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Anleger, die auf dem Gebiet des Forexhandels noch keine weitergehenden Erfahrungen gemacht haben und sich in die Materie hineinversetzen möchten, bevor der Handel mit größeren Geldsummen begonnen wird, können bei fast allen Handelsplattformen ein „Schnupper-Angebot“ wahrnehmen und so erste Erkenntnisse sammeln.
Je nach Market Maker werden entweder Demoversionen der Handelssoftware angeboten, die teils unbegrenzt, teils nur für einen kurzen Zeitraum genutzt werden können, oder es stehen so genannte Mini-Account zur Verfügung, die mit einer geringen Geldsumme (meist einige hundert Dollar oder Euro) eröffnet werden können. Beide Varianten bieten die Möglichkeit, sich mit der Thematik des Devisenhandels im Allgemeinen und der jeweiligen Plattform-Technologie im Besonderen ausführlich zu befassen, bevor der Handel mit echtem Geld beginnt.

Anleger sollten bei der Begutachtung einer Plattform kritisch sein und sich ein so genau wie möglich gezeichnetes Bild darüber machen, ob eine Applikation den eigenen Anforderungen genügt. Die zur Verfügung stehenden Orderarten, die Zeit, die benötigt wird, um eine Order zu platzieren bzw. eine Position zu eröffnen sowie weitere Details in der Abwicklung sollten dabei ebenso kritisch untersucht werden wie die Möglichkeiten zur Durchführung von Chartanalysen, die in der Plattform integriert sind.
Ein Auftrag lässt sich idealerweise direkt aus einem geöffneten Chart heraus aufgeben: Mit einem Klick öffnet sich beispielsweise bei der Technologie des Anbieters Oanda ein Fenster, in dem lediglich das gewünschte Volumen angegeben wird. Im besten Fall kann mit einer Order gleichzeitig ein Stopp-Loss abgesendet werden: Hierdurch verringert sich das Risiko, wegen technischer Störungen unlimitiert im Markt positioniert zu sein und dadurch im schlimmsten Fall gravierende Verluste zu erleiden.

Die verschiedenen Ordertypen, die ein Market Maker anbietet, sollten wesentliches Kriterium bei der Beurteilung einer Plattform sein. Um die Möglichkeiten verschiedener Anbieter zu vergleichen, ist ein Blick ins Detail erforderlich, da die Bezeichnungen der einzelnen Aufträge zwischen den verschiedenen Market Makern variieren. Stopp-Buy und Stopp-Loss sind allerdings bei allen möglich, wenn auch die exakte Bezeichnung unterschiedlich ist.

Einige Market Maker, darunter der auf dem deutschen Markt recht bekannte Anbieter CMC Markets, bieten garantierte Stopp-Loss-Orders an: Hier wird die Abrechnung zum gewünschten Stopp-Kurs vom Handelspartner garantiert, so dass nicht das Risiko einer Glattstellung zu ungünstigen Kursen besteht. CMC Markets verlangt für den Service allerdings gesonderte Gebühren.

Wer seine Handelsentscheidungen auf der Grundlage technischer Überlegungen trifft, kann auf eine leistungsfähige, in die Plattform integrierte Software nicht verzichten und sollte sich das Angebot dementsprechend genau ansehen. Einschlägige Indikatoren, verschiedene Chartarten und Zeichenwerkzeuge sollten geboten werden.
Die Kosten einer Handelsplattform schließlich stellen einen weiteren zentralen Bestandteil einer sachgerechten Beurteilung dar. Für gewöhnlich fallen beim Handel mit Währungspaaren keine Gebühren im engeren Sinne an. Der Market Maker generiert seine Erlöse aus dem Spread zwischen An- und Verkaufskurs. Bei den großen Leitwährungen variiert die Geld-Brief-Spanne dabei je nach Anbieter zwischen zwei und drei Pips, wobei in turbulenten und von hoher Marktvolatilität geprägten Zeiten eine Ausweitung regelmäßig in Kauf zu nehmen ist. Speziell bei Demo- und Mini-Accounts sollten Interessenten sich vergewissern, ob die Konditionen der Testkonten denen des echten Handelskontos entsprechen. Geringere Spreads können ansonsten unrealistische Gewinnpotenziale vortäuschen.

Fazit: Eine zu den eigenen Anforderungen passenden Plattform ist für den Erfolg beim Devisenhandel unerlässlich. Der ausgiebige Test möglicher Handelspartner sollte deshalb zum Pflichtprogramm gehören. Auch Anleger, die bereits einen Account bei einem Market Maker unterhalten und sich Verbesserungspotenziale vorstellen können, sind gut beraten, die Angebote der Konkurrenz einmal unter die Lupe zu nehmen.