Tagesarchiv für den 07. Januar 2009

Der Dax hat eine wichtige Marke geknackt

Die Experten haben es schon prophezeit und jetzt ist es schneller als erwartet passiert – der Dax hat seine Marke von 5.000 Punkten zurückerobern können. Dabei hat er inzwischen im neuen Jahr schon bei 5.111 Zählern notieren können und das ist ein Wert, der seit November 2008 nicht mehr erreicht wurde.

Ein erstes richtig positives Plus ergab sich dabei allein durch den Kurssprung einer einzigen Aktien – und das brachte Zuwachs im Bereich von 0,85 Prozent. Der dritte Handelstag im neuen Jahr brachte schon diese positiven neuen Ergebnisse, die letztlich durch die Papiere von Volkswagen erreicht werden konnten. So konnte dann die psychologisch bedeutsame Marke von 5.000 Zählern geknackt werden. Und der MDax legte nach und brachte es auf ein Plus, das schon bei 0,26 Prozent lag und damit 5.861 Zähler einbrachte. Nur der TecDax erlitt Verluste – die lagen bei 0,25 Prozent und einer Punktezahl von 535,78.

Die Bekanntgabe von Porsche scheint es wohl gewesen zu sein, nämlich den größten europäischen Autobauer mehrheitlich zu übernehmen, die Anleger dazu veranlasste, auf diese Aktie zu setzen. Weil darüber hinaus die VW-Aktien ein knapp bemessenes Gut sind, konnten die Titel damit Zuwachs von zwölf Prozent und damit einen Wert von 285 Euro erreichen. Zwischenzeitlich war ein Zuwachs von 17 Prozent und ein Wert von 300 Euro auch schon notiert worden.

Dabei hat Porsche schon angekündigt, dass – sofern der Kurs der Aktie das erlaubt – der Anteil an VW im Verlauf des Jahres auf 75 Prozent aufgestockt werden soll. Die Optionen hierauf hat sich das Unternehmen schon gesichert. Allein 20 Prozent der Anteile an den VW-Aktien sind jetzt in Niedersachsen beheimatet. Auch die Porsche-Aktien, die allerdings in keinem Index geführt werden, nahmen einen positiven Verlauf um 1,2 Prozent ein.

Einige Händler sehen den Verlauf der VW-Aktie stellvertretend für die Autobranche und vermuten, dass die Konjunktur in diesem Bereich vielleicht doch schneller aus ihrem Tief herausfindet, als dies bisher prognostiziert wurde.

Jetzt ist sogar schon die Rede davon, dass die Prognosen für die Autobranche vielleicht doch ein wenig zu pessimistisch ausgefallen sein sollen. Viel Aufruhr, um den Verkauf anzukurbeln vielleicht?

Insgesamt lässt sich nämlich rückblickend sagen, dass bei genauer Betrachtung VW auch auf dem US-Automarkt noch recht gute Ergebnisse erzielt hat.

Auch die Aktien von Daimler konnten am dritten Handelstag ihre Verluste vom Vortag schnell wieder aufholen – mit einem satten Anstieg von drei Prozent.

Echte Überraschungen bot am Dienstagnachmittag dann auch der Anstieg des ISM-Index für die Dienstleistung in den USA. Hier wurde eine Steigerung auf 40,6 Zähler von zuvor 37,3 Zählern erreicht. Auch Analysten zeigten sich von diesem Verlauf eher überrascht, denn ein Minus war das, was eher erwartet worden war. Das Ergebnis war, dass die Kurse der Wall Street damit insgesamt anzogen.

Nicht nur die Autowerte waren in den ersten Tagen an der Börse die Gewinner. Auch die Stahlwerte nahmen einen überraschend positiven Verlauf. Die Titel von Thyssen-Krupp erlebten einen Anstieg von über drei Prozent und Salzgitter konnte sogar ein Plus von 4,5 Prozent verzeichnen. Der weltgrößte Stahlkonzern – ArcelorMittal – verzeichnete sogar einen Zuwachs von neun Prozent.

Ein insgesamt toller Einstieg in ein als wirtschaftlich schlecht prognostiziertes Jahr.

jetzt kommentieren? 07. Januar 2009

Was bringt dem Euro eine Zinssenkung der EZB?

Bis jetzt waren sich die Forex Broker ziemlich einig, dass die Europäische Zentralbank vorerst die Finger von einer neuerlichen Zinssenkung lassen würde. Doch offenbar hat man sich jetzt doch auf diesen Schritt geeinigt, um die Banken dazu zu nötigen, das zu tun, was seit eh und je eigentlich ihr Hauptgeschäft gewesen ist, nämlich die Spareinlagen ihrer Kunden auf der anderen Seite als Kredite in die Wirtschaft zu investieren.

Die Andeutungen dieser Zinssenkung sorgen für kräftigen Wirbel im Forex Handel. Vorübergehend stürzte der Euro kräftig ab, konnte sich allerdings am Mittwoch im Laufe des Tages wieder leicht erholen.

Dieser Trend könnte sich, wäre da nicht das leidige Problem des Lieferstopps beim Erdgas, auch so fortsetzen, denn die Gegenüberstellung der Situation in der Automobilbranche fiel eindeutig zu Gunsten der europäischen Unternehmen aus. Während in Deutschland die Neuzulassungen im Jahr 2008 lediglich um knapp zwei Prozent schrumpften, müssen die amerikanischen Automobilbauer und Fahrzeughändler Absatzeinbußen von über achtzehn Prozent hinnehmen.

Dabei ist es wichtig, bei der Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Situation daran zu denken, dass von den Automobilbauern ein erheblicher Anteil der Industrie abhängig ist. Dabei geht es nicht nur um die Lieferanten der benötigten Metalle und Kunststoffe, sondern auch um die Gewerbebetriebe, die einzelne Bauteile wie Scheinwerfer, Elektronik, Reifen, Scheiben etc. herstellen und liefern. Auch die Speditionen werden von der Lage in der Automobilwirtschaft stark betroffen. Das wird jeden schon selbst deutlich, wenn man sich vor Augen hält, wie viele Autotransporter einem täglich auf den Autobahnen begegnen.

Nicht zuletzt wirkten sich auch die Zahlen vom Arbeitsmarkt und dem Großhandel durchaus stabilisierend aus. Zwar weisen sie steigende Arbeitslosenzahlen und rückläufige Abkäufe aus, doch fielen diese weniger dramatisch aus, als die Skeptiker befürchtet hatten. Hinzu kommt, dass die Zahlen des Arbeitsmarktes in den Monaten Dezember bis Februar traditionell steigen, was zu einem großen Teil dem witterungsbedingten Stillstand im Hoch- und Tiefbau zuzuschreiben ist.

jetzt kommentieren? 07. Januar 2009