Spekulationen um den Leitzins – Euro kommt nicht zur Ruhe
Auch am heutigen Montag ist die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Greenback weiter gefallen. Analysten bewerten dies als offensichtliche Positionierung der Investoren vor der Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag dieser Woche. Der Euro erreichte heute einen Tiefststand von 1,3287 Dollar, bevor er zum Ende des heutigen Handelstages wieder über dem Niveau von 1,34 Dollar notierte. Auch gegenüber dem Japanischen Yen fiel der Euro im Verlauf des heutigen Tages auf den tiefsten Stand seit etwa vier Wochen. Dagegen tendierte heute die japanische Währung fest gegenüber dem Dollar, was Marktbeobachter mit den derzeitigen Risikovermeidungsstrategien der Investoren begründen.
Neuesten Umfragen unter Investoren und Analysten zufolge, sind sich die Marktbeobachter einig, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen für den Euroraum um mindestens 50 Basispunkte senken wird. Dennoch scheint vielen Ökonomen auch eine Senkung um 75 Basispunkte möglich. Nur einige wenige Anleger orakeln, dass die Europäische Zentralbank vor dem Hintergrund der düstren Aussichten für die europäische Wirtschaft die Leitzinsen auch um ganze 100 Prozentpunkte senken könnte. Sollte die Zentralbank jedoch widererwartend nur eine Senkung von 25 Basispunkten oder gar keine Zinssenkung vornehmen, wäre das für viele Investoren eine bittere Enttäuschung.
Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, hält sich derzeit jedoch bedeckt. In sämtlichen Reden und Auftritten des Zentralbankpräsidenten wurde in den letzten Tagen Andeutungen auf die Entscheidung der Notenbank erhofft. Jedoch ließ sich aus den Aussagen nur heraushören, dass nichts gegen ein Absenken der Leitzinsen sprechen würde. In allen relevanten Volkswirtschaften wird im laufenden Jahr mit einem Negativwachstum gerechnet. Erst für das Jahr 2010 erhoffen sich die Zentralbanker eine Erholung der weltweiten Konjunktur. Welche Konsequenzen das für die Geldpolitik im europäischen Währungsraum hat, ließ der Zentralbankpräsident Trichet aber offen.
Heute litt die europäische Gemeinschaftswährung auch unter der Bekanntgabe der Agentur Standards & Poor (S&R). Die Rating Agentur stellte die Bestnote für die spanische Kreditwürdigkeit unter Beobachtung. Als Begründung gab S&P an, dass sich die spanische Wirtschaft zur Zeit in einer sehr schwierigen Situation befände. Dadurch wurde der Euro im Verlauf des europäisch dominierten Forex-Trades zusätzlich belastet, was das zeitweise Absinken unter die 1,33 Dollar Marke erklären könnte.
Heute Mittag legte die Europäische Zentralbank der Referenzkurs für die Währungspaarung EURUSD mit 1,3394 Dollar fest. Am Freitag lag der Referenzkurs zum Vergleich noch bei 1,3684 Dollar. Grund für den hohen Wechselkurs am Freitag waren die überaus schlechten Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten, die den Dollar mächtig unter Druck setzten.
jetzt kommentieren? 12. Januar 2009
