Tagesarchiv für den 13. Januar 2009

Euro setzt Abwärtstrend fort

Die europäische Gemeinschaftswährung hat im Verlauf des heutigen Forex-Trades erneut an Wert gegenüber dem Dollar verloren. Am Dienstagnachmittag rutschte der Euro dann sogar unter die 1,32 Dollar Marke. Immer noch verweisen Analysten und Marktbeobachter auf die Risikoaversion der Investoren. Hintergrund ist die am Donnerstag anstehende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. Ökonomen rechnen fest mit einer Zinssenkung um 50 Basispunkte auf 2,00 Prozent. Kritische Stimmen monieren, dass eine Senkung der Leitzins zu einer Abnahme der Renditemöglichkeit zwischen dem Dollar- und dem Euroraum führt. Damit würde der Euro für Investoren weniger attraktiv werden.

Auch heute lastete die Androhung der Rating Agentur Standard & Poor’s, die spanische Kreditwürdigkeit überprüfen zu wollen, gewaltig auf dem Euro. Die Spreads auf die Risikoprämien für mögliche Kreditausfälle spanischer Staatsanleihen weiteten sich auf dem Versicherungsmarkt enorm aus. Dadurch geriet der Euro zusätzlich unter massiven Verkaufsdruck. Ebenfalls lastet das heute von der Bundesregierung beschlossene zweite Konjunkturpaket schwer auf den Euro. Dies hatte im Verlauf des heutigen Handelstages nicht nur Auswirkungen auf den Wechselkurs zum Dollar sondern auch auf den Japanischen Yen. Vor allem aufgrund der deutlichen Verluste an den Wertpapierbörsen werden gegenwärtig Dollar und Yen als sichere Häfen von den Investoren gesucht.

Im Verlauf des Vormittags wurden die Einzelhandelsumsätze für den Monat Dezember sowie die Zahl der Hausverkäufe in Großbritannien bekannt gegeben. Von den schlechten Konjunkturdaten konnten vor allem der Dollar und der Euro profitieren. Beide legten gegenüber dem Britischen Pfund Sterling kräftig zu. Der britische Einzelhandel musste heute mitteilen, dass die Geschäfte im Dezember 2008 so schlecht wie seit 14 Jahren nicht mehr waren. Die Zahl der Hausverkäufe ist in Großbritannien so tief gefallen wie seit mindestens 1978 nicht mehr. Britische Unternehmen bewerten die wirtschaftliche Situation zur Zeit als so schlecht wie noch nie seit 1989 die Befragungen zur Wirtschaftslage zum ersten Mal durchgeführt wurden. Gegenüber dem Euro verlor das Britische Pfund auf der Spitze seiner heutigen Abwärtsbewegung über einem Prozent an Wert. Am späten Dienstagnachmittag kostete ein Euro 90,72 Pence. Gegenüber der amerikanischen Landeswährung verlor das Pfund etwa 1,5 Prozent an Wert und kostet 1,4594 Dollar.

Gegen Mittag legte die Europäische Zentralbank die Referenzkurse für die Wechselkurspaarung EURUSD mit 1,3262 Dollar bzw. 0,7540 Euro fest. Zum Vergleich lagen die Referenzkurse am gestrigen Montag bei 1,3394 Dollar je Euro bzw. 0,7466 Euro je Dollar. Damit ist der Referenzkurs in dieser Kurspaarung zum wiederholten Male gefallen. Gegenüber dem Britischen Pfund Sterling lag der Referenzkurs heute bei 91,12 Pence im Gegensatz zu gestern, wo er noch mit 89,56 Pence notiert wurde. Gegenüber dem Japanischen Yen ist der Euro erneut gefallen. Hier lag die Notierung heute bei 118,54 Yen, wobei er gestern noch 120,48 Yen wert war. Auch gegenüber der Schweizer Landeswährung verlor der Euro. Der Referenzkurs betrug 1,4858 Schweizer Franken. Am Montag lag der Kurs noch bei 1,5005 Schweizer Franken.

Beim Blick auf die technische Analyse lässt sich im Moment eine Unterstützung der europäischen Gemeinschaftswährung bei 1,3116 und 1,3080 Dollar ausmachen. Widerstände sind derzeit bei 1,3450 und 1,3477 Dollar zu erkennen.

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Starke Kursverluste beim Euro

Schon nachdem am vergangenen Donnerstag die Statistik zur Verbraucherstimmung in Europa veröffentlicht wurde, beschleunigte sich die Talfahrt des Euro im Forex Trading. Immerhin sank der Gesamtindex um fünf Punkte mehr, als erwartet worden war. Noch heftiger fiel der Stimmungsabfall beim Industrievertrauen aus, das immerhin um acht Punkte bei einem prognostizierten Verlust um drei Punkte abrutschte.

Am Fall des Euro im Forex Trading konnte auch die Tatsache nichts ändern, dass die Zahl der Insolvenzen sowohl im privaten als auch gewerblichen Bereich in Deutschland laut Statistik gefallen ist. Auch die Steigerung des Einzelhandelsumsatzes in Deutschland und im gesamten europäischen Wirtschaftsraum konnte den Verfall des Euro nicht aufhalten. Am Montag Morgen verstärkten neue Nachrichten die Talfahrt. Zum einen zeigte sich, dass die Umsätze im verarbeitenden Gewerbe ihren rückläufigen Trend verstärken und zum anderen gab es immer deutlichere Signale, dass die Europäische Zentralbank nun doch noch einmal die Zinsen senken würde.

Am Dienstag früh erfuhren die Forex Broker, dass die Großhandelspreise eine deutliche Deflation zeigen. Der Preisindex ist immerhin um drei Prozent rückläufig, was zwar die Verbraucher freut, aber kein gutes Zeichen für die Konjunktur ist. So kam eine negative Nachricht zur anderen und das zähe Ringen um die Wiederaufnahme der Gaslieferungen durch Russland tat ein Übriges dazu, Schmierseife auf die Rutschbahn des Euro zu bringen und seinen rasanten Absturz zu beschleunigen. Es bleibt abzuwarten, ob die Nachricht über die Wiederaufnahme der Lieferungen nach dem Eintreffen der EU Beobachter in der Ukraine diese dramatische Situation wird entschärfen können. 

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