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Der systematische Handel am Devisenmarkt über eine Market-Maker-Plattform stellt insbesondere weniger erfahrene Anleger vor große Herausforderungen. Die Königsklasse der Finanzspekulation wird nur von jenen Tradern erfolgreich bewältigt, die eine erprobte Strategie als Grundlage für ihre Handelsentscheidungen nutzen und dieser auch in turbulenten Zeiten treu bleiben.

Einsteigerstrategien sollten darum bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit das Trading mit Euro, Dollar und Co. nicht in einem schnellen Verlust endet. Ein für Anfänger sehr gut geeigneter Handelsansatz ist das systematische Handeln von Währungspaaren, deren Kurs sich nahe eines Allzeithochs befindet. Empirisch betrachtet steigen Kurse, die ein Allzeithoch markieren, im Anschluss mit einer höheren Wahrscheinlichkeit weiter, als dass sie wieder fallen. Die systematische Suche nach Währungspaaren, die in der Nähe eines noch nie zuvor verzeichneten Kursniveaus notieren, ist deshalb der erste Schritt für Trader, die sich mit dem Alltime-High-Ansatz befassen möchten.

Sind entsprechende Konstellationen identifiziert, kann die Handelssoftware, die auf der jeweils genutzten Plattform zur Anwendung kommt, den wesentlichen Teil des Tradings übernehmen. Ausgehend von einem in Sichtweite notierenden früheren Allzeithoch, das zunächst als charttechnischer Widerstand betrachtet werden muss, wird 15 Pips oberhalb der kritischen Kursmarke eine Stop-Buy-Order platziert, die bei Erreichen des Levels automatisch eine Long-Order aufgibt, was unter normalen Marktbedingungen gleichbedeutend mit der Eröffnung einer Longposition ist. Zeitgleich mit der Order wird ein Stopp-Loss an den Market Maker übermittelt, das 15 Pips unterhalb des Allzeithochs platziert wird. Der maximale Verlust der eingegangenen Position beläuft sich folglich auf 30 Pips, was bei Einsatz eines vernünftigen Hebels eine plausible Größenordnung ist.

Das oben beschriebene Vorgehen sei anhand eines Beispiels verdeutlicht: Der Euro/USD-Kurs belaufe sich auf 1,5960. Das Allzeithoch sei einige Wochen zuvor bei einem Niveau von 1,6020 markiert worden. Die Stop-Buy-Order wird in dieser Konstellation bei einem Kursniveau von 1,6035 platziert, das zeitgleich zu übermittelnde Stopp-Loss bei 1,6005.

Geht die Spekulation auf und überschreitet der Wechselkurs sein früheres Hoch mit einem kräftigen Impuls, kann mit der Position ein außerordentlich lukrativer Profit realisiert werden. Ein Anstieg von lediglich rund 1,2 Prozent, der nach Erreichen eines neuen Hochs durchaus realistisch ist, führt in genanntem Beispiel zu einem Kurs von 1,62 und damit zu einem Gewinn des Traders in Höhe von 180 Pips – dem sechsfachen des maximalen Verlustrisikos, das durch die Stopp-Loss-Schwelle definiert wurde.

Das reizvolle Element an einer auf Allzeithochs ausgerichteten Strategie ist deren empirisch betrachtet hohe Trefferquote, die in Kombination mit plausiblem Risikomanagement ein außerordentlich gutes Chance-Risiko-Verhältnis ermöglicht. Wie bei allen Geschäften im Forexmarkt besteht auch hier ein Verlustrisiko. Dieses aber ist schon vor Eröffnung des Trades exakt quantifiziert und steht entsprechenden Chancen gegenüber.

Für Anfänger ist der Handelsansatz aus verschiedenen Gründen gut geeignet. Zum einen ist die technische Umsetzung aufgrund der geringen Handelsaktivität einfach, zum anderen bedarf es keiner weitergehenden Kenntnisse der technischen oder gar fundamentalen Marktanalyse. Der Nachteil der Systematik liegt in den relativ selten vorkommenden Handelsereignissen – für die ersten Schritte im schnellsten Markt der Welt ist eine niedrige Tradingfrequenz jedoch durchaus geeignet.