Tagesarchiv für den 14. Januar 2009

Rezession in Europa belastet Euro

Den dritten Tag in Folge stand die europäische Gemeinschaftswährung am heutigen Mittwoch erneut unter massiven Abwärtsdruck. Damit verfestigt sich der Gesamteindruck, dass sich die konjunkturelle Lage im  europäischen Währungsraum immer mehr verschlechtert. Sein Tageshoch konnte der Euro heute mit 1,3338 Dollar erreichen. Doch seinen Tiefststand erreichte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,3093 Dollar. Damit verlor der Euro vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am morgigen Donnerstag mehr als zwei Cent an Wert. Gegen Ende des europäisch geprägten Forex-Trades notierte der Euro bei 1,3157 Dollar. Auch gegenüber dem Japanischen Yen, dem Britischen Pfund Sterling und dem Schweizer Franken verlor der Euro an Wert, wenn auch nicht soviel wie gegenüber dem Dollar. Die Europäische Zentralbank legte heute den Referenzkurs für die Währungspaarung EURUSD mit 1,3173 Dollar bzw. 0,7591 Euro fest. Gestern lag der Referenzkurs noch bei 1,3262 Dollar bzw. 0,7540 Euro.

Am Vormittag wurde der Euro durch Gerüchte aus Irland schwer belastet. Aufgrund der langanhaltenden schwachen Lage der irischen Wirtschaft, machten heute Gerücht die Runde, Irland müsse den Internationalen Währungsfonds um Hilfe bitten. Nach bekannt werden der Gerüchte fiel der Euro am frühen Vormittag unter die 1,32 Dollar Marke. Er verlor damit die morgendlichen Gewinne aus dem asiatisch geprägten Forex-Trade und gab über einen Cent gegenüber dem Greenback ab. Unterstützung erhielt die europäische Gemeinschaftswährung erst, als die irische Regierung die Gerüchte dementierte. Auch der Internationale Währungsfonds dementierte die Nachricht umgehend. Grundlage für das Gerücht war nach Angaben aus Regierungskreisen eine falsch wiedergegebene Aussage des irischen Premierministers Brian Cowen.

Die konjunkturelle Lage im Euroraum trübt sich mehr und mehr ein. In Deutschland wurde am Vormittag das deutsche Wirtschaftswachstum 2008 vorgestellt. Das Wachstum hat sich deutlich stärker abgeschwächt, als bisher angenommen. So geht das Statistische Bundesamt in Wiesbaden von einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent in Deutschland im vergangenen Jahr aus. 2007 lag das Wachstum noch bei 2,5 Prozent. Im vierten Quartal 2008 schrumpfte die deutsche Wirtschaft vor dem Hintergrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise um 1,5 bis 2,0 Prozent. Für das Jahr 2009 erwarten die Ökonomen die schwerste Rezession seit dem Bestehen der Bundesrepublik Deutschland.

Am frühen Nachmittag ereilte den Euro die nächste Hiobsbotschaft. Die Rating Agentur Standard & Poor’s gab bekannt, dass sie die griechische Kreditwürdigkeit von A-/A-1 auf A-/A-2 senkte. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise belastet nach Aussage der Rating Agentur die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands deutlich.

Die Investoren reagierten entsprechend mit Verkäufen von Euro-Positionen und flüchteten sich in Carry-Trades. Am Nachmittag erreichte der Euro dann sein Tagestief von unter 1,31 Dollar. Erst am Spätennachmittag erholte sich der Euro wieder etwas. Zum gleichen Zeitpunkte etwa wurden in den USA die Einzelhandelsumsätze für den Monat Dezember bekannt gegeben. Diese vielen überraschend schlecht aus, so dass der Euro eine kleine Verschnaufpause erhielt.

Die Abstufung der griechischen Kreditwürdigkeit sowie die Ankündigung auch die spanische Kreditwürdigkeit zu überprüfen, wird voraussichtlich die Diskussion um die Zukunftsfähigkeit der europäischen Gemeinschaftswährung verschärfen. Technische Analysten sehen eine Unterstützung des Euros erst wieder bei 1,30 Dollar. Auch im Hinblick auf die morgige Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank, könnte der heutige Handelstag noch einmal von entscheidender Bedeutung sein.

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Euro weiter unter Druck

Daran konnte heute morgen selbst die positive Nachricht nichts ändern, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 1,3 Prozent angewachsen ist. Als Ursache machen die Forex Broker unter anderem die schwachen Aktienmärkte verantwortlich. Dabei marschiert die Deutsche Bank mit einem satten Minus von sieben Prozent vorneweg. Allgemein scheint sich hier der Trend abzuzeichnen, dass sich die Anleger auf Grund der Ausweitung der Finanzkrise von den Aktien der Kreditinstitute derzeit lieber trennen möchten.

Wirklich wundern muss dass die Forex Broker und Aktienhändler nicht, denn heute musste auch der Chef der Deutschen Bank, Ackermann, erstmals einräumen, dass von Seiten des Bankenmanagements Fehler gemacht worden sind. Die Folge sind Verluste, wie man sie in dieser Größenordnung seit mehr als fünfzig Jahren nicht mehr hinnehmen musste. Sogar der Deal der teilweisen Übernahme der Postbank AG stand kurzfristig deshalb auf sehr wackeligen Füßen. Zur Finanzierung der Übernahme plant man die Ausgabe neuer Aktien in einem Umfang von vierzig Millionen Stück. Das dürfte kurzfristig zu einem weiteren Abfall des Wertes führen.

Auch der starke Rückgang des amerikanischen Einzelhandelumsatzes wirkte sich nicht wie sonst mit einer Schwächung des Dollars im Forex Trading aus. Immerhin lagen die real ermittelten Zahlen bei mehr als dem Doppelten des prognostizierten Rückgangs. Das hat für die amerikanische Wirtschaft deutlich fatalere Folgen als anderswo, weil der Binnenhandel hier seit eh und je einen großen Teil der Absatzmärkte der Wirtschaft ausmacht.

Viele Forex Broker sind auf die Staatsanleihen umgeschwenkt, da man hier derzeit die höheren Renditechancen sieht. Dabei sind vor allem deutsche und amerikanische Wertpapiere gefragt, obwohl auch hier die Prämien für die Ausfallversicherung dramatisch ansteigen. Das führt dazu, dass auch die Renditen von Kapital bildenden Versicherungen deutlich abrutschen, denn ein Großteil der Fondsgesellschaften versucht den sicheren Anteil der Anlagen über solche Wertpapiere abzuwickeln.

 

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Die Asienbörse – gestern Verlierer, heute auf der Gewinnerseite?

Die Nachrichten von gestern aus den asiatischen Börsen waren ja alles andere als optimistisch. Da waren die Verluste schon recht hoch, bedingt durch die Gewinnreduzierungen, die aus asiatischen Elektronikfirmen bekannt gegeben wurden. Aber offenbar konnte das langfristig den Papieren nichts anhaben, denn durch die Kursgewinne der Elektronikfirmen hat sich die asiatische Börse nach nur einem Tag schon wieder beflügeln lassen.

Der japanische Aktienmarkt hatte dann am Mittwoch allein durch die Gewinne der Aktien von Fujitsu und Toshiba, die Gewinne machten, schon wieder einen ganz anderen Gesamteindruck hinterlassen. Und das galt dann besonders für die Börse von Tokio, weil nämlich Toshiba bestätigt hatte, dass de Festplattensparte von Fujitsu nun gekauft wird. Genau das gab dann auch gleich den Aktien der Häuser Auftrieb und damit der asiatischen Börse eine weitaus bessere Grundstimmung als am Vortag.

Der Nikkei-Index, der 225 Werte umfasst, hatte damit einen Anstieg auf 8.438 Punkte zu verzeichnen und das entsprach in Prozentpunkten der 0,3. Der Topix-Index, der breiter gefasst ist, hatte einen Anstieg auf 819 Punkte zu verzeichnen und das entsprach dann 0,7 Prozent. Und auch die Aktienmärkte in Shanghai, Singapur, Südkorea und Hongkong konnten in der Wochenmitte deutlich fester notieren, als das noch am Dienstag den Anschein hatte.

Der Dow Jones Index aus New York hatte allerdings am Dienstagabend nach seinem Auftakt in die Saison des neuen Quartals bedingt durch die Verluste bei Alcoa deutlich schwächer geschlossen. Hier waren Verluste von 0,3 Prozent verzeichnet worden.

Und auch in Asien war offenbar eine große Unsicherheit hinsichtlich der Ergebnisse der Unternehmen im Vorfeld vorhanden, denn die Berichtssaison steht kurz bevor. Darüber waren sich die asiatischen Händler durchweg einig. Bedingt dadurch, dass der Markt seine schlechten Ergebnisse schon im Vorfeld eingepreist hat, ist die Kaufbereitschaft bei den Anlegern nahezu nicht mehr vorhanden. Dass die Handelsumsätze damit recht niedrig ausfielen, ist fast schon eine logische Schlussfolge der Entwicklungen?

Echte Gewinner an der asiatischen Börse waren dann nach dem Tief am Dienstag die Papiere von Fujitsu und Toshiba, die einen Anstieg von 5,3 und sechs Prozent erlebten und damit auch die Händler am Markt wirklich überraschten, die eine so schnelle positive Entwicklung an der Börse – praktisch über Nacht – nicht erwartet hatten. Aber es waren ja eben die am Mittwoch bestätigten Verkaufsverhandlungen hinsichtlich der Festplattensparte, die hier den Papieren echten Auftrieb gaben. Allianzen oder Verkäufe – das interessierte die Händler dann nur noch zweitrangig bei der guten Entwicklung der Papiere.

Und auch das Volumen des Abschlusses mit Toshiba lässt sich sehen, denn hier wird in Wirtschaftszeitungen von 30 bis 40 Milliarden Yen geredet, was umgerechnet einen Wert zwischen 335 und 447 Millionen Dollar ausmacht.

Und die gute Entwicklung galt auch für andere Unternehmen dieser Branche, obwohl die exportabhängigen Unternehmen am Vortag heftige Verluste verkraften mussten. Sony als Elektronikhersteller erlebte einen Anstieg seiner Papiere um 4,5 Prozent.

Im Handel in Fernost konnte der Euro dann auch leichte Erholung verzeichnen, wobei natürlich der Druck der zu erwartenden Leitzinssenkung für den Euro erhalten blieb. Die Bewertung der europäischen Gemeinschaftswährung lag schließlich bei 1,3307 US-Dollar und letztlich 1,3192 US-Dollar im späten Handel in New York am Abend des Dienstag. Ein Euro hatte dann schlussendlich einen Wert von 119,46 Yen. Und der Dollar hatte seinen Wert bei 90.5ß Yen.

Weit uns breit scheint nichts vorhanden zu sein, was dem Euro eine Stütze gibt?

 

 

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