, denn nicht überall in Deutschland ist die Immobilie eine vor Inflation geschützte und im Wert stabile Geldanlage. Also sollte man bei der Suche nach dem geeigneten Objekt zur Kapitalanlage Vorsicht walten lassen und keine vorschnellen Entschlüsse ohne Marktanalyse treffen, wenn man beabsichtigt, die Immobilie in einigen Jahren auch wieder zu veräußern.
18. Dezember 2008
Einem Sprichwort zu folge läuft derjenige Gefahr zu verbrennen, der zu nah an der Sonne entlang fliegt. Solche Höhenflüge tun selten gut, jedoch unterliegt zurzeit Solarworld- Gründer und -Boss Frank Asbeck. So hat seine Idee, die sogar schon durch eine Pressemeldung bekannt wurde, die vier Opel Werke in Deutschland übernehmen zu wollen, fast schon was von einem gut gemachten Marketing Gag.
Asbeck meint zwar, das ganze soll durchaus ernst gemeint sein, jedoch sieht s so aus, als könnte solch ein Deal nicht wirklich zu Stande kommen, denn die finanziellen Mittel sind nicht vorhanden. Es gäbe zwar Barmittel in Höhe von 250 Millionen Euro, allerdings müsse man dann an den Bund treten und um Bürgschaft für die dann noch fehlenden 750 Millionen Euro bitten, die der Firmenchef ohne einen solchen Bürgen dann doch nicht hergeben will.
Zur gleichen Zeit soll dann Asbecks Plänen nach, General Motors für jeden Arbeitsplatz 40.000 Euro an Solarworld bezahlen, das wären insgesamt etwa eine Milliarde Euro. Rechnet man das auf, stellt man fest, dass Asbeck sich Opel dann mehr oder weniger umsonst einheimst.
Da ist es dann nicht weiter verwunderlich, dass es Widerspruch und negative Äußerungen aus allen Reihen gab, natürlich vorrangig von General Motors selbst. Und prompt hieß es aus den Staaten, „Opel stünde nicht zum Verkauf“.
Auch wenn man sich überlegt, wie diese Transaktion denn überhaupt funktionieren könnte: Solarworld verfügt über keinerlei Erfahrung im Bereich Autobau und würde man damit rechnen wollen, dass Opel sich in einen grünen Elektro-Auto-Konzern verwandeln solle, würde auch das mindestens zehn Jahre in Anspruch nehmen.
So stellt sich dann natürlich auch die Frage, was dann die Angestellten von Opel in der Zwischenzeit tun könnten. Zu Hause sitzen und Solarzellen in Heimarbeit zusammenbasteln? Es sieht auch nicht so aus, als hätte man die Regierung bisher in die Pläne Asbecks eingeweiht, von denen eigentlich niemand so recht weiß, wie sie denn wohl aussehen mögen. Jedenfalls war es nicht anders aus der ziemlich überraschten Stellungnahme des Sprechers des Wirtschaftsministeriums zu verstehen.
Der Aktie von Solarworld hat die Nachricht auch nicht gut getan. Kurz nach Bekanntmachung von Asbecks Plänen wurde der bis dahin sowieso schon fallende Kurs der Aktie nicht im Geringsten abgeschwächt, sondern fiel stattdessen noch weiter ab.
Schon vor ein paar Wochen hatte die Firma um Asbeck herum den Missmut einiger Analysten angezogen, denn da wurde ein Aktienrückkaufprogramms angekündigt, dessen Sinn nie klar wurde und das derweil auch auf Eis gelegt wurde. Betrachtet man sich den Markt genauer, sollte man besser zum jetzigen Zeitpunkt sein Geld auf dem Konto fest zu halten.
Warum macht Asbeck dann solche Ankündigungen? Meiner Vermutung nach ist es wohl ein Ablenkungsmanöver, damit man damit vom schlechten Finanzergebnis bei Solarworld selbst ablenken kann.
Hinzu kommt, dass ein Börsenbrief vor kurzem kolportierte, die Finanzabteilung der Solarfirma habe sich mit einem Schuldschein in unbekannter Höhe, der von einer großen internationalen Bank kam, verspekuliert. Dieser Schuldschein hat angeblich einen Nominalwert von 32,5 Millionen Euro und sei auf Grund eines fehlenden Marktpreises gar nicht zu bewerten. Darum wurde der Schuldschein auf Null abgeschrieben. Jedenfalls spricht da nun niemand mehr davon.
18. Dezember 2008
Einkünfte, die auf Kapitalvermögen basieren, werden ab dem 1. Januar 2009 in Deutschland mit der dann neu einzuführenden Abgeltungssteuer belegt. Diese wichtige neue Steuer betrifft alle, die schon bestehend oder auch zukünftig Erträge aus Kapital erzielen. Ein sehr wichtiges Merkmal dieser Steuer wird es sein, dass alle Einkünfte aus Kapitalvermögen dann in gleicher Höhe besteuert werden, sei es nun aus Immobilien, Aktien oder sonstigen Kapitalbildenden Gütern. So wird es dann einen pauschalen Satz geben, zu dem diese Art Einkünfte in der Zukunft belegt sein werden, und zwar werden 25 Prozent als Abgeltungssteuer fällig werden. Dazu kommt dann noch der Solidaritätszuschlag und eventuell wird dann ab 2011 auch noch die Kirchensteuer mit in diesen Topf fallen. Ganz entsprechend der Bezeichnung nach tritt somit eine Abgeltungs- Wirkung ein, die für den Besteuerten dann die einzeln im Einkommenssteuer Ausgleich aufgeführten Posten vereinfacht zusammenfasst, pauschal abgilt und nicht mehr separat veranlagt werden muss. Die Abgeltungssteuer wird dann für alle anfallenden Zinsen gelten, sowie für Dividenden und Veräußerungsgewinnen. Immobilienbesitzer, die zukünftig planen, eine Immobilie nach dem 1.1.09 zu verkaufen, können dies tun, ohne von der Abgeltungssteuer betroffen zu sein, vorausgesetzt, zwischen dem Kauf und dem Verkauf sind seitdem mindestens 10 Jahre vergangen. Dasselbe wird auch für Immobilienfonds gelten. Anders als Investmentfonds sind sie nicht verpflichtet, Steuer an den Staat zu zahlen. Jedoch gilt dabei die Regel, dass als Bemessungsgrundlage der Steuer, egal ob Fonds oder für Privatanleger, die Differenz aus der Anschaffungs- und den Anschaffungsnebenkosten zu den Verkaufserlösen gerechnet wird, minus eventueller Erlösmindernder Veräußerungskosten.
Der große Bereich des Bausparens wird ebenso wichtige Änderungen erfahren, denn die bis Ende des Jahres geltende Steuerfreiheit, die sich aus Bausparverträgen bisher ergeben hatte und Guthabenzinsen von bis zu einem Prozent pro Jahr betragen konnte, wird dann entfallen. Dies hört sich zwar zunächst nachteilig für den Sparer an, aber das Bausparen als solches ist und bleibt interessant, denn der Zinsvorteil eines in Anspruch genommenen Darlehens auf einen Bausparvertrag unterliegt nicht der Steuerpflicht. In Folge dessen werden die Bausparverträge in Zukunft interessant sein, die nur einen niedrigen Guthabenzins haben und dem zufolge mit einem günstig liegenden Darlehenszins einhergehen. Daher sollten Bausparer sich auch überlegen, den Sparerfreibetrag abzugeben und besser zum Sparerpauschbetrag zu wechseln, denn dieser liegt bei 801 Euro pro Jahr für Singles und 1602 Euro für zusammen veranlagte Eheleute. Damit sind dann automatisch gleich auch alle Werbungskosten abgegolten und man kann keine umständliche Veranschlagung in der tatsächlichen Höhe mehr fordern, die dann aber auch mit unzähligen Belegen untermauert werden müsste. Dies bringt im Allgemeinen eine Vereinfachung beim Lohnsteuer- Jahresausgleich, der willkommen sein sollte. Dazu zählt also zukünftig, dass die Abschlussgebühr eines Bausparvertrages nicht mehr in einer Höhe geltend gemacht werden kann, die über den Pauschbetrag hinausragt.
So wird diese neu hinzukommende Besteuerung für Einkünfte aus Kapitalerträgen also auch im Bereich der Bausparverträge ab dem nächsten Jahr gelten, selbst wenn der Vertrag schon länger abgeschlossen wurde. Da ist der Zeitpunkt des Mittelzuflusses entscheidend. Man sollte demnach noch schnell vorher einen Vertrag abschließen da dieser dann nur bedingt besteuert werden kann.
18. Dezember 2008
Immerhin ist im Verhältnis zu 2007 ein Rückgang von einem knappen Drittel bei den Nutzfahrzeugen zu verzeichnen. Der Forex Broker, der sich hier auf Ursachensuche begibt, der landet schnell wieder bei den Banken.
Die Kosten für die Anschaffung eines größeren Nutzfahrzeugs sind derart hoch, dass sich einen solchen Kauf kaum ein Unternehmen ohne die entsprechende Finanzierung leisten kann. Doch die sind, wie es die Bundesregierung schon mehrfach angeprangert hat, sehr zögerlich mit der Vergabe von Krediten. Das ist schon aus moralischer Sicht verwerflich, denn sie waren die ersten Unternehmen, die in der Krise kräftige Unterstützungen von Seiten der Regierungen bekommen haben, sind jetzt allerdings nicht bereit, einen Teil dieser Hilfen an die Unternehmen weiter zu geben.
Positiv auf den Euro im Forex Trading wirkt sich die Nachricht aus, die am Donnerstag früh aus Wiesbaden kam. Hier wurde nämlich offenbart, dass die deutschen Kommunen für die Krise deutlich besser gerüstet sind, als man angenommen hatte. Sie konnten durchweg von Januar bis Oktober 2008 kräftige Zuwächse in den Haushaltskassen verzeichnen.
Im Verlaufe des Donnerstagvormittags spielen vor allem die Informationen von der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank sowie die Veröffentlichung der Zahlen zum deutschen Geschäftsklimaindex eine entscheidende Rolle. Auch die Außenhandelsbilanz der EU könnte deutliche Auswirkungen auf das Forex Trading haben. Am Nachmittag sollte man als Forex Broker seinen Blick auf die Vereinigten Staaten richten, denn da gibt es Zahlen zum Arbeitsmarkt, den Erdgasbericht und die neuesten Einschätzungen der amerikanischen Zentralbank.
18. Dezember 2008
Die Bank of Japan (BoJ) gerät unter Druck ihren Leitzins erneut zu senken. Durch die unerwartete Senkung des Leitzinses der US Notenbank am gestrigen Tag könnte es durchaus sein, dass auch die Bank of Japan in der nächsten Zeit mit einer weiteren Senkung nachziehen muss. Da mittlerweile weltweit drastische Leizzinssenkungen vorgenommen wurden, hat die Bedeutung der sogenannten Carry Trades zunehmend an Wert verloren. Ein Fakt, der Japan nicht zugute kommt. In den letzten 7 Jahren hat die Bank of Japan ihren Leitzins gewollt sehr tief gehalten – es gibt kein anderes Land auf der Welt, welches so einen niedrigen Leitzins besitzt. Grund dafür war, dass der Japanische Yen als Wahlwährung für die Finanzierung dieser Carry Trades genutzt werden soll. Dadurch wird Japan und dessen Wirtschaft immer weiter in den wirtschaftlichen Abschwung getrieben. Anleger verlegen ihre Investitionen direkt in den Yen – dies ist der Wirtschaft Japans und auch ihrer Exportrate sehr abträglich.
Es könnte also durchaus möglich sein, dass die Bank of Japan ihren Leitzins bis auf 0,1% senken muss, um die japanische Wirtschaft anzukurbeln.
Auch die Europäische Zentralbank (EZB) könnte weitere Leitzinssenkungen vornehmen, damit die europäische Wirtschaft mit den anderen führenden Wirtschaftsregionen mithalten kann. Da auch die US Notenbank ihren Leitzins gestern um 75 Punkte gesenkt hat, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank diesen Plan auch verfolgt und nachzieht. Bisher wurde der Euro in der letzten und auch in dieser Woche immer stärker gegenüber dem US Dollar. Mittlerweile hat das Paar sogar die Marke von 1,4000 durchbrochen. In den letzten Wochen schien der US Dollar resistent gegen alle wirtschaftlichen Einbrüche, egal ob aus den Staaten oder der Europazone. Jedoch ist diese Resistenz in den letzten Tagen eingebrochen, so, dass nicht nur der Euro, sondern auch die anderen Hauptwährungen gegenübner dem Dollar zunehmend an Boden gewinnen konnten.
Ob dieses Hoch des Euros und die Talfahrt des Dollars weiterhin anhält, wird auch mit davon abhängen, ob die EZB mit der US-Notenbank zieht oder nicht.
18. Dezember 2008
Wieder einmal ist es soweit: Am Freitag wurden die absolut schlechten Konjunkturdaten verkündet, aber die Kurse der europäischen Börsen und der Börsen der Vereinigten Staaten steigen. Die Anleger wetten nämlich inzwischen schon auf deutlich spürbare Zinssenkungen und bauen ihr Geschäft genau auf dieser Erwartungshaltung auf.
Realistisch betrachtet haben die aggressiven Zinssenkungen der letzten Wochen aber nicht wirklich etwas bewirkt – und das, obwohl sich der Leitzins nun schon in greifbarem Nullbereich befindet.
In Japan liegt der Leitzins nun noch bei gerade 0,24 Prozent. In der Schweiz ist man inzwischen bei 0,5 Prozent angelangt und die Vereinigten Staaten haben sich derzeit auf ein Prozent eingependelt. Selbst Europa hat mit relativ hohem Zinsniveau von derzeit 2,5 Prozent aber inzwischen ein für hiesige Verhältnisse tiefes Niveau erreicht.
Leider gibt es aber bei allen Zinssenkungen ein großes Problem. Das liegt nämlich darin, dass tiefe Zinsen und üppige Geldversorgung nicht dort ankommt, wo sie hin soll – die Bonität ist einfach ziemlich angeschlagen.
Währenddessen wird auf den Märkten davon ausgegangen, dass die amerikanische Zentralbank weitere Zinssenkungen anstrebt und dann noch einmal Senkungen in den Bereich von 0,5 oder sogar 0,25 Prozent anpeilt. Wenn dann die sogenannten Zinslenkungsmunition ausgegangen ist, wird von Marktteilnehmer schon eine Alternative erwartet. Die könnte mit einer in den Geldkreislauf eingebrachten Liquidität einhergehen. Und die US-Zentralbank hat schon lange damit begonnen, die Commercial Papers ihrer Emittenten direkt anzukaufen.
Aber selbst die Kombination von tiefen Zinsen und üppiger Geldversorgung hat bisher wenig erreichen können, denn sie kommt einfach nicht an bei den Konsumenten und auch Unternehmen. Das Umfeld zu früheren Zeiten hat sich schlichtweg verändert. Durch die Offenlegung tatsächlicher Risiken einer zu hohen Verschuldung, die falsch kalibrierten Risikomanagement- und Vermögensverwaltungsmodelle und auch eine starke Synchronisierung der Weltwirtschaft sind inzwischen alle Wirtschaftsteilnehmer dazu gezwungen, die Bilanzen und Erwartungen gleichermaßen an realistische Fakten anzupassen. Und da heißt es schlicht und einfach: Die Bonität ist nicht mehr akzeptabel.
Auch wenn dies in erster Linie für die Vereinigten Staaten und angelsächsische Staaten gilt. Die benötigen dringend den Wechsel und müssen durch die Umstände gezwungen den Konsumgürtel jetzt enger schnallen. Sparen ist einfach angesagt. Auch wenn das für die Verbraucher in erster Linie zum tragen kommen, denn die haben sich in den letzten Jahren kaum mehr über Lohnzuwächse freuen dürfen. Aber die Wohlstandsillusion gab den Konsum trotzdem weiter als unproblematisch vor. Kreditkarten und Dispos wurden bis zum Limit strapaziert, weil weiterhin auf steigende Kurse an der Börse gewettet wurde.
Nicht nur die Konsumenten sind von der schlechten Bonität betroffen – auch den Staaten macht die inzwischen Schwierigkeiten. Und auch die Immobilienpreise sollten wieder stabile Zahlen erreichen. Und genau diese Wetten sind beide geplatzt. Schlimmer noch, sie wenden sich gegen die Verbraucher. Häuserpreise fallen, das Kreditkartenhaus stürzt ein und so wurden auch die Finanzunternehmen in den Abwärtsstrudel mit hineingezogen, ebenso die gesamte Realwirtschaft.
Die Häuserpreise fallen weiter und so können noch einmal 25 Prozent Verlust eingeplant werden. Auch die Baubeginne und auch die Genehmigungen für Neubauten haben inzwischen ihren tiefsten Stand erreicht. Alles schrumpft – nur schrumpft sich hier leider nichts gesund im Moment, denn die Arbeitslosigkeit steigt parallel bei steigender Bevölkerungszahl.
Die logische Folgerung: Wenn die Wirtschaft nicht wächst, dann können die Gewinne nicht ansteigen und somit auch nicht die Kurse der Börsen – trotz sinkender Zinssätze, oder?
17. Dezember 2008
Die deutschen Aktionäre waren vom Jahr 2008 tendenziell recht enttäuscht. Und auch das Ende des Jahres wird wohl keine Hochs mehr bringen, die deren Stimmung dann noch wesentlich positiver beeinflussen. Ob es denn ein Trost für die deutschen Aktionäre ist, kann man nicht sagen, aber die Aktionäre in Japan wurden noch heftiger erwischt. Aber das ist auch wirklich der einzige – und offen gestanden mehr als schwache – Trost, denn der Dax hat insgesamt im Moment eine traurige Rolle. Hier wurde die zweitschlechteste Bilanz aller wichtigen Finanzmärkte der Welt abgeliefert.
Das Minus liegt bei weit mehr als 40 Prozent – und das schon seit Jahresbeginn. Auch 50 Prozent Minus wurden im Verlauf des Jahres schon erreicht, bevor dann der Anfang Dezember eine kleine Erholung brachte. Obwohl selbst in den USA und Großbritannien die Finanzkrise viel stärkere Verläufe nimmt als bei uns, waren aber die Verluste im Bereich des Leitzins weitaus geringer als am Markt in Frankfurt.
Der Dax, der eigentlich ziemlich erfolgreich und ein weniger verwöhnt ist, bedeutet dieses Ergebnis eine heftige Niederlage. Da hatte er es über Jahre geschafft, jährliche Zuwächse im Bereich von über 20 Prozent zu erwirtschaften und konnte zudem den anderen Finanzmärkten ihre Plätze vorgeben und auch Kapital aus allen Richtungen anziehen – und nun das Jahr 2008.
Aber die satten und fetten Zeiten für den Dax könnten erst einmal ein Ende haben – das glauben wenigstens die Experten. Und hier sind verschiedene Faktoren verantwortlich für den Absturz des Dax. Natürlich ist es die Krise, die eine Rolle spielt. Internationale Investoren brauchen Kapital und bauen dann zunächst ihre Bestände an deutschen Aktien ab. Aber auch die Zusammensetzung des Dax ist es, die ihm dann zu schaffen macht. Der Index ist praktisch ein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft. Die ist aber von Finanz- und Automobiltiteln im wesentlichen geprägt.
So hat diese Krise letztlich einige mit sich nach unten gerissen – früher oder später nur. Ein Gutes sehen Experten – und das liegt schlichtweg darin, dass 2008 bald geschafft ist als schwieriges Finanzjahr. Ein kleiner Hauch Humor in schwierigen Zeiten eben, könnte man sagen.
Es werden auch im Jahr 2009 wieder zwei Schlüsselbranchen sein, die im Dax das Geschehen bestimmen werden. Von denen ist aber in nächster Zeit nicht viel an guten Nachrichten zu erwarten. Und so sind es aktuell auf den Empfehlungslisten von Vermögensberatern als auch Banken nur die defensiven Titel, sofern dort nach dem Burnout noch Aktien zur Verfügung stehen.
Fast schon klingt es etwas historisch, wenn dann die Aktien der Deutschen Telekom, die von Pharmakonzernen und Versorgern empfohlen werden. Echte ehemalige Ladenhüter wie Pharmaproduzenten – zum Beispiel Fresenius Medical Care – oder auch Beiersdorf, wo Konsumgüter hergestellt werden, gehören dann wieder zu den begehrteren Titeln. Schließlich lässt sich an manchen Dingen wie Dialysen und Nivea Creme auch in Zeiten der Finanzkrise nicht sparen.
Obwohl insgesamt nicht klar ist, wie lange die Krise anhält und – was noch wichtiger ist – welche Hiobsbotschaften sie noch bringen wird, sind die Experten insgesamt natürlich auf die Lage nach der Krise ausgerichtet. Und genau das sollten auch die Anleger bedenken, denn Rezessionsjahre gelten generell als Erholungszeit für den Aktienmarkt, wie die Vergangenheit bewiesen hat.
17. Dezember 2008
Der Euro konnte nun schon bei 1,3715 US-Dollar eröffnen und auch im asiatischen Geschäft wurden bereits Höchstwerte des Euro markiert, die bei 1,3735 – 40 reichten. Gegenüber dem Yen stellte der Dollar auf 90.35 und Carry-Trades zeigten sich insgesamt sehr freundlich. Euro und Yen als Kombination markierten bei 123.90 und die Kombination Euro und Franken oszillierte im Bereich 1.5850. Die aus den USA veröffentlichten Daten brachten aber nur die Bestätigung der Vermutung, dass es der US-Wirtschaft derzeit sehr schlecht geht. Allerdings waren die Ergebnisse noch immer besser ausgefallen, als dies aus der Konsensusprognose antizipiert wurde.
Gesunken ist der sogenannte General Business Condition Index des NY Fed Manufacturing Survey per Dezember. Damit erlebte er eine Veränderung von –25,4 auf –25,8 Punkte, während die Analysten hier von einem Rückgang auf –27,5 Punkte ausgegangen waren. Bei den Subindizes waren aber bessere Ergebnisse zu erkennen als im Vormonat. Und hier konnte der Auslieferungsindex deutlich zulegen, nämlich von –13,9 Punkte auf –8,8 Punkte. Und auch der Beschäftigungsindex konnte sich verbessern von –28,9 auf –23,4 Zähler. Für den Auftragsindex gab es eine Veränderung von –22,2 auf –20,8 Punkte. Sind hier sind allerdings leichte Ansätze der Aufhellung in weiter Ferne zu erkennen?
In der Industrieproduktion kam es zu einem Absinken für den November um 0,6 Prozent. Hier hatten die Analysten einen Rückgang im Bereich von 0,8 Prozent vermutet. Eine Anpassung des Vormonats fand damit von +1,3 Prozent auf + 1,5 Prozent statt, während der Septemberwert revidiert werden musste von –3,7 auf nunmehr –4,1 Prozent. Das Gesamtergebnis lag damit mit der Konensusprognose weitestgehend im Einklang. Eine Kapazitätsauslastung dank damit von 76,0 Prozent auf 75,4 Prozent ab.
Aber die TIC-Kapitalzuflüsse brachten für den Oktober sehr nüchterne Ergebnisse, die dann nur 1,5 Milliarden Dollar brachten. Prognostiziert waren 40 Milliarden Dollar und zuvor waren es 65,4 Milliarden Dollar an Zuflüssen. Gerade diese Daten zeigen eine starke Anfälligkeit für Revisionen, denn sie sind notorisch volatil und so macht es wenig Sinn, die Konzentration auf diese Daten zu setzen.
Der Frühindikator für den Wohnimmobilienmarkt in den USA, der sogenannte NAHB-Housing Market Index harrte bei seinem Tiefststand im Bereich von neun Punkten aus. Hier ist eine Trendwende auch in nächster Zeit nicht zu erwarten.
Auf der US-Datenagenda stehen noch wichtige und wesentliche Daten. Da ist zum Beispiel schon jetzt die Vermutung recht wahrscheinlich, dass die Verbraucherpreise in den USA für den November einen spürbaren Einbruch erleiden. Von Analysten wird von einem Einbruch im Bereich 1,2 Prozent ausgegangen. Für den Jahresvergleich ergibt sich damit ein Rückgang eines zur notierten Anstiegs, der bei 3,7 Prozent lag auf nunmehr noch 1,5 Prozent. Da werden die Stichworte Disinflation und Deflation doch zunehmend gebräuchlicher?
Wundern wird wohl niemanden aufgrund der ständig neuen Nachrichten aus den USA, dass sowohl die Anzahl der Neubaubeginne als auch die Baugenehmigungen an sich beide im Monat November stark rückläufig waren.
Der Finanzmarkt richtet derzeit seine gesamte Aufmerksamkeit auf die Offenmarktausschusssitzung. Und die Marktteilnehmer erwarten im Zinssatz eine Senkung um mindestens 50 Basispunkte sowie einen neuen Zielsatz, der dann beim Fed Fundus bei 0,50 Prozent liegt. Im Bereich der fast schon Nullzinspolitik ist allerdings das zinspolitische Instrumentarium der Fed in seinen Handlungen nun erheblich eingeschränkt.
17. Dezember 2008
Otto Fricke, seines Zeichens der Chef des bundesdeutschen Haushaltsausschusses, warnte vor der drastischen Neuverschuldung des Bundes, die notwendig wird, weil fehlende Steuereinnahmen auf Grund der Konjunkturflaute die Einnahmen schrumpfen lassen und zusätzliche Ausgaben getätigt werden müssen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.
Da zerbrechen sich die Forex Broker nicht nur den Kopf, wie die Bundesrepublik die von der EU vorgegebenen Eckdaten erfüllen will. Sie staunen auch, dass sich der Euro unter diesen Gesichtspunkten so stabil hält. Zwar hatte das Bundesministerium für Finanzen eindeutig die Hochrechnung einer Zeitungsredaktion, die auf eine Neuverschuldung von 30 Milliarden Euro gekommen war, zurück gewiesen, doch wenn man die Steuereinbußen und die Hilfspakete für die Wirtschaft zusammen rechnet, kommt man an dieser Zahl auch als Laie kaum vorbei.
Anders sieht es bei der Inflationsrate aus. Sie hat sich in Deutschland stark verlangsamt. Ursache dafür sind die sinkenden Preise für Energieträger. Auch die Lebensmittelwirtschaft trug mit größeren Preissenkungen in den letzten Wochen ein ganzes Stück zu dieser Situation bei. Im Ergebnis liegt die Inflationsrate bei 1,4 Prozent, obwohl die Prognosen bei über zwei Prozent gelegen hatten. Sollte sich der Euro im Forex Trading weiterhin so stark behaupten können, ist mit einem weiteren Rückgang der Inflationsrate zu rechnen, denn diese Stärke schlägt sich wiederum bei den Einkaufspreisen der Wirtschaft für die aus Amerika importierten Rohstoffe und Güter nieder. Damit gehört die starke Inflation des Spätsommers 2008, die immerhin bei mehr als drei Prozent gelegen hatte, vorerst der Vergangenheit an.
17. Dezember 2008
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