Der Euro hatte letzte Woche keinerlei Gelegenheit, sich wieder zu stärken und etwas an Kurskraft dazu zu gewinnen. Das Wechselkursniveau bleibt zunächst bestehen. Dabei ist zu beobachten, dass die europäische Gemeinschaftswährung sowohl gegenüber US-Dollar als auch gegenüber dem japanischen Yen weiterhin auf der Stelle tritt und nicht voran kommt. Für eine kurzfristige Bewegung im Euro-Wechselkursniveau konnte bisher lediglich der unerwartet schwache ISM-Index sorgen, der dem Euro dazu verhalf, auf ein Tageshoch von 1,4029 US-Dollar zu klettern.
Der ISM-Index stellt einen der wichtigsten Frühindikatoren für die amerikanische Volkswirtschaft dar und spiegelt stets seht genau die gegenwärtige Lage der Wirtschaft, den status quo. Dieser fiel von November( 36,2) bis Dezember auf 32,4 Punkte, was einen unglaublich hohen Verlust darstellt. Ein eindeutig historischer Wert, der das letzte Mal vor über 28 Jahren verzeichnet werden konnte. Volkswirte hatten mit einer deutlich niedrigeren Schwächung des Index gerechnet, so entstand bei Anlegern wie bei Ökonomen eine große Überraschung im Zuge der Schwächung des Index. Historische Werte auch aus dem Grund, weil bereits das absinken unter 50 Punkte enorm deutlich signalisiert, wie schwach die jeweilige Wirtschaft, in diesem Fall die US-Volkswirtschaft unter den derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnissen, ob nationaler oder internationaler Art, zu leiden hat. Trotz der allgemein sehr schlechten Entwicklung sprechen Händler immer noch von einem insgesamt sehr reglosem Geschäft, was deutlich die Erwartungen unterhöhlt und weiterhin die niedrigsten Einnahmen seit Jahren prophezeit. Da sich sogar viele Anleger in diese Tagen gänzlich vom Handel fern hielten, bleibt auch die so sehr nötige Liquidität aus und führt zu sehr überzeichneten Wechselkursbewegungen in diesen Tagen.
Im Gegensatz zu den insgesamt sehr negativen Entwicklungen am Markt, zeigt sich das Pfund Sterling leicht gestärkt und scheint zumindest kurzfristig wieder an Kursfahrt zu gewinnen. Verglichen mit der europäischen Gemeinschaftswährung Euro zieht das Pfund Sterling sogar deutlich an und notiert knapp unter der Marke von 0,96 EUR/GBP. Ob sich das Pfund jedoch in der kommenden Zeit wird halten können, hängt auch sehr stark von den Zinsentscheidungen der Bank of England ab, die ihres dazu beitragen werde.
Der Preis einer Feinunze Gold hat in der letzten Woche zudem sehr an Kraft zugenommen. Letzten Dienstag noch mit 869,75 US-Dollar notiert, kletterte der Goldpreis zum Ende der letzten Woche auf 874, 50 US-Dollar.
06. Januar 2009
Die Edelmetalle, mit Ausnahme hier das Gold, erlebten im Jahr 2008 ein beständiges Auf und Ab. Für das Gold ergaben sich Preisentwicklungen, die schon in 2008 als recht gut bezeichnet werden konnten. Das hat seinen Hintergrund wohl darin, dass schon seit jeher das Edelmetall als sicherer Hafen in krisengeschüttelten Zeiten gilt. Nicht zuletzt der Absicherung gegen die Inflation dient das Gold. Experten sind sich inzwischen recht sicher, dass auch der kleine Bruder des Goldes – das Silber – ein erneutes Comeback erleben wird in schwierigeren Wirtschaftszeiten.
Für den spektakulären Aufstieg und den dann anschließend folgenden heftigen Abstieg der Rohstoffe steht im Jahr 2008 rückblickend das Rhodium. Das Edelmetall gehört zur Platingruppe und hatte in der Mitte des Jahres 2008 einen Anstieg auf 10.000 US-Dollar je Unze erlebt. Dann aber erlebte es seinen Kollaps und der Preis verfiel auf 1.000 US-Dollar.
Auch das Platin erlebte kein viel besseres Jahr. Während zur Mitte des Jahres, im Juli, die Feinunze Platin, die ein Gewicht von 31,1 Gramm aufweist, einen Preis von 2.000 US-Dollar hatte, so lag dann zum Jahreswechsel dieser Preis noch bei 850 US-Dollar. Damit wurde beim Platin ein Preisabsturz von knapp 60 Prozent verzeichnet.
Die große Ausnahme bei den Edelmetallen stellte hier das Gold dar. Das gilt nämlich auch in Krisenzeiten schon seit alters her als echter Hafen und Anleger wollen sich mit dem Ankauf von Gold gegen die Inflation absichern. Daß das gelbe Edelmetall dann vor dem wirtschaftlichen Hintergrund, der sich global ergab, seine Möglichkeiten nicht voll ausschöpfen konnte, ist dabei eigentlich nebensächlich. Wie Ärzte auch so gern formulieren, ging es dem Gold aber auch im Verlauf des Jahres 2008 „den Umständen entsprechend gut“.
Die Krise, die sich um die Investmentbank Bears Sterns im März 2008 entwickelt hatte, brachte der Feinunze einen Preis ein, der zu dieser Zeit bei 1.030 US-Dollar lag. Und auch danach erlitt das Gold keinen solch heftigen Absturz, wie sie die anderen Edelmetalle verzeichnen mussten. Letztlich lag der Goldpreis auch in schwierigen Phasen kontinuierlich bei 850 Dollar für die Unze – und das war ein Preisniveau, das auch am Anfang des Jahres – vor der Krise von Bears Sterns – üblich war.
Experten sind sich deshalb sicher, dass das Gold – und auch der kleine Bruder Silber – sich gegen den Börsentrend entwickeln und ein neues Comeback erleben werden. Ein wichtiges Indiz wird darin gesehen, dass viele Banken schon den Ausverkauf der begehrten Anlagemünzen vermelden mussten. Aber nicht nur in Münzen, auch in Investmentbarren wird in Form von Gold und Silber investiert.
Was ist der Grund dafür?
Vermutlich liegt der Hintergrund darin, dass die Anleger Befürchtungen haben, dass große Geldsummen in den Markt gepumpt werden und damit die Rückkehr einer Inflation befürchtet wird. Andere Anleger haben große Befürchtungen, die sich auf die aktuelle Finanzordnung beziehen.
Und genau darin sehen Experten das Indiz dafür, dass sich die Goldpreismarke über 1.000 US-Dollar hin entwickeln wird. Einige Analysten sind wieder besonders optimistisch und sprechen bereits die Marke 2.000 US-Dollar als realistisch aus.
Die Finanzexzesse und die Schäden die Politiker ausgelöst haben in den vergangenen Monaten sollen die Gründe dafür sein, das bislang unerprobte Schritte ausprobiert werden und damit der Goldpreis bedingt durch einen großen Ansturm auf das Edelmetall sensationelle Preise erreichen kann.
06. Januar 2009